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Duderstadt Drohendes Aus der Berufsbildenden Schulen in Duderstadt abgewendet
Die Region Duderstadt Drohendes Aus der Berufsbildenden Schulen in Duderstadt abgewendet
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00:17 04.03.2013
Wieder mehr fröhliche Farben im Bild der Berufsbildenden Schulen in Duderstadt: Noch vor zwei Jahren sah ihre Zukunft schwarz aus. Quelle: Blank
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Duderstadt

Da befand sich die Schülerzahl in steilem Sinkflug. Um mehr als 20 Prozent waren sie in fünf Jahren abgesackt. Anfang 2011 besuchten gerade noch 760 Schüler die Duderstädter BBS. Alarmiert warnte der Landtagsabgeordnete Lothar Koch (CDU) vor einer mittelfristigen Standortschließung. Er löste damit eine Debatte aus, die sich schnell ausweitete.

Ein gemeinsames Positionspapier von Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie Kreishandwerkerschaft aus dem November 2011 machte alle fünf BBS des Landkreises zum Thema.  Die Wirtschaftsverbände schlugen die Auflösung der fünf Schulen und die Gründung dreier Kompetenzzentren vor.

Arbeitsgruppe

Im Februar 2012 reagierte Landrat Bernhard Reuter (SPD) und richtete eine Arbeitsgruppe ein. Die fünf BBS-Schulleiter sollten gemeinsam mit IHK und Kreishandwerkerschaft ein Modell zur Neuordnung der beruflichen Bildung im Landkreis erarbeiten. Das Ergebnis waren sieben Modelle, keines davon war im Kreistag mehrheitsfähig.

Schließlich meldete sich die Landesschulbehörde zu Wort. Sie erklärte im Kreis-Schulausschuss zum Erstaunen der Politiker, keine der Berufsschulen – auch Duderstadt nicht – sei im Bestand gefährdet, eine Neuordnung aus rechtlichen Gründen deshalb nicht möglich.

Der Schulausschuss setzte daraufhin wieder alles auf Null. Er beauftragte am 22. November wiederum die Kreisverwaltung, ein Schulsicherungskonzept vorzulegen. Im Beschluss heißt es: „Die fünf berufsbildenden Schulen an den Standorten Göttingen, Hann. Münden und Duderstadt bleiben als selbständige Einrichtungen mit eigenen Schulleitungen erhalten.“ Unter dieser Bedingung solle das Schulsicherungskonzept erarbeitet werden, sobald die landespolitischen Rahmenbedingungen klar sind.

T. Tuschling

Die Landtagswahl ist vorbei, die neue Regierung im Amt. Wie sieht Tuschling jetzt die Situation der BBS Duderstadt? Er erinnere sich gerne an die Zusagen der Politiker vor der Wahl, sich für die Erhaltung kleineren Schulen einzusetzen, entgegnet Tuschling. Er kann zudem auf eigene Anstrengungen zur Konsolidierung der Duderstädter Einrichtung verweisen.

Kosmetik und Altenpflege aufgebaut

Die Berufsfachschulen Kosmetik (derzeit 40 Schüler) und Altenpflege (derzeit 24 Schüler)  wurden aufgebaut, was zur Stabilisierung der Schülerzahl beiträgt. Kaum genutzte Ausbildungsbereiche wie die Berufsfachschule Kaufmännischer Assistent werden eingestellt. Die Zahl der Lehrer sinkt, von 47 auf aktuell 43 Vollzeitstellen. Dadurch wird der rechnerische Überhang von Lehrerstunden im Vergleich zur Schülerzahl abgebaut.

Das alles reiche für eine langfristige Sicherung des Standorts Duderstadt aber nicht aus, erklärt Tuschling. Die Duderstädter BBS-Schulleitung verfolgt deshalb ihre eigene Doppelstrategie zur Existenzsicherung. Neben der Steigerung der Schülerzahl (Ziel sind 900) ist das insbesondere die Forderung nach einer Konzentration von Ausbildungsgängen an einzelnen BBS-Standorten. Dazu liegt dem Schulausschuss ein Antrag der BBS Duderstadt vor. „Wir wollen Schwerpunktstandort Sanitär-Heizung-Klimatechnik werden“, erklärt Tuschling. Der Ausbau eines zweiten Metallberufs, neben der erfolgreichen Berufsschule Kraftfahrzeugmechatroniker, würde zu Synergieeffekten führen. „Wir sind bereit, dafür andere Berufsfelder abzugeben. Konkret haben wir die Tischler angeboten“, so Tuschling weiter.

Kooperation

Neben diesen konkreten Schritten bemüht sich die Schulleitung zudem um ein positives Umfeld am Standort. So kooperiert die BBS Duderstadt inzwischen mit allen weiterführenden Schulen im Untereichsfeld. Realschüler kommen für einen Schnuppertag in die BBS, Gesamt- und Hauptschulen schicken ihre Neuntklässler für einen Tag pro Woche in die Kolpingstraße, Gymnasiasten können sich ebenfalls in Klasse neun über das Angebot informieren.

Und auch das vom Kreis-Schulausschuss geforderte landespolitische Umfeld nimmt Form an. Der Pressedienst Rundblick Nord-Report zitiert die neue Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) mit der Aussage, die neue Landesregierung sehe allgemeine und berufliche Schulen als gleichwertig an. Sie wolle das Schattendasein der beruflichen Bildung beenden, kündigt Heiligenstadt an.

Infos: bbs-duderstadt.de

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