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Duderstadt Erzählcafé in Bilshausen: „Frauen- und Männerarbeit im Wandel der Zeiten“
Die Region Duderstadt Erzählcafé in Bilshausen: „Frauen- und Männerarbeit im Wandel der Zeiten“
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00:18 16.03.2013
Harte Arbeit in historischen Kostümen: Mechthild Rudolph und Alexandra Otto aus Krebeck demonstrieren die Getreideernte per Hand. Quelle: Tietzek
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Bilshausen

Verschiedene zu Beginn vorgebrachte Fakten gaben Anregung zum lebhaften Gespräch: Frauen und Männer leisteten früher häufiger als heute schwere körperliche Arbeit, typische Frauen- und Männerberufe haben sich entwickelt, erst seit 1978 dürfen Frauen ohne Zustimmung ihres Ehemannes arbeiten. Aber auch Fragen sollten zur Diskussion anregen: Wie verteilt sich heute die Arbeit im Beruf und Zuhause auf Frauen und Männer? Was ist in heutiger Zeit besser, was ist schlechter?

Aufgrund dieser gedanklichen Anstöße berichteten die Anwesenden von eigenen Erlebnissen. Persönliche Erfahrungen und Einschätzungen waren gefragt, um die Arbeitswelten vergangener Zeiten aufleben zu lassen. Viele Erinnerungen an Feldarbeit, Kühe melken, kochen, waschen und die Versorgung der Kinder waren Teil der Erzählungen der Frauen.

Arbeit in der Fremde

Die Erinnerungen der Männer bezogen sich dagegen eher auf harte Arbeit in der Fremde, Geld verdienen, bei einigen sogar auf die Kriegsgefangenschaft. Viele der Café-Besucher mussten schon als Kinder in der Landwirtschaft regelmäßig zuverdienen. „Manchmal bekam ich Essen mit nach Haus. Ich habe mir dann aber die Bauern gesucht, wo ich etwas Geld bekam. Fünf Mark in der Woche für das Schleppen der schweren Milchkannen“, wusste ein Bilshäuser zu berichten.

In der örtlichen Ziegelei Jacobi arbeiteten laut Moderatorin Sigrid Jacobi bis in die 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts hinein bis zu 60 Frauen in der Produktion. Schwere Ziegel mussten damals von der Presse auf den Ofenwagen gehoben werden. „Wir hatten keine Probleme mit den Frauen“, erinnerte sich Horst Schrelle, „die haben schwer schuften müssen“.

80 Teilnehmer im Haus St. Martinus

Nach der Automatisierung arbeiten heutzutage 20 Prozent aller berufstätigen Frauen im Büro, sagt die Bundesstatistik. Altenpflegerinnen und Friseurinnen haben bislang deutlich weniger männliche Kollegen, auch an Grundschulen lehren überwiegend Frauen. Es müssten deutlich mehr Männer für solche Berufe gewonnen werden, waren sich die über 80 Teilnehmer im Haus St. Martinus einig. Ebenfalls Einigkeit herrschte in dem Punkt, dass Frauen genauso gut wie Männer ausgebildet werden sollen und wollen, um zum Familieneinkommen beitragen zu können. Die Arbeitsverteilung Zuhause sei heute in vielen Familien ausgeglichen, so ein Fazit. Da koche und putze auch mal der Mann.

Pilotinnen und Kapitäninnen

Auch die ältere Generation sieht den Wandel freundlich. Es gebe kaum noch Berufe, in denen Frauen sich nicht Zugang verschafft hätten, auch bei der Bundeswehr seien immer mehr angestellt: „Sie sind Pilotinnen und fahren als Kapitäninnen zur See. Nur als katholische Pfarrerinnen sind sie noch nicht zugelassen,“ so das Resümee.

Von Helena Gries

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