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Duderstadt Vinzentinerin feiert ihr Diamantes Ordensjubiläum
Die Region Duderstadt Vinzentinerin feiert ihr Diamantes Ordensjubiläum
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00:18 15.09.2017
Quelle: GT
Duderstadt

Diamantes Ordensjubiläum feiert die Duderstädter Vinzentinerin und langjährige Leiterin einer Krankenpflegeschule, Schwester M. Theophila Rudolph (82), am Sonnabend, 16. September. Die Messe beginnt um 10 Uhr in der Kapelle des Duderstädter Krankenhauses St. Martini, Göttinger Straße.

Mit einem Marmeladenbrot in der Hand stand Rudoph als Mädchen einst in ihrem Heimatort Gerblingerode am Straßenrand. Es herrschte der Zweite Weltkrieg. „Deutsche Soldaten zogen mit einer großen Zahl Kriegsgefangenen durchs Dorf“, erinnert sich die Vinzentinerin. Einer der zerlumpten Männer riss ihr das Brot aus der Hand und schlang es gierig herunter. „Die haben ja fürchterlichen Hunger“, erkannte das Mädchen.

Kriegsgefangene

Ein Jesus-Wort, dass sie in der Kirche gehört hatte, fiel ihr ein: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Von nun an stand das Mädchen immer mit Brot oder Gemüse am Straßenrand, wenn Gefangene durch den Ort geführt wurden. Wenn die deutschen Soldaten nicht hinschauten, hielt sie die Gaben den Hungernden hin.

„Damals fühlte ich das erste Mal die Berufung“

„Damals fühlte ich das erste Mal die Berufung, als Ordensschwester Jesus nachzufolgen und Bedürftigen zu helfen“, sagt die Schwester. Später sei ihr diese Idee dann aber absurd erschienen. Mit 17, 18 Jahren hätte Freunde gehabt und sei gerne tanzen gegangen. Dann sei aber ihre Liebe zu Jesus wieder erwacht. So habe sie sich im Februar 1955 zum Eintritt in die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Pauzl in Hildesheim entschieden.

1957 erste Gelübde

Rudolph legte im September 1957 die ersten Gelübde ab. „Um Krankenschwester zu werden, sind damals viele in einen Orden eingetreten“, erinnert sie sich. Der Verzicht auf eigenen Besitz sei ihr nicht schwer gefallen. „Ich bin im Krieg in einer kinderreichen Familie groß geworden. Wir besaßen ohnehin wenig“, sagt sie. Bei den Vinzentinerinnen in Hildesheim absolvierte die Eichsfelderin zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester, einige Jahre später in Köln eine Ausbildung zur Unterrichtsschwester. Von 1967 bis 1994 leitete sie die Krankenpflegesuchle am St.-Bernward-Krankenhaus in Hildesheim. „Bis heute gibt es Kurstreffen mit Ehemaligen“, freut sie sich.

Fortbildung zur Krankenhausseelsorgerin

Als 60-Jährige bat sie um Ablösung und bildete sich zur zur Krankenhausseelsorgerin fort. Diesen Beruf übte sie von 1995 an in Neu-Mariahilf in Göttingen aus. Die Begleitung Schwerkranker und Sterbender sowie deren Angehörigen war ihr dabei ein besonderes Anliegen. Von 1997 bis 2004 war sie als Krankenhaus-Oberin Teil der dortigen Krankenhaus-Leitung.

Oberin des Schwesternkonvents

Als sie die Aufgabe abgab, war sie bis 2012 Oberin des Schwesternkonvents. Doch die Zahl der Göttinger Vinzentinerinnen sank in diesen Jahren von zwölf auf drei. Der Orden entschloss sich, Neu-Mariahilf an das evangelische Krankenhaus in Weende abzugeben.

Beichte

So wechselte die Nonne 2012 zum Konvent St. Martini in Duderstadt. Dort ist sie seither wieder als Krankenhausseelsorgerin tätig. Sie unterstützt Kranke beim Empfang der Sakramente: Beichte, Krankenkommunion und Krankensalbung.

Von Michael Caspar

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