Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Konfliktpotenzial beim Einzelhandelskonzept
Die Region Duderstadt Konfliktpotenzial beim Einzelhandelskonzept
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 28.04.2018
Komfortabel: An der Feilenfabrik kann vor dem Geschäft geparkt werden – was dem Standort einen Vorteil verschafft, den die Innenstadt nicht hat. Quelle: Niklas Richter
Anzeige
Duderstadt

Geht es nach dem Einzelhandelsentwicklungskonzept, dass die Stadt aufbauend auf den Erkenntnissen externer Gutachter erstellt hat, ist die Aufgabenteilung klar: Die Innenstadt soll als Hauptgeschäftszentrum dienen, die Feilenfabrik als mit dem Auto gut erreichbares Nahversorgungszentrum – eine Aufteilung, die wegen der Regulierung mittels Bebauungsplänen und Absprachen zwischen Stadt und dem Feilenfabrik-Betreiber ohnehin schon existiert.

Dass diese Aufteilung im Groben fortgeführt wird, ist derzeit auch unter den Ratsfraktionen Konsens. Die Fraktionsvorsitzenden und Fachpolitiker bestätigen, dass die Innenstadt weiterhin Priorität bei der Ansiedlung von Geschäften genießen soll. Über Details herrscht allerdings Uneinigkeit.

Einzelfallprüfungen bergen Konfliktpotenzial

So schließt die derzeitige Fassung des Einzelhandelsentwicklungskonzepts die Ansiedlung großer und kleiner Geschäfte mit Sortimenten, die bisher der Innenstadt vorbehalten waren, nicht gänzlich aus. Stattdessen sind Einzelfallprüfungen vorgesehen, was Doris Glahn kritisiert: „Das schafft doch keine Rechtssicherheit“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende und fordert, zentrenrelevante Sortimente vollständig auf die Innenstadt zu beschränken.

Auch die Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger will die Möglichkeiten der Feilenfabrik einschränken: „Die Leute sollen dort einkaufen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Lothar Dinges und lehnt deshalb eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität, beispielsweise mittels neuer gastronomischer Angebote abseits der bestehenden Imbisse ab. Regelungen bezüglich der Ansiedlung von Restaurants und Bars sieht das Einzelhandelskonzept allerdings nicht vor.

Konkrete Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt gefordert

Auch dass weitere Aspekte bei Handelsentwicklungskonzept nicht geklärt werden, sorgt bei mehreren Fraktionen für Unmut. So fordert Glahn, dass statt Handlungsfeldern auch konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt sowie der Bahnhofsstraße als Verbindung zur Feilenfabrik benannt werden.

Ähnliches schlägt auch Dinges vor, demzufolge ebenfalls Konzepte zur Verbindung der beiden Standorte fehlen – nicht zuletzt, weil seiner Meinung nach vor allem jüngere Besucher kaum in die Innenstadt gelockt würden.

Die CDU will ebenfalls die Innenstadt attraktiver machen, beispielsweise mittels einer Aufwertung des ZOB. Entscheidend sei außerdem die Frage nach Parkplätzen in der Nähe der Marktstraße, sagte Hermann Hesse, der sich für die CDU mit dem Thema befasst.

Wird die Innenstadt zur Wohnstadt?

Er warnte aber zugleich vor zu hohen Erwartungen an die Innenstadt. Zwar will auch er diese mittels der Sortimentsgrenzen stärken. Doch wegen des boomenden Internethandels und der Tatsache, dass die Geschäftsflächen in der Innenstadt zu klein seien, befürchte er, dass die Innenstadt auf lange Sicht zur Wohnstadt werde.

Das Problem der vielen, auf einzelne Geschäfte verteilten Flächen will die FDP hingegen angehen. Um an der Fußgängerzone auch Filialisten wie beispielsweise H&M anzusiedeln, müsste die Stadt die Inhaber für Ladenübergreifende Vermietungen zusammenbringen, schlägt der Fraktionsvorsitzende Thorsten Feike vor.

Info: Das Einzelhandelsentwicklungskonzept

Aufbauend auf einem Gutachten des Cima-Beratungsinstituts für Stadtentwicklung hat die Verwaltung ein kompaktes Einzelhandelsentwicklungskonzept verfasst, dass die Grundlage der aktuellen politischen Diskussion darstellen soll.

Derzeit sieht das Konzept vor, dass in der Innenstadt sämtliche Waren zum Kernsortiment gehören dürfen, lediglich große Nahversorger, beispielsweise für Lebensmittel oder Drogerie-Artikel bedürfen dort einer Einzelfallprüfung.

Für diese ist stattdessen der mit dem Auto besser erreichbare Standort an der Feilenfabrik angedacht. Viele Waren, die in der Innenstadt verkauft werden dürfen, dürften dort hingegen nur nach einer Einzelfallprüfung zum Sortiment gehören – dazu gehören Kleidung und Schuhe, Elektronik und Elektro-Geräte, Spielwaren, Schmuck und weitere.

Ebenfalls möglich wäre dem Konzept zufolge die Ansiedlung von Geschäften, die Möbel, Gartengeräte, Autos und Autozubehör sowie Erotikartikel verkaufen. Abseits der Feilenfabrik dürften sich diese nur nach einer Einzelfallprüfung abseits von Gewerbe-, und Wohngebieten sowie der Innenstadt ansiedeln.

Von Christoph Höland

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Trauer im Bistum Erfurt um Altweihbischof Hans-Reinhard Koch: Der 88-Jährige ist in den frühen Morgenstunden des 25. April im Erfurter Helios-Klinikum gestorben, ohne noch einmal das Bewusstsein wiedergewonnen zu haben. Der gebürtige Leinefelder legte 1950 sein Abitur in Duderstadt ab.

28.04.2018
Duderstadt Hoher Investionsrückstau in Duderstadt - Finanzausschuss stimmt Haushalt 2018 zu

Der Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Tourismus im Rat der Stadt Duderstadt haben der Haushaltsatzung, dem Haushalts- sowie dem Stellenplan für 2018 zugestimmt. Neu aufgenommen wurden verschiedene Punkte aus Anträgen der CDU- und der SPD-Fraktion.

28.04.2018

Mehrere Unwägbarkeiten erschweren derzeit eine klare Aussage über die Zukunft des Schwimmsportangebots in Duderstadt. Allem voran steht eine stattliche Finanzierungslücke von rund fünf Millionen Euro bei zwei von drei vorgelegten Beschlussvarianten für den Fachausschuss am 26. April.

27.04.2018
Anzeige