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Duderstadt Dechant Wigbert Schwarze spricht über das katholische Eichsfeld
Die Region Duderstadt Dechant Wigbert Schwarze spricht über das katholische Eichsfeld
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00:30 10.05.2018
Dechant Wigbert Schwarze während seines Vortrags im Tiftlingeröder Pfarrzentrum.   Quelle: Art
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Tiftlingerode

„Die katholische Kirche im Eichsfeld ist anders aufgestellt als früher, aber die Genetik ist noch tief drin, dessen bin ich mir ganz sicher“, sagte Schwarze. Die Region sei „weiter natürlich katholisch“, weil die Menschen so geprägt seien. Volkskirchenstrukturen würden das Eichsfeld prägen.

Dechant hat keine Angst um Zukunft der Kirche

Generell habe Schwarze „keine Angst um die Zukunft der Kirche“, denn das was sie verkünde, sei „das Beste der Welt“, außerdem gebe es „überall Aufbrüche und Wandel“, meinte der gebürtige Eichsfelder, der sein Abitur am Gymnasium in Duderstadt absolvierte, unter anderem fünf Jahre als Kaplan in Gerblingerode tätig war und 2012 in sein Amt als Dechant in Göttingen eingeführt wurde. Angst habe er nur vor Menschen, „die alles nörgelig herunterreden, die immer wieder von früher herkommen“.

Kirche definierte er als „ein Medium, damit wir zum Glauben kommen“. Der 61-Jährige verglich sie mit einer „großen Brücke, die zwei Ufer miteinander verbindet“, mit der „Fahrt eines Schiffes durch einen starken Strom“ und mit einem Orchester, bei dem einige Instrumente verstimmt seien, einige Spieler falsche Töne spielen würden „und trotzdem die Melodie zu erkennen ist“. Die Stärke der Kirche seien die großen Grundpfeiler Liturgie, „da sind wir Spitze als katholische Kirche“, Verkündigung, „die heute ganz modern gehen muss“ und Caritas, Diakonie, meinte der Dechant, nach dessen Worten das Christentum die Religion sei, die in die Tiefe gehe.

Der Gast kam auf „das Gut“ des Zölibats zu sprechen, das eine „große Herausforderung“ sei. Der Zölibat müsse bleiben, „aber er kann freigestellt werden“. Er sehe bei der großen Weltkirche in dieser Hinsicht allerdings „kaum eine Chance für die gesamte Kirche“, sondern lediglich in Teilbereichen.

Schwarze thematisierte auch das Verhältnis von Frauen und Kirche. „Ich bin absolut dafür, dass die Frau das Diakonat in der Kirche haben muss“, betonte der Dechant, der Veränderungen im Bistum Hildesheim mit Zahlen verdeutlichte.

Seit seiner Priesterweihe vor 34 Jahre in Hildesheim sei die Zahl der Priester von 560 auf nunmehr 160 gefallen „und es geht weiter bergab“. Statt 350 Pfarreien gebe es mittlerweile nur noch 121. Er appellierte an die Zuhörer, „dass sie immer wieder strukturiert ihren Glauben selbst in die Hand nehmen“ und sich gegenseitig im Glauben stärken.

Wigbert Schwarze lobt neuen Bischof

Lobende Worte fand Schwarze für den neuen Bischof Heiner Willmer. „Das wird eine gute Sache“, lautete die Prognose des Gastes, nach dessen Worten jeder Mensch „etwas Religiöses in sich trägt“. Der Papst habe aus seiner Sicht keine Lehre der Kirche verändert, „aber er hat trotzdem alles verändert durch die Art und Weise, wie man damit umgeht“.

Schwarze beendete seine Ausführungen mit Worten des Jesuitengründers Ignatius von Loyola: „Vertraue so viel auf Gott als wenn alles von ihm abhängt, aber tue gleichzeitig so viel, dass alles von dir abhängt, das ist die beste Spannung eines Christen.“

Der Vorsitzende der gastgebenden Kolpingfamilie, Gerd Goebel, informierte Schwarze, dass seit über einem Jahr die Weichen für die Sanierung, Renovierung und Erweiterung des Pfarrzentrums St. Nikolaus in Tiftlingerode gestellt würden. „Wir erwarten täglich den Bewilligungsbescheid des Amtes für Landesentwicklung in Göttingen und dann können wir so langsam mit den Ausschreibungen beginnen“, sagte Goebel.

Von Axel Artmann

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