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Duderstadt Erinnerung am 50. Jahrestag: Am 22. Februar 1963 Flucht aus Böseckendorf
Die Region Duderstadt Erinnerung am 50. Jahrestag: Am 22. Februar 1963 Flucht aus Böseckendorf
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00:18 24.02.2013
Flucht und Vertreibung in der Region: Im Grenzlandmuseum Eichsfeld wird in Raum 10 an die Massenflucht von Böseckendorf erinnert. Quelle: Thiele
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Eichsfeld/Friedland

In der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1963 entkamen dreizehn Böseckendorfer, darunter vier Kinder, in einer bitterkalten Nacht aus der damaligen DDR. Zuvor war bereits, in der Nacht zum 2. Oktober 1961, 53 Menschen die Flucht gelungen. „Ein halbes Dorf aus der Zone geflüchtet“, titelte damals die Göttinger Zeitung. Eineinhalb Jahre später sorgte die zweite Massenflucht erneut für großes Aufsehen.

Alter Artikel

Das Göttinger Tageblatt schreibt am 26. Februar 1963: „Gestern Vormittag trafen sie im Grenzdurchgangslager Friedland ein, die dreizehn Böseckendorfer, die am Wochenende durch ihre dramatische Flucht über den verminten Todesstreifen die Blicke der gesamten Öffentlichkeit in der Bundesrepublik und im Ausland auf sich lenkten.“ Und weiter heißt es in dem Artikel: „Aber nicht nur bei den Verwandten in Immingerode und Duderstadt werden sie auf Hilfe rechnen können. ,Neu-Böseckendorf‘ wird bei Angerstein entstehen, wo sie auch eine neue Heimat finden werden.“ Tatsächlich fanden die Flüchtlinge 30 Kilometer vom Heimatort entfernt dort 1965 ein neues zu Hause.

Wolfgang Nolte

Geplante Kooperation

Der Jahrestag sei ein Anlass, die Ereignisse in unmittelbarer Nachbarschaft in Erinnerung zu halten, schreibt Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) nun an den heutigen Leiter des Grenzdurchgangslagers Friedland, Heinrich Hörnschemeyer. Nolte bittet Hörnschemeyer, der Flucht aus Böseckendorf im entstehenden Museum in Friedland „eine herausragende Bedeutung zu geben“. Hintergrund seines Schreibens sei die geplante Kooperation der Mahn- und Erinnerungsstätten in der Region, darunter das Lager Friedland und das Grenzlandmuseum Eichsfeld, erläutert Nolte gegenüber dem Tageblatt. Die Böseckendorfer Ereignisse seien eine Klammer für die Gedenkstätten. Zudem sei ihm bei der Mahn- und Erinnerungsarbeit wichtig, „dass wir nicht nur über die große weite Welt reden, sondern auch Flucht und Vertreibung in der Region ins Bewusstsein bringen“, so Nolte.

Im Grenzlandmuseum Eichsfeld ist dies bereits umgesetzt. Die Teistunger Einrichtung widmet der Massenflucht von Böseckendorf einen eigenen Raum der Dauerausstellung.
 

grenzlandmuseum.de

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