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Die Region Neues Champions-League-Format und kontroverse Meinungen
Die Region Duderstadt Die Region Neues Champions-League-Format und kontroverse Meinungen
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00:22 21.09.2018
Die Champions League beginnt und für den Zuschauer ändert sich einiges. Wo kann man noch gucken und was sagen die Experten der Region? Quelle: dpa
Eichsfeld/Göttingen

Eine neue Anstoßzeit ist dazu gekommen. Statt bisher 20.45 Uhr beginnen bereits zwei Partien um 18.55 Uhr und die anderen sechs Spiele starten um 21 Uhr. Das ZDF überträgt seit dieser Saison keine Spiele mehr. Durch den neuen Medienvertrag der UEFA werden die Spiele nur noch beim Pay-TV Sender Sky oder beim kostenpflichtigen Streamingdienst DAZN gezeigt.

In Duderstadt, in der alten Backstube, kann man alle Spiele live schauen: „Wir zeigen jetzt alle Spiele in der alten Backstube“, sagt Inhaber Tamer Tokaci, der seit Jahren eine Abonnement des Bezahlsenders für Geschäftsleute hat. „Durch den Umzug ist der Monatsbeitrag geringer geworden. Ich hoffe, dass unser Angebot jetzt rege genutzt wird – sonst wurde häufig zu Hause geguckt. Vor allem die Spiele mit Deutscher Beteiligung“, hofft Tokaci. „Für Geschäftsleute ist das neue Format sicher rentabeler. Immerhin zahle ich über 300 Euro im Monat – ich bin aber optimistisch, dass jetzt wieder Leute in die Kneipe gehen, um Fußball zu gucken. Ebenfalls Champions League erleben kann man im Duderstädter Hotel Budapest.

Eingriff in die Freizeitaktivität

„Ich finde die Entwicklung nicht gut. Ich habe zwar seit einigen Jahren Sky, über meinen Vater, aber der Fußball wird dadurch ein Stück weit entfremdet“, sagt Sebastian Gehrke, Trainer des Bezirksligisten Blau-Weiß Bilshausen. Gehrke schaute mit seinem Team nach dem Mittwochstraining häufig die Spiele, was nun im Bilshäuser Sportheim nicht mehr möglich ist. „Wir haben immer mit dem Team geschaut, aber haben dort kein Bezahlfernsehen. Das ist irgendwie auch ein Eingriff in die Freizeitaktivitäten“, ergänzt Gehrke. Noch etwas drastischer formuliert es Tobias Dietrich, Trainer des SV Rotenberg: „Ich gucke wenig Fußball und wenn ja, dann zu Hause. Dieser neue Vertrag ist ein Spiegelbild der Gesellschaft – es geht nur noch um Geld und der Bürger, der sich kein Sky leisten kann, darf künftig nicht mehr schauen.“ Dietrich selbst zahle „keinen Cent“ für Fußball im TV. „Der Volkssport Nr. 1 geht so langsam verloren und auch die Kinder können ihre Idole nicht mehr bewundern. Alles in Allem keine gute Entwicklung“, merkt Dietrich kritisch an.

Champions League im Monro´s oder Paulaner

Der Göttinger Fußballtrainer und Champions League Experte Torsten Burkhardt schaut die Spiele mit einigen Kumpels im Wohnzimmer. „Ich bin mir noch gar nicht sicher, wo was gezeigt wird, aber ich haben seit Jahre Sky und werde mir auch DAZN anschaffen – auch wegen Football“, so Burkhardt, der sich bei den Spieler als Trainer selbst weiterbildet. „In der Bundesliga ist schon ein drastischer Rückgang an Zuschauern zu verzeichnen – das könnte jetzt auch in der Champions League drohen. Es hat sich mittlerweile zum Premium-Produkt entwickelt“, so Burkhardt weiter. In der Stadt Göttingen kann übrigens in den beliebten Kneipen, wie dem Monro`s-Park oder im Paulaner jedes Spiel verfolgt werden. Die Fans können ihre Stars weiter verfolgen, nur halt nicht mehr kostenfrei.

Von Jan-Philipp Brömsen

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