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Duderstadt Duderstädter Altbau wird entkernt
Die Region Duderstadt Duderstädter Altbau wird entkernt
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20:59 13.09.2018
Architekt Michael Schmutzer zeigt, dass an der Westfassade des Gebäudes große Schäden zutage getreten sind. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Duderstadt

Die frühere Stadtbibliothek in Duderstadt an der Marktstraße 88 soll nach längerem Leerstand künftig wieder genutzt werden. Dazu wird der Fachwerkbau von 1627 derzeit entkernt und saniert.

Bauarbeiten haben begonnen

Viele Jahre lang stand die Immobilie, die der Duderstädter Unterehmer Hans Georg Näder 2011 erworben hatte, leer. Jetzt soll sich das ändern. Die Bauarbeiten haben begonnen. Die Federführung hat dabei der Duderstädter Architekt Michael Schmutzer, der schon die benachbarten Altbauten, die heute das Tabalugahaus beherbergen, saniert und modernisiert hat. Nun kümmert er sich darum, dass auch aus der ehemaligen Stadtbibliothek ein Schmuckstück wird, das historischen Charme mit modernem Stil verbinden soll. Das Projekt erfolgt in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde, sagt Schmutzer.

Lounge- und Gastrobereich im Erdgeschoss

Karsten Ley, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Duderstadt 2020, erläutert die künftige Nutzung des Gebäudes, wie sie sich Näder vorstellt. Im Erdgeschoss soll es einen Lounge- und Gastrobereich geben, der in erster Linie junge Menschen als Zielgruppe hat. Es gebe in Duderstadt nicht viele Gastronomiebetriebe, die Jugendliche ansprechen, wo sie sich treffen könnten. Es würden Gespräche mit möglichen Betreibern geführt, entschieden sei aber noch nichts – zumal die Sanierungsarbeiten erst in anderthalb bis zwei Jahren abgeschlossen sein werden.

„Micro-Living“-Apartments im zweiten Stock

Junge Menschen und Singles sind auch die Zielgruppe, die mit den im zweiten Obergeschoss vorgesehenen vier Apartments angesprochen werden sollen. „Micro-Living“-Apartments nennt Ley das. Diese möblierten Klein-Wohnungen sollen etwa 40 bis 50 Quadratmeter Fläche haben. Genau dafür wird Bedarf gesehen – Wohnraum für Singles, für Auszubildende, für junge Leute, die sich in der Phase vor Heirat und Familiengründung befänden und in Duderstadt ein tolles Jobangebot hätten, erläutert Ley.

Das erste Obergeschoss soll für eine mögliche Kindertagespflege konzipiert werden. Allerdings sollen die Räumlichkeiten multifunktional gestaltet werden und eine andere Nutzung möglich wäre. „Alles ist im Fluss“, sagt Ley, und abhängig von der Entwicklung der Geburtenzahl und auch dem Bedarf an Betreuungsplätzen. Auch eine Nutzung als Wohnung oder Büro wäre denkbar, so Ley weiter.

Witterung hat Balken stark geschädigt

Die Gesamtnutzfläche pro Etage beträgt den Angaben Schmutzers zufolge 160 Quadratmeter. Die ehemalige Stadtbibliothek wurde inzwischen eingerüstet und „verpackt“, im Innern wird derweil der Bau entkernt, erläutert der Architekt. Die Fachwerkfassade soll komplett erneuert werden. Vor allem die Westfront sei aufgrund der Witterungseinflüsse stark beschädigt. „Die Westfassade ist zu 80 Prozent zerstört“, sagt Schmutzer. Hinter den vermeintlichen Holzbalken, die sich als Bretter herausstellten, seien große Löcher im Gebälk zum Vorschein gekommen. Feuchtigkeit sei über die Jahre in die Balken eingedrungen. Fachwerk und Gefache sollen erneuert werden und am Ende wie zu früheren Zeiten mit Schiefer behangen werden, so Schmutzer. Auch der Sandsteinsockel müsse rundherum saniert werden.

Im Innern des Gebäudes werden einige bauhistorisch bemerkenswerte Teile so weit wie möglich erhalten oder sollen ähnlich wie im Tabalugahaus sichtbar bleiben. Dazu zählen zum Beispiel auch spezielle alte Putztechniken, die an manchen Stellen noch sichtbar sind. Sämtliche Fenster werden während der Sanierungsarbeiten erneuert, ebenso die alten, rund 400 Jahre alten Außenwände aus Stroh und Lehm. Dafür soll wieder Lehmputz verwendet werden, kündigt Schmutzer an.

Von Britta Eichner-Ramm

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