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Die Region Sabri hört auf – sein Bistro in Duderstadt bleibt
Die Region Duderstadt Die Region Sabri hört auf – sein Bistro in Duderstadt bleibt
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00:20 12.11.2018
Die neuen und die alten Eigentümer: in der Mitte Sabri Kahraman, umgeben von Sohn Ali, Nachfolger Hassan El-Husseini, Sabri Kahraman sowie dessen Frau Petra El-Husseini und Marwa El-Husseini (von links) Quelle: ny Claudia Nachtwey
Duderstadt

Sabri arbeitete seit 1966 in Deutschland, erst im Import-Export-Geschäft, dann in der Reisebranche. Der Kontakt zu Menschen lag ihm. 1976 war er einer der ersten Gastronomen in Duderstadt, der sich mit seinem Konzept an ein explizit junges Publikum richtete. An die Milchbar in der Jüdenstraße erinnert sich eine ganze Generation von Duderstädtern, die dort einen wesentlichen Teil ihrer Jugend verbracht hat. Dort gab es auch schon türkische Spezialitäten und eine breite Getränkepalette. Sabri wurde von einer Brauerei ausgezeichnet wegen seiner Spitzenumsätze.

Sabri Kahraman war immer für Kultur zu begeistern – hier ein Konzert in seinem Bistro während der Duderstädter Musiknacht Quelle: Andreas Tietzek

„Eine Bar für junge Leute war damals neu in Duderstadt. Aber bis heute treffen sich einige Stammgäste aus dieser Zeit regelmäßig in Duderstadt im Bistro Sabri“, sagt Sabris Sohn Ali und betont, dass diese treue Verbindung zu seinen Gästen der größte Schatz seines Vaters sei. Die Milchbar wurde erst nach dem Umzug in die Apothekenstraße vor rund 25 Jahren in Bistro Sabri umgetauft.

Loslassen ist nicht einfach

Sabris Blick wird etwas sentimental, wenn er an vergangene Zeiten denkt. „Es fällt nicht leicht, nach so vielen Jahren die Gastronomie loszulassen“, gibt er zu. Aber die Gesundheit fordere mehr Ruhe ein. Die hatte er sich zunächst einige Wochen auf einer Yacht auf dem Mittelmeer gegönnt. Ali lacht: „Die Gerüchteküche brodelt schon. Manche meinen, mein Vater sei reich geworden und abgehauen. Einer fragte sogar, ob er gestorben sei“, erzählt der Sohn. Sabri gönnte sich einfach eine Auszeit, um sich an die Rente zu gewöhnen. Die Yacht gehört einem guten Freund aus jungen Milchbartagen, der ihn eingeladen hatte. Nun ist Sabri wieder in Deutschland und will sich offiziell aus dem Berufsleben verabschieden.

Die Milchbar in der Jüdenstraße war ein Vorreiter. In den Jahren nach der Eröffnung entwickelte sich eine vielfältige Kneipenlandschaft in Duderstadt, die erst mit dem Aufkommen des digitalen Zeitalters wieder schrumpfte. „In den 80-er Jahren bis nach der Grenzöffnung gab es hier mehr als 40 Gaststätten, und alle konnten existieren“, erinnert sich Sabri. Heute sei das Geschäft schwieriger geworden. Die Leute hätten ein völlig anderes Freizeitverhalten entwickelt.

Das Bistro kurz nach der Umgestaltung. Quelle: DLOK

Sabris Sohn Ali kennt die Gastronomie seit seiner Kindheit. „Ich weiß, was es bedeutet, immer zu arbeiten, wenn andere frei haben, an den Wochenenden und an Feiertagen. Ich möchte die Zeit lieber mit meiner Familie verbringen“, nennt er Gründe, die heute viele junge Menschen davon abhalten, in die Gastronomie zu gehen. Daher hat Ali sich entschlossen, den Familienbetrieb seines Vaters nicht weiterzuführen, aber „in gute Hände“ abzugeben.

Der Name Sabri bleibt unter dem Schriftzug Al Manar

Das Bistro Sabri wird als Kult-Kneipe in Duderstadt erhalten bleiben. Der neue Inhaber Hassan El-Husseini hat mit seiner Frau Petra und seinen Kindern zuvor das Al Manar in Westerode betrieben. Nach dem Umzug in die Apothekenstraße soll der Name Sabri unter dem Schriftzug Al Manar erhalten bleiben. Auch die Einrichtung wurde nur wenig verändert. „Die türkische und arabische Küche sind ähnlich, es wird nur unterschiedlich gewürzt“, sagt Hassan El-Husseini, der aus dem Libanon stammt und Koch gelernt hat.

Im Angebot steht eine internationale Palette an Spezialitäten, von arabischen Gerichten, Döner und Pizza bis zur Currywurst. Und auch der Kneipen-Charakter soll bewahrt bleiben. Die Öffnungszeiten sind täglich außer montags von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr und abends ab 17.30 Uhr.

Von Claudia Nachtwey

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