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Duderstadt Andrang beim Apfel- und Birnenmarkt
Die Region Duderstadt Andrang beim Apfel- und Birnenmarkt
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00:16 10.10.2017
Äpfel sind begehrt an den Ständen. Quelle: Art
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Duderstadt

Mehr als 100 Händler, Direktvermittler, Institutionen und Dienstleister waren mit Angeboten auf der Marktstraße vertreten. Die Namensgeber des Marktes spielten in diesem Jahr allerdings nur eine Nebenrolle.

„Es ist ein schlechtes Apfeljahr“, sagte Bernd Gosch, der seine mobile Apfelpresse vor der Basilika St. Cyriakus aufgebaut hatte. Der Frost im Frühjahr sei der Hauptgrund dafür. „Außerdem sind keine Bestäuber geflogen“, ergänzte er. Während die Region um Dransfeld besonders stark betroffen sei, „geht es in der Gegend um Duderstadt noch einigermaßen“. Paul Weinrich ließ bereits zum fünften Mal seine mitgebrachten Äpfel pressen. „Saft aus eigenem Obst zu trinken macht besondere Freude“, berichtete der Gieboldehäuser, der vom Blühen bis zur Ernte seine Bäume beobachte, die auf Streuobstwiesen stehen würden. „Die Vorräte werden immer viel zu früh alle“, meinte der 81-Jährige schmunzelnd.

Interesse an alten Apfelsorten wächst in der Region

„Das Interesse an alten Apfelsorten nimmt zu und auch die Bereitschaft sich damit auseinanderzusetzen“, berichtete Ute Grothey am Stand des Landschaftspflegeverbandes. Wegen der schlechten Apfelernte waren die Menschenschlangen vor dem Tisch des aus Bielefeld stammenden Pomologen Hans-Joachim Bannier kleiner als in früheren Jahren. Dafür hatte er mehr Zeit für Gespräche.

Eine Besonderheit, die ihm ein Marktgast zeigte, sei eine Zwillingsblüte gewesen, die an einem Stil hing, berichtete er. Viele Besucher wollten von Bannier konkrete Tipps hören, was sie gegen Obstmaden machen könnten.

Erstmals beteiligte sich das Landvolk Göttingen mit seinem Infomobil am Apfel- und Birnenmarkt. „Die Leute möchten wissen, wie die Landwirtschaft in der Region aufgestellt ist“, berichtete Vorsitzender Hubert Kellner. Für Kinder stand eine große Fühlkiste bereit, an der es landwirtschaftliche Erzeugnisse zu erraten galt. Auch der Tierschutz-Verein Duderstadt nutzte den Themenmarkt , um seine Arbeit vorzustellen. „Wir wollen mit den Einnahmen und Spenden das Kastrieren von Katzen finanzieren, die im Tierheim sind“, erläuterte Vorstandsmitglied Rita Kiefner.

Geöffnet war an beiden Markttagen die Tageblatt-Geschäftsstelle. Kunden konnten sich Rabatte an einem Glücksrad erdrehen.

Marktbesucher kommen auch aus Dortmund

Der Apfel- und Birnenmarkt hat auch überregional seine Fans. Klaus Müller und Ute Harten-Müller reisen seit 2005 aus Dortmund an. „Wir übernachten in Fuhrbach und schauen uns auch Ziele in der Umgebung an“, erzählte Müller, der im Alter von sechs bis 15 Jahren regelmäßig Verwandte in Duderstadt besuchte. „Hier herrscht eine gemütliche Atmosphäre und man kommt einfacher als in der Großstadt mit anderen Menschen ins Gespräch“, meinte seine Frau. „Zum Wurstmarkt werden wir wieder hier sein“, kündigte sie an.

Für Aufsehen sorgten Mitglieder der Spielclubs des Deutschen Theaters. Sie präsentierten in der Nähe des Rathauses kostümiert und geschminkt kurze Szenen. Damit solle Neugier geweckt werden für das Kulturkloster Duderstadt. Die Stiftung der Ursulinen Duderstadt, das Deutsche Theater Göttingen, die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen, die Musa Göttingen und der Landkreis Göttingen haben sich zusammengetan, um damit ein Zentrum der spartenübergreifenden Kulturvermittlung für Kinder und Jugendliche jeder Schulform und jeder Herkunft zu entwickeln.

Die Stiftung der Ursulinen hat hierfür ein kleines Ladenlokal angemietet, das den Namen „Kulturzelle“ trägt. Dort werde eine von der Stadt Duderstadt finanzierte Kulturpädagogin als „Bindeglied“ zu den drei Kulturinstitionen tätig sein, erläuterte Theaterpädagogin Gabriele Michel-Frei vom Deutschen Theater Göttingen. Kindern und Jugendlichen solle eine Möglichkeit geboten werden, durch Musik, Tanz und Theater ihre Sorgen, Wünsche und Gefühle ausdrücken zu können.

Apfel- und Birnenmarkt 2017 in Duderstadt

Von Axel Artmann

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