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Duderstadt „Ein Schmuckstück für den Ort erschaffen“
Die Region Duderstadt „Ein Schmuckstück für den Ort erschaffen“
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20:26 26.03.2019
Die Kapelle an der Westeröder Straße hat neue Eigentümer. Quelle: Niklas Richter
Westerode

Keine Gastronomie, keine Diskothek, keine Spielhalle und keine Vergnügungsstätte mit sexuellem Charakter. Die Vorstellungen der evangelischen Landeskirche und des örtlichen Kirchengemeinderates der St.-Servatius-Kirchengemeinde, was sie als künftige Nutzung ihres ehemaligen Gotteshauses ausschließen, waren konkret und standen auch nicht zur Diskussion.

Das Konzept, das Gudrun Bernhard-Schmutzer und Michael Schmutzer jetzt als neue Eigentümer umsetzen wollen, habe die Landeskirche überzeugt. Zwei weitere Interessenten habe es für die kleine spätgotische Kapelle gegeben, berichtet Pastorin Christina Abel. Diese wollten in der Kapelle Wohnraum schaffen.

Ehemalige Kapelle in Westerode ist verkauft und soll saniert werden

Das Konzept der in Duderstadt und der Region bekannten Eheleute Schmutzer, sieht vor, in der früheren evangelischen Kirche „einen überkonfessionellen Raum der Stille“ zu schaffen, sagt Bernhard-Schmutzer. Nach dem Vorbild mancher ähnlicher kleiner Kapellen in Süddeutschland oder im Elsass stellt sie sich vor, dass auch in Westerode die Eichentür der denkmalgeschützten Kapelle tagsüber möglichst offen steht. Hier sollen die Menschen die Besonderheit des Ortes und die faszinierende Stimmung im Innern der Kapelle erleben können, beschreibt Bernhard-Schmutzer die Idee und hofft, dass es keinen Vandalismus geben wird.

„Spirituellen Platz erhalten“

„Uns war es wichtig, dass dieser spirituelle Platz erhalten bleibt“, sagt die neue Eigentümerin. Es solle ein Ort der Begegnung ohne kommerziellen Hintergrund“ werden. Die 2017 mit einem letzten Gottesdienst entwidmete Kapelle an der Westeröder Straße soll dem Konzept des Ehepaars Schmutzer auch Raum für Kultur, Musik und Lesung, Entspannung und Kontemplation bieten. Auch standesamtliche Trauungen seien denkbar. Als Ziel haben beide in ihrer Bewerbung als Kaufinteressenten formuliert: „Ein Schmuckstück für den Ort Westerode zu erschaffen.“

Die Kapelle ist Anfang 2018 in das Eigentum des Duderstädter Paares übergegangen. Die Sturmschäden, die Friederike am Dach anrichtete, hatte noch die Kirchengemeinde behoben, berichtet Pastorin Abel. Das Gebäude habe keine größeren Schäden, gibt Bernhard-Schmutzer das Urteil ihres Mannes wieder. Der sei Architekt und habe darüber hinaus schon viel für Kirchen gearbeitet und kenne sich mit behutsamer Sanierung von Denkmalen aus. Die Kapelle in Westerode steht unter Denkmalschutz und soll nun saniert werden. Im Dezember vergangenen Jahres sei der Bescheid über eine Förderung aus der Dorfentwicklung eingegangen.

Sanierung bis Ende 2019

Bis Ende des Jahres müssen daher die Arbeiten abgeschlossen sein. Dazu zählen unter anderem die Sanierung des Putzes, das Aufarbeiten der Kirchenbänke und des Zauns um das kleine Grundstück. Auch der Turm müsse vermutlich neu eingedeckt werden, sagt Bernhard-Schmutzer und schwärmt schon jetzt vom Ergebnis –einem Ort der Begegnung. Sie lädt die Westeröder ein, sich mit Ideen einzubringen oder das Gebäude mit Leben zu erfüllen.

Pastorin Abel erinnert an die lange Zeit, als nicht klar war, was mit der leerstehenden und ungenutzten Kapelle passieren soll. Seit 1993 wurden in der Westeröder Kapelle keine Gottesdienste mehr gefeiert, die Landeskirche strich die Zuwendungen an die Kirchengemeinde. 2013 wurde ein Runder Tisch ins Leben gerufen, und lange habe man hin- und her gerungen und die Möglichkeiten reflektiert. Mit dem Konzept der neuen Eigentümer bleibe der frühere Kirchenraum erlebbar, freut sich Abel. Und auch Ortsbürgermeister Bernward Vollmer äußert sich froh darüber, dass das ortsbildprägende Gebäude erhalten bleibe.

Von Britta Eichner-Ramm

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