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Duderstadt Vom Start-up zum Weltmarktführer: 100 Jahre Ottobock
Die Region Duderstadt Vom Start-up zum Weltmarktführer: 100 Jahre Ottobock
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00:21 21.02.2019
Besucher in der Ausstellung „100 Jahre Ottobock“. Quelle: Foto: Heller
Duderstadt

Den Weg von der Firmengründung durch Otto Bock bis hin zum Weltmarktführer – „100 Jahre Ottobock“ steht im Fokus einer Ausstellung in der Kunsthalle HGN in Duderstadt. Am Montag ist die Schau eröffnet worden.

Eröffung der Ausstellung „Vom Start-up zum Weltmarktführer. 100 Jahre Ottobock“

Viele der Ehrengäste, die bereits am Vormittag dem Festakt zum Firmenjubiläum im Rathaus beigewohnt hatten, waren am Nachmittag auch in die Kunsthalle HGN gekommen. Dort wurde die Ausstellung „Vom Start-up zum Weltmarktführer. 100 Jahre Ottobock“ durch den Unternehmenschef Hans Georg Näder eröffnet. Er gab einen Abriss über die Etappen, die das Unternehmen von damals bis heute genommen hat und ordnete die Firmen- und Familiengeschichte in den zeitlichen Kontext der vergangenen 100 Jahre ein. Die Gründung des Betriebes durch seinen Großvater Otto Bock in einer Zeit, als viele Kriegsopfer als „Krüppel“ zurückkamen, über das schnelle Wachstum bis hin zum „Reset“ nach der Enteignung, wie Näder es mit Blick auf seinen Vater Max Näder formulierte. Schließlich widmet sich die Ausstellung auch der Entwicklung unter der Regie von Hans Georg Näder.

Digitale Transformation

Und „es geht ja weiter“, ergänzte der Firmeninhaber. Die digitale Transformation werde „uns befeuern“, sagte Näder. „Wir sind mitten in einem Wirbelsturm der Technologie, und wir genießen das.“

Näder hieß einige besondere Gäste während der Ausstellungseröffnung willkommen. Unter ihnen der ehemalige Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees, Sir Philip Craven, der seine langjährige Verbundenheit zu Hans Georg Näder hervorhob. Craven wie auch Näder ließen einige gemeinsame Erlebnisse während der vergangenen Paralympischen Spiele Revue passieren.

„Motor der Innovation“

Weitere Anekdoten hörten die Ausstellungsbesucher auch von Jack Hendricks, dessen Vater damals mit Max Näder per Handschlag die Zusammenarbeit auf dem US-amerikanischen Markt besiegelte, und Scott J. Schneider, einem der Geschäftspartner von Ottobock in den USA. Beide lobten das gute Verhältnis zu Hans Georg Näder. Vieles habe sich im Bereich der Orthopädietechnik entwickelt, sodass heute von Normalität statt Inklusion gesprochen werde, so Näder. Klaus-Jürgen Lotz, Präsident der Innung der Orthopädietechniker, bezeichnete Näder als „Motor der Innovation“.

Biografien und Firmengeschichte

Die Ausstellung „100 Jahre Ottobock“ wurde von der Leiterin des Familien- und Firmenarchivs, Maria Hauf, zusammen mit Thorsten Platz konzipiert und zusammengestellt. Sie stelle die Biografien der drei Generationen Otto Bock, Dr. Max Näder und Professor Hans Georg Näder und damit die Firmengeschichte dar. Stetige Innovationen prägten die Firmengeschichte, was sich in der Ausstellung ebenso wiederfindet wie die Antworten der Unternehmer-Familie auf die Herausforderungen der jeweiligen Zeit – speziell auch der Technologiegeschichte. Ergänzend greift die Ausstellung im Nebengebäude der Kunsthalle das Thema Flucht und Migration auf. Gemeint sei dabei nicht nur der Neuanfang der Unternehmerfamilie in Duderstadt nach der Enteignung in Königsee, sondern beispielsweise auch Wanderungsbewegungen mit Blick auf Karriere und Ausbildung bei Ottobock, so Hauf.

Die Ausstellung ist sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt in die Schau in der Kunsthalle HGN am Karl-Wüstefeld-Weg in Duderstadt ist frei.

Von Britta Eichner-Ramm

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