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Duderstadt „Das Leben der Anderen“
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18:25 29.10.2009
Totale Überwachung, bedrohliche Kulisse: Luc Feit in der Rolle des Stasi-Hauptmanns Gerd Wiesler. Quelle: Pförtner
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Die Bühnenfassung des bekannten Films hatte im September in Luxemburg ihre Premiere. Das Drama um den Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler, der im Laufe der totalen Überwachung eines DDR-Künstlerpaares Sieland und Dreymann eine immer tiefer werdende emotionale Bindung zu diesen beiden Personen entwickelt, brachte dem Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck 2007 den Oscar ein.

Nicht nur Film, auch Theater lebt von Handlung und Dialogen – denkt man. Nicht so die Bühnenfassung von Albert Ostermaier, der sich unter anderem als Lyriker einen Namen gemacht hat. Die Handlung findet nicht auf der Bühne statt, sondern wird in vier aufeinanderfolgenden Monologen von den Protagonisten erzählt. Bei den unsichtbaren Handlungssträngen war viel Phantasie des Publikums gefragt, welche durch die professionelle Darstellung der vier Schauspieler bestmöglich unterstützt wurde. Als Stasi-Hauptmann Wiesler trat Luc Feit auf, der aus deutschen Fernsehproduktionen bekannt ist. Germain Wagner überzeugte als schmieriger Minister Hempf, und Petra Zwingmann brachte die Verzweiflung der Schauspielerin Sieland zum Ausdruck.

Sonate vom guten Menschen

Der Film von Henckel von Donnersmarck endet nach dem Mauerfall mit der Erkenntnis Georg Dreymanns, während seiner Überwachung Hilfe gehabt zu haben, nämlich von Wiesler, welcher daraufhin seine Karriere beenden musste. Ihm widmet der Schriftsteller sein Buch „Die Sonate vom guten Menschen“. Die Bühnenfassung geht weiter: 20 Jahre nach der Wende ist Dreymann als Autor nicht mehr gefragt und will sich das Leben nehmen, was mit großer Emotionalität von Carsten Klemm in Szene gesetzt wurde.

Monologe in epischer Länge sind nicht nur für die Schauspieler eine Herausforderung, auch dem Publikum war durchgehend höchste Konzentration abverlangt. Dass die Thematik Interesse weckte, zeigte sich auch an dem großen Anteil junger Zuschauer in der Eichsfeldhalle. Mit freundlichem Applaus wurden die Protagonisten entlassen.

Von Claudia Nachtwey

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