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Duderstadt Duderstädter Künstlergruppe Kontura eröffnet Ausstellungen
Die Region Duderstadt Duderstädter Künstlergruppe Kontura eröffnet Ausstellungen
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22:47 29.04.2013
Trommeln mit Dietmar Hagemeyer: Kinder und Jugendliche begleiten die Eröffnung der „Hommage an indigene Völker“ im Museum. Quelle: Walliser
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Duderstadt

Das Kunstwerk zeigt eine gedrechselte Holzleiste, aus der  scheibenweise kleine Figuren abgeschnitten sind – alle gleich und eben alle aus demselben Holz „geschnitzt“. Doch wo sind alle Menschen gleich und wo gibt es Unterschiede? Was bedeutet überhaupt Identität? Diesen Fragen ging der Duderstädter Kunstverein Kontura am vergangenen Wochenende nicht nur in den drei Ausstellungen an drei Orten nach, sondern auch in Gesprächen und Vorträgen.

Die feierliche Eröffnung fand am Freitag im Duderstädter Rathaus mit rund 150 Gästen statt, wo Bilder, Skulpturen und Installationen der dem Verein angehörenden Künstler gezeigt werden. Am Sonnabend stellte sich der zweite Ausstellungsort, das Duderstädter Heimatmuseum, vor.

Begrüßt wurden die Gäste, Honoratioren, Schulleiter, Lehrer und Kinder der Region mit Trommelwirbel. Dietmar Hagemeyer von der Musikschule des Landkreises Göttingen leitete den Trommelworkshop für Kinder und Jugendliche. Unter dem Motto „Hommage an indigene Völker“ hatten außerdem Schüler  Kunstwerke zu diesem Thema gestaltet.

Mandalas aus selbstgefertigten Naturfarben, bunte Stelen und Masken sind im Heimatmuseum zu sehen, und in der Papierfaltkunst Origami hatten die jungen Künstler die ganze Welt der Inuit gefaltet: Eisberge mit Rentieren und Robben, darüber Vogelschwärme und im tiefblauen Meeresgrund Fische und Wale.

Die Schülerinnen Julia und Marcy erklärten den etwa hundert dicht gedrängten Gästen im Museum, welche Völker zu den indigenen zählen, nämlich die Indianer, Inuit, Aborigines, Sami und Maori. Völker, bei denen die Bezeichnung Randgruppe – oft bilden sie den Hauptbevölkerungsanteil eines Landes – ebenso wenig passt wie Naturvolk, weil sie sich eben nicht nur der Natur, sondern auch dem Staat zugehörig fühlen, in dem sie leben.

Erkenntnis der eigenen Identität

„Diesen Völkern ist eines gemeinsam: der Identitätsverlust, der Verlust von Land, Kultur und Sprache“, sagte Christiane Mosler als Kontura-Vorsitzende.

Identität sei eng verknüpft mit Heimat, und mit diesem Ansatzpunkt sei auch die Idee zu dem Projekt entstanden. „Zum Tag der Niedersachsen hatten Schüler der Region Stelen zum Thema Heimat bemalt. Die jetzigen Ausstellungen sind die Fortsetzung dazu.

In Workshops an den Schulen, die von Kontura-Mitgliedern geleitet wurden, haben die Kinder die Heimat anderer Völker erschlossen, mit deren Materialien gearbeitet und ein Verständnis für deren Ethik, aber auch deren Leid und Heimatverlust entwickelt“, erklärte die Vorsitzende. Bei den Eichsfelder Schülern sei so auch die Erkenntnis der eigenen Identität gewachsen, so Mosler.

Dass Identität auch bedeutet, die eigene Persönlichkeit zu entfalten, wird ebenfalls im Rathaus deutlich. Zwar ist die Menschheit aus „einem Holz geschnitzt“, aber jeder einzelne unterscheidet sich von allen anderen – durch Gedanken, Sprache, Kultur, Umfeld und Kleidung. Das wird unterstrichen durch Installationen wie der Hutreihe, die sich über die Decke des Bürgersaals spannt,  oder durch den üppig bestückten Kleiderständer.

Der Kreis könnte sich schließen bei der bearbeiteten Fotografie „Starke Wurzeln“ von Bernhard Graimann, denn eben diese werden gebraucht, um die eigene Identität wahrnehmen zu können und Vielfalt zu erhalten.

Am dritten Ausstellungsort, dem Garten der Sparkasse Duderstadt in der Sackstraße, sind nochmals die Stelen zu sehen, mit denen am Tag der Niedersachsen alles begann.

Von Claudia Nachtwey

Die Ausstellung „Identität“ im Rathaus ist noch bis zum 16. Mai zu sehen, die „Hommage an indigene Völker“ im Heimatmuseum bis zum 2. Juni, und die Stelen bleiben bis zum 5. Mai im Sparkassen-Garten.

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