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Duderstadt Eichsfelderinnen wählen Nachbarkliniken
Die Region Duderstadt Eichsfelderinnen wählen Nachbarkliniken
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17:00 10.12.2018
Schwangere aus dem Untereichsfeld – hier ein Symbolfoto –fahren seit Schließung der Geburtsstation in Duderstadt zur Entbindung nach Heiligenstadt, Herzberg oder auch Göttingen. Quelle: dpa
Duderstadt

Im Juni 2017 kam das letzte Baby im Duderstädter St.-Martini-Krankenhaus zur Welt. Mit Schließung der Geburtsstation in Duderstadt mussten sich werdende Eltern Alternativen für die Entbindung suchen. Und das taten sie. Die Eltern des Neujahrsbabys 2018 in der Helios-Klinik Herzberg/Osterode, Emma Luise, kommen zum Beispiel aus Duderstadt.

Am Eichsfeld-Klinikum in Heiligenstadt ist vor wenigen Tagen das 700. Baby zur Welt gekommen – ein Mädchen namens Bela. „Wenn der Trend weiter so anhält, dann rechnen wir in diesem Jahr noch mit einem weiteren Geburten-Jubiläum, sagt Chefärztin Annegret Kiefer: „Wir werden uns erstmalig auf die 800er-Grenze zubewegen“ prognostiziert sie. Einen Anteil an der Entwicklung der Geburtenzahl in der Heiligenstädter Klinik haben auch Schwangere aus dem Untereichsfeld.

Acht Prozent aus Niedersachsen entbinden in Heiligenstadt

Die neuen Erdenbürger mit dem Geburtsort Heiligenstadt kämen mit ihren Eltern maßgeblich aus dem Landkreis Eichsfeld, teilt das Eichsfeld-Klinikum mit. 83 Prozent von ihnen „sind hier in der Region zu Hause“, also im Obereichsfeld. Darüber hinaus werde das Eichsfeld Klinikum mit seiner Geburtsstation von den angrenzenden Landkreisen, auch länderübergreifend nachgefragt: sieben Prozent der Eltern kämen aus Hessen, acht Prozent aus Niedersachsen und zwei Prozent aus weiteren Regionen. „Im Vergleich zum Vorjahr ist aus dem Landkreis Göttingen eine Verdreifachung der Fälle in der Geburtshilfe zu verzeichnen“, so Unternehmenssprecherin Jana Vogt.

Die Geburtenzahlen stiegen seit Jahren in der Helios-Klinik Herzberg/Osterode an, berichtet Klinikgeschäftsführer Johannes Richter. In der „babyfreundlichen Geburtsklinik“ kamen 2016 558 Kinder zur Welt, 2017 waren es 613. Und in diesem Jahr erblickten den Angaben Richters zufolge bis zum 15. November bereits 541 Kinder das Licht der Welt. „Ein Großteil der (werdenden) Eltern, die uns ihr Vertrauen schenken, stammt aus Herzberg, Osterode, Bad Lauterberg, Clausthal-Zellerfeld, Bad Sachsa, Walkenried, Bad Grund und weiteren Orten der Umgebung. Doch auch über die Grenzen des ehemaligen Landkreises Osterode hinaus schenken uns werdende Mütter und ihre Familien seit Jahren ihr Vertrauen“, so Richter.

Anteil an Eichsfelder Eltern „mehr als verdoppelt“

„Der Anteil der Eltern aus dem Raum Duderstadt und Gieboldehausen hat sich dabei seit Schließung der Geburtshilfe im Duderstädter Krankenhaus mehr als verdoppelt“, fasst der Klinikgeschäftsführer von Helios in Herzberg/Osterode zusammen. „Insgesamt kamen bis zum 15. November 2018 19 Elternpaare aus der Stadt Duderstadt mit umliegenden Ortschaften, 26 Elternpaare aus der Samtgemeinde Gieboldehausen und ein Elternpaar aus der Samtgemeinde Radolfshausen.“ Sicherlich lasse sich ein Teil der steigenden Geburtenzahlen auf die Schließungen der Kreißsäale in umliegenden Krankenhäusern wie Duderstadt zurückführen, so Richter. „Allerdings verzeichnet unsere Klinik bereits seit Jahren – und damit schon vor der Schließung in Duderstadt – konstant steigende Zahlen.“

Auch das Krankenhaus Neu-Mariahilf in Göttingen verzeichnet seit Schließung der Geburtshilfe Duderstadt „eine deutliche Steigerung an Geburten aus dem Eichsfelder Raum“, teilt Georg Fleckenstein, Chefarzt der Geburtshilfe und Gynäkologie im Krankenhaus Neu-Mariahilf, mit. Vom 1. Januar 2018 bis 15. November wurden in Neu-Mariahilf 630 Kinder geboren, davon 67 aus den Bereichen Duderstadt, Gieboldehausen und Radolfshausen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2016 kamen die Eltern von drei Neugeborenen aus Duderstadt, sieben aus der Samtgemeinde Gieboldehausen und 15 aus der Samtgemeinde Radolfshausen.

Betreuungsverhältnis und Empfehlung als Kriterium

Offenbar wählen Eichsfelder Eltern eher die kleineren Häuser für die Entbindung. Das lässt zumindest die Auskunft der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) vermuten. „Nach der Schließung der Geburtshilfe in Duderstadt können wir keine signifikante Veränderung in der Entwicklung der Geburtenzahlen an der UMG-Frauenklinik aus Duderstadt und der Region Eichsfeld feststellen“, so UMG-Sprecher Stefan Weller.

Bei der Wahl der Entbindungsklinik der Schwangeren könnte nach Auffassung von Fleckenstein „das weit über dem Durchschnitt liegende Betreuungsverhältnis von Hebamme zu Patientin“ am Krankenhaus Neu-Mariahilf Einfluss haben. Abgesehen von Informationsangeboten wie Websiten oder Flyern spiele „sicherlich auch die Empfehlung der (werdenden) Mütter untereinander – „von Mund zu Mund“ – eine Rolle“, glaubt Richter. Die meisten Babys der Duderstädter Ortsteile vermeldet das Standesamt aus den Ortschaften Westerode, Hilkerode und Desingerode.

Von Britta Eichner-Ramm

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