Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Duderstädter Gespräche rund um die Digitalisierung
Die Region Duderstadt Duderstädter Gespräche rund um die Digitalisierung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:37 01.03.2019
Podiumsdiskussion der 30. Duderstädter Gespräche (v.l.): Falko Mohrs, Monsignore Ottmar Dillenburg, Moderatorin Ute Andres, Markus Sauerhammer und Fritz Güntzler. Quelle: Foto: Franke
Duderstadt

„Wir befinden uns in einem Zeitalter des permanenten Wandels“, sagte Markus Sauerhammer, Vorsitzender des Vereins Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland. „Veränderungen laufen viel schneller und radikaler ab als in der Industrialisierung“, befand auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs. Und eines sei sicher: „So wenig wie die Weber die Industrialisierung durch Verbrennen der Webstühle aufhalten konnten, so werden wir auch nicht die Digitalisierung aufhalten.“

Politik schafft Rahmen

Die Politik könne immer nur den Rahmen schaffen, ergänzte sein CDU-Kollege Fritz Güntzler, der aber auch selbstkritisch hinzufügte, dass die Politik in Deutschland es ein bisschen habe laufen lassen. Es müsse jetzt umgehend Entscheidungen geben. Mit der Daten-Ethik-Kommission solle es nationale Regelungen geben. Doch reicht das, denn im Netz laufe alles international. Die Frage, die sich für die Zukunft stelle, sei: „Wie verändert sich unser Zusammenleben?“, so Mohrs. Er verglich Anbieter wie Facebook mit einer Kneipe. Man gehe ja auch lieber in die, in der sich die Freunde treffen, als allein in einer anderen zu sitzen. Allerdings müsse es auch Wege geben, die Marktmacht der Großen zu durchbrechen. Ein Beispiel sei die europäische Datenschutzgrundverordnung. Da die Internetriesen keine zwei Versionen anbieten wollten, hätten sie sich für diese als Standard entschieden. „Das zeigt, dass wir auch auf europäischer Ebene Standards setzen können.“Sauerhammer kritisierte, dass beispielsweise Start-ups, wenn sie eine Plattform für Pflegekräfte aufbauen staatliche Unterstützung bekommen, wenn genau die gleiche Plattform von einer gemeinnützigen Organisation aufgebaut werde, es keine Unterstützung gebe. Es müsse mehr Gerechtigkeit in der Teilhabe geben.

Gleiche Möglichkeiten

Jeder müsse die gleichen Möglichkeiten haben, bestätigte auch Mohrs. Das sei zugegebenerweise noch lange nicht so. Er berichtete von den Unterschieden in seinem Wahlkreis. In der Stadt Wolfsburg gebe es keine Probleme, im Bereich Helmstedt hingegen gebe es Dörfer, da könne man nicht einmal bei einer Bewerbung ein Passfoto hochladen.

Lehrkräfte qualifizieren

Der technische Zugang für alle mit hohen Standards sollte schnell umgesetzt werden, forderte auch Monsignore Ottmar Dillenburg, Generalpräses Kolping International. Wichtig sei, die Technik allen Menschen zur Verfügung zu stellen. Dafür müssten Gelder freigeschaltet werden. Geldmangel gebe es nicht, sagte Güntzler. Menschen zu befähigen, dass sie mit der gesamten Datenmenge umzugehen wissen, sei eine der größten Herausforderungen. Doch wer solle es zum Beispiel den Schülern beibringen, fragte Dillenburg. Dazu müsste es nach Auffassung von Mohrs eine Qualifizierung von Lehrkräften geben, ebenso wie die Lehrmittel angepasst werden müssten.

Persönlich betroffen

„Ich bin mit dem Verlauf der Gespräche sehr zufrieden“, sagte Diözesansekretär Mirko Weiß, der erstmals für die Konzeption und Ausrichtung zuständig war. „Wir haben in diesem Jahr Duderstädter Gespräche in einer anderen Art und Weise erlebt“, sagte Andreas Bulitta, Diözesanvorsitzender des Kolpingwerks Hildesheim. Seien die Gespräche immer schon sozialkritisch gewesen, so seien in diesem Jahr Themen behandelt worden, „die uns auch persönlich betroffen haben“. Mit Blick auf die rasanten Veränderungen fragte er: „Haben wir eigentlich die Zeit, auf Regelungen von oben zu warten?“

Von Rüdiger Franke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Duderstadt Selbsthilfegruppen für junge Menschen - Bundestreffen in Duderstadt

Zum Erfahrungsaustausch treffen sich am Wochenende 70 junge Menschen aus ganz Deutschland im Jugendgästehaus in Duderstadt. Sie engagieren sich in Selbsthilfegruppen für Gleichaltrige.

01.03.2019

Die Straßenbahn mit der Nummer 632 der Erfurter Verkehrsbetriebe ist ab sofort mobiler Werbeträger für das Eichsfeld. Bis Ende 2019 sollen die Werbemotive vom Bärenpark Worbis und der St. Martinskirche Heiligenstadt durch Erfurt fahren.

01.03.2019

Die Brücke über den Soolbach im Verlauf der Straße Am Mönchberg ist baufällig. Jetzt hofft Fuhrbach, dass im Investitionsplan Geld für einen Neubau bereitgestellt wird.

04.03.2019