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Duderstadt Digitalisierung kann das Lesen fördern
Die Region Duderstadt Digitalisierung kann das Lesen fördern
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09:15 15.09.2017
Digitalisierung kann das Lesen fördern. Quelle: dpa
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Duderstadt

„Lesen im Zeitalter der Digitalisierung“ hieß das Thema, zu dem Christoph Bräuer, Professor an der Universität Göttingen, am Eichsfeld-Gymnasium (EGD) im Forum des Schulzentrums referiert hat. Die Gäste erhielten auch Tipps zur Unterstützung der Lesefähigkeiten von Kindern.

Mit einigen Vorurteilen und Klischees hat Bräuer aufgeräumt: Das Buch ist nach wie vor beliebter in der Altersstufe der 12- bis 19-Jährigen als das E-Book. Und die Digitalisierung schmälert nicht die Bedeutung des Lesens, sondern fördert sie. Um in das Thema einzuführen, warf Bräuer einen Blick auf die Kulturgeschichte des Lesens.

2000 Jahre andauernde Kritik

„Lesekultur ist Teil der Schriftkultur“, sagte der Professor und erläuterte die rund 2000 Jahre andauernde Kritik – erst an der Schrift, die Sokrates als bloße Gedächtnisstütze abgetan hatte, dann an der Gefahr, die von unkontrolliert zugänglichen Informationen aus Büchern ausgehen konnte, dann an der Vernachlässigung der täglichen Pflichten beim Versinken in ein Buch und schließlich an den neuen Medien.

Lesen sei allerdings in jeder Form ein aktiver, konstruktiver und interaktiver Prozess, sagte Bräuer und erklärte: „Der Lesende ist daran beteiligt, ob der Text verstanden wird. Er bringt immer etwas von sich hinein und nimmt etwas heraus.“

Lese-Strategien

Unterschiede gebe es bei den Lese-Strategien. Fachliteratur setze beim Leser den Wunsch nach gezielten Informationen voraus, und diese Strategie würde zunehmend von den neuen Medien übernommen werden. Andere Strategien seien: Intensives Lesen (Versinken im Buch), Partizipation (teilhaben und mitreden wollen), Konzeptlesen (beispielsweise im Krimi-Konzept), diskursive Erkenntnis (Antworten auf Fragen finden und Meinung bilden) oder der ästhetische Lesemodus im Genuss der Sprache. Viele Leser würden nicht nur eine Strategie verfolgen.

Lesen werde zunehmend multimedialer, flexibler und anspruchsvoller, das Angebot mit der Digitalisierung differenzierter. Als deutlichen Nachteil der Digitalisierung nannte Bräuer die Algorithmen, die einem Suchenden im Internet nur eine spezifische Auswahl an Antworten anbieten würden.

Lesekultur muss entwickelt werden

„Die Bedeutung des Buches nimmt ab, die Bedeutung des Lesens nimmt zu“, sagte der Professor. Um Kinder und Jugendliche beim Lesen zu fördern, empfahl er, authentische Leseansätze zu stärken, wobei auch legitim sei, das klassische Drama nur als Film zu sehen, um einen Zugang zu ermöglichen. Eine Lesekultur müsse ebenso entwickelt werden wie medienspezifische Funktionen. Bei einer zunehmend heterogenen Schülerschaft sollten auch interkulturelle Zugänge respektiert und berücksichtigt werden, was aber nicht Senkung des Niveaus, sondern Erweiterung bedeuten müsse.

Eltern sollten Vorbild sein, Textinteresse zeigen und vor allem mit dem Kind im Gespräch über das Gelesene bleiben, um es am Leseerlebnis teilhaben zu lassen. „Eine frühe literarische Erfahrung ist die Eintrittskarte ins Lesen. Das können aber auch Vorlesen, ein Hörspiel oder Gespräche sein“, empfahl Bräuer.

Von Claudia Nachtwey

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