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Duderstadt Duderstadts Hotspots in Sachen Lärm
Die Region Duderstadt Duderstadts Hotspots in Sachen Lärm
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20:12 05.12.2018
Der östliche Teil der Industriestraße ist durch Durchgangsverkehr belastet und soll nach Willen des Rates im Lärmaktionsplan aufgenommen werden. Quelle: Christina Hinzmann
Duderstadt,

Den formellen Beschluss, einen solchen Lärmaktionsplan (LAP) zu erstellen, hat jetzt der Rat der Stadt einstimmig gefasst. Basis dafür bilden Kartierungen der Hauptverkehrsstraßen, die für Lärmbelastung sorgen. Sie sind gemäß der Vorgaben des Bundes-Immissionsschutzgesetzes erstellt worden und beziehen entlang der Hauptverkehrsstraßen statistische Daten zum Straßenlärm ein. Auch zeigen die Belastung für die Betroffenen auf.

Die Kartierung für die Bundesstraßen 247 und 446 hat eine Betroffenheit der Stadt Duderstadt ergeben, so dass die Stadt dem niedersächsischen Umweltministerium einen LAP vorzulegen hat. Der städtische Fachbereichsleiter für Bauen und Umwelt, Johannes Böning, hatte bereits während der Fachausschusssitzung im November die umzusetzenden Vorgaben der EU zum Lärmschutz erläutert. Die Frist zur Vorlage eines LAP-Entwurfs war bis zum 15.November verlängert worden. Die Stadt hatte den Willen zur Aufstellung eines LAP gegenüber dem Land bekundet, um Aufsichtsmaßnahmen zu vermeiden. Allerdings seien die in Betracht kommende Planungsbüros mit Aufträgen zugedeckt, hieß es im Fachausschuss.

Alle fünf Jahre neue Erhebungen

Die Verkehrserhebungen für die Karten werden alle fünf Jahre vom Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim erstellt. Eigene Erhebungen seien nicht anwendbar, teilte Böning mit. Die Stadt habe in ihrem LAP textlich anzugeben, mit welchen Maßnahmen der Lärm reduziert werden soll. Eine Möglichkeit sei zum Beispiel der Bau einer Umgehungsstraße. Die Umgehung Westerodes bis zum Euzenbergkreisel war im Lärmaktionsplan von 2014 als eine der Maßnahmen aufgeführt. Als langfristige Strategie wurden damals drei Punkte genannt: die Entlastung der Ortsdurchfahrten durch Umgehungsstraßen, es sollten private Schallschutzmaßnahmen angeregt werden und „von flächenhaften Verkehrsberuhigungen in Teilen des Siedlungsgebietes“ war die Rede.

Neue Hotspot-Analyse

Die auf der Kartierung des Straßenlärms basierende Hotspot-Analyse zeigt Kommunen wie Duderstadt Konfliktpunkte auf, in denen die betroffene Wohnbevölkerung besonders stark von Verkehrslärm betroffen ist. Aufgeführt für den Bereich Duderstadt sind 9,7 Kilometer an Hauptverkehrsstraßen. Erfasst sind allerdings lediglich die beiden Bundesstraßen 446 und 247, die durch die Ortslagen von Duderstadt, Mingerode und Gerblingerode führen.

Rat will belastete Straßen mit aufnehmen

Nach Auffassung der SPD-Ratsfraktionsvorsitzenden Doris Glahn gehöre auf jeden Fall auch die Industriestraße und die Max-Näder-Straße beim Lärmaktionsplan berücksichtigt, denn diese seien hochbelastet. Das treffe auch für die Straße Wolfsgärten zu. „Was ist nötig, um diese Straßenzüge mit aufzunehmen?“, fragte Glahn, wurde aber vom Fachbereichsleiter darauf hingewiesen, dass der Lärmaktionsplan sich auf die strengen Vorgaben der EU-Richtlinie stütze. Dennoch pochten die Ratsmitglieder darauf, dass genannte Straßenzüge mit aufgenommen werden. Auch forderten sie aktuelleres Zahlenmaterial bezüglich der Verkehrsmengen.

Tägliche Verkehrsmengen

Die Daten für die zugrunde liegenden Verkehrsmengen stammen aus dem Jahr 2015, da aktuellere Verkehrszählungen noch nicht vorlägen, heißt es. Danach beträgt die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) an der B 247 zwischen Duderstadt und Gerblingerode/Landesgrenze 8200 Fahrzeuge, 500 davon gelten als Schwerlastverkehr mit mehr als 3,5 Tonnen. An der Northeimer Straße im Zuge der B 247 in Richtung Mingerode sind die Werte ähnlich: durchschnittlich 8200 Fahrzeuge am Tag, allerdings beträgt der Schwerlastverkehr hier 400 Fahrzeuge. Im Bereich der Göttinger Straße im Zuge der B446 sind 6400 Fahrzeuge (DTV) unterwegs, 300 davon gelten als Schwerlastverkehr.

1000 Menschen von Lärm belastet

Die Tabelle der Lärmkartierung führt an den genannten Hauptverkehrsstraßen insgesamt rund 1000 Menschen auf, die über einen Zeitraum von 24 Stunden von Lärm betroffen sind – jeweils 300 im Bereich zwischen 55 und 60, 60 und 65, 65 und 70 Dezibel sowie 100, die Lärmpegel von 70 bis 75 Dezibel ausgesetzt sind. Etwa 400 Wohnungen sind bis 55 Dezibel Geräuschpegel ausgesetzt, 200 weitere bis 65 Dezibel.

Weitere Informationen zum Thema

Das niedersächsische Umweltministerium stellt eine interaktive Karte zur Verfügung, bei der jeder kostenfrei die Hotspot-Analyse betrachten kann. Die Verkehrsmengenkarte und weitere Informationen zum Thema Lärmaktionsplan finden sich in den Sitzungsvorlagen, welche die Stadt Duderstadt zur Ratssitzung zur Verfügung gestellt hat.

Von Britta Eichner-Ramm

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