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Duderstadt Austausch der Generationen mit FSJler
Die Region Duderstadt Austausch der Generationen mit FSJler
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18:25 23.01.2019
Der Andrang beim Dorffrühstück in Immingerode ist groß. Quelle: lel
Immingerode

Um die 45 Immingeröder haben sich zum Dorffrühstück in der Mehrzweckhalle getroffen. „Es sind wirklich wieder viele heute – ganz zu Anfang der Seniorenfrühstücke waren wir um die 50 Mann“, sagt Edith Reinhardt, die gemeinsam mit Wolfgang Weinrich seit 6 Uhr morgens in der Küche steht. Reinhardt ist seit 30 Jahren in der Seniorenarbeit aktiv und wird immer wieder nach dem nächsten Frühstück gefragt. „Wir machen das einmal im Monat, und das ist eine lange Zeit für viele hier“, sagt sie. Das Frühstück wurde umbenannt, um den Kreis zu öffnen. „Heute sind jüngere Senioren dabei als die letzten Male – aber ich habe schon Schimpfe bekommen, dass ich „ab 60“ auf die Einladung geschrieben habe, das lasse ich nächstes Mal“, sagt Ortsbürgermeister Stefan Stollberg. Zwei Frauen unter 60 Jahren ließen sich auch davon nicht abhalten: „Ich hatte heute Zeit, da hab ich die Chance genutzt – man sieht ja selten das ganze Dorf, und auch meine Tante und mein Papa sind hier“, sagte eine der Teilnehmerinnen.

Kaffe, Stracke und Lachs

Bei Kaffee, Stracke und Lachs kamen die Seniorinnen und Senioren der Gemeinde ins Gespräch – auch mit Oskar Kollenrott, der seit August 2018 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Immingerode und Tiftlingerode leistet. Als einer von fünf „Dorf-FSJlern“ der Caritas Südniedersachsen und den mitwirkenden Gemeinden stehen die Senioren im Mittelpunkt seines Arbeitsfelds. „Wir helfen uns gegenseitig auf den Dörfern bei Veranstaltungen und organisieren auch gemeinsame Ausfahrten“, sagt er. Der Duderstädter hat über Mundpropaganda von der FSJ-Stelle erfahren. „Vorher habe ich schon einmal mit Kindern an einer Grundschule gearbeitet und das tue ich jetzt auch noch in Tiftlingerode“, sagt er. „Ich habe auf jeden Fall gelernt, wie dankbar diese Arbeit ist. Die Menschen bedanken sich von Herzen.“ Kollenrott bietet Spielenachmittage für Senioren an und kümmert sich gemeinsam mit der Seniorenbeauftragten von Tiftlingerode um die Dorfrunden vor Ort. „Morgens gehe ich auch manchmal mit einer älteren Dame spazieren, die Gelenkprobleme hat, oder bringe Menschen zum Arzttermin“, sagt er.

Viele Angebote für Senioren

Solche Arbeiten haben bis vor zwei Jahren nur Ehrenamtliche wie Weinrich übernommen. „Ich habe früher Leute zur Kirche gefahren oder mal zum Arzt“, sagt er. Später kamen Kegelrunden und mehr Angebote für Senioren dazu. „Im Dorf gibt es viel, auch Gymnastik im Hospiz und Kaffeerunden“, sagt Reinhardt. „Keiner will ins Hospiz, dabei machen die so ein tolles Programm“, sagt sie aus eigener Erfahrung. „Die Arbeit macht uns Spaß. Schön wäre aber, wenn es einen Austausch gebe zwischen den Ehrenamtlichen im Landkreis. Zusammen könnte man viel mehr bewegen“, wünscht sich Reinhardt.

Aufgaben der „Dorf-FSJler“

Bereits die zweite Runde von „Dorf-FSJlern“ ist derzeit in den Gemeinden um Duderstadt aktiv. Fünf junge Menschen, die seit August 2018 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren, sind in den Orten Tiftlingerode und Immingerode, Gerblingerode und Westerode, Hilkerode und Breitenberg, Gieboldehausen mit Krebeck, Bilshausen, Bodensee und Wollbrandshausen sowie Rollshausen, Obernfeld, Rüdershausen, Rhumspringe und Wollershausen eingesetzt.

Zwölf Monate lang begleiten sie vorrangig Seniorinnen und Senioren mit Veranstaltungen, helfen aber auch beim Einkaufen oder bringen ältere Menschen zum Arzt. Frühstücksrunden, Sing- und Spielenachmittage gehörten bisher schon zum Programm, hinzu kamen Tagesausflüge, beispielsweise ins Museum in Friedland oder an den Seeburger See. Für die Gemeinden bereiteten sie organisatorisch Feste, Kindernachmittage oder Workshops vor. Ein seniorengerechter ÖPNV-Fahrplan in Gieboldehausen wurde auch schon entwickelt.

Das erste Angebot dazu macht Sabine Tegtmeier vom Mehrgenerationenhaus in Duderstadt: Seniorenbeauftragte aus der Region sind eingeladen, am Mittwoch, 6. Februar, die Räumlichkeiten anzuschauen und das Angebot zu testen. „Letztes Jahr haben wir zum Beispiel eine Fahrt nach Prag mit Senioren und Kindern organisiert“, sagt Tegtmeier. Reinhardt verspricht, es trotz vollen Kalenders zu versuchen.

Von Lea Lang

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