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Duderstadt Feuerwehr-Entscheidungen wohl Anfang 2019
Die Region Duderstadt Feuerwehr-Entscheidungen wohl Anfang 2019
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10:00 01.12.2018
Für die Feuerwehren in Duderstadt und den Ortsteilen sollen Anfang 2019 wichtige Entscheidungen in den politischen Gremien fallen. Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Nach einer emotionalen Debatte im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt- und Feuerschutz des Rates der Stadt Duderstadt stehen Entscheidungen für die Feuerwehrhäuser in Duderstadt, Westerode und Hilkerode nun offenbar kurz bevor: Nach Auskunft von Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) soll es hierzu noch in der ersten Dezemberhälfte finale Gespräche geben; die politischen Gremien könnten demnach Anfang 2019 beschließen, was in Duderstadt und den Ortsteilen geschehen soll. An den abschließenden Gesprächen soll nach Tageblatt-Informationen auch Branddirektor Claus Lange von der Berufsfeuerwehr Hannover teilnehmen. Er hatte bereits den Feuerwehrbedarfsplan für Duderstadt erarbeitet.

Auslöser der erneuten Diskussion waren Ausführungen von Johannes Böning, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt bei der Stadt Duderstadt, während der Ausschusssitzung. Er berichtete dort von einem Kurzbericht des beauftragten Architekten zum Feuerwehrgerätehaus Duderstadt, der am selben Tag eingegangen und noch zu prüfen sei. Details hierzu wollte er nicht öffentlich nennen. Auskunft gab er allerdings über Kostenschätzungen für die Bauvorhaben der Feuerwehrgerätehäuser Hilkerode (720 000 Euro – und somit 220 000 Euro über der bisherigen Schätzung) und Westerode (670 000 Euro). Die Bauanträge sollen bis Februar 2019 erarbeitet werden; danach könne – bei gesicherter Finanzierung – eine Ausschreibung erfolgen. „Wir müssen im Haushalt Klarheit schaffen, sonst können wir nicht ausschreiben“, betonte Böning hierzu.

„Einsatzwert deutlich herabgesetzt“

Der stellvertretende Stadtbrandmeister Stephan Napp berichtete, dass das Westeröder Feuerwehrfahrzeug derzeit in einem Zelt untergebracht sei, weil es nicht in das vorhandene Gebäude passe. „Das Wasser aus dem Wassertank musste inzwischen wegen Frostgefahr abgelassen werden“, erläuterte er. Der Einsatzwert werde dadurch deutlich herabgesetzt. Ähnliches sei auch für die insgesamt vier Fahrzeuge zu befürchten, die im kommenden Jahr für die Feuerwehren angeschafft werden sollen. „Alle haben deutlich mehr Volumen und Länge als die jetzigen Fahrzeuge. Es gibt auf dem Markt nichts Kompakteres mehr, sodass die neuen Fahrzeuge nicht mehr in die bestehenden Häuser passen werden“, gab Napp zu bedenken. Künftig müssten dann also bis zu fünf Fahrzeuge im Freien stehen. „Das tut mir auch als steuerzahlender Bürger sehr weh“, so Napp. Lothar Koch (CDU) wies darauf hin, dass die 1,4 Millionen Euro für die Gerätehäuser in Hilkerode und Westerode „schon eine Nummer“ seien. „Wir werden nicht drei Millionen auf einmal für Um- und Neubauten einstellen können“, so Koch. Dennoch bleibe der Brandschutz eine vordringliche Aufgabe.

„Ein Armutszeugnis für Duderstadt

Thorsten Krone (CDU), Ausschussmitglied und gleichzeitig Ortsbrandmeister in Duderstadt, brachte seine Enttäuschung zum Ausdruck: „Ich hätte mir von den Ausführungen von Herrn Böning mehr versprochen als nur ein ,Heute Morgen ist ein Schreiben eingegangen, über das ich jetzt nichts sagen kann.’ Im Bauausschuss hatten wir beschlossen, dass es unverzüglich losgehen soll“, machte Krone deutlich. Die Feuerwehr verliere im Moment den Glauben an die Verwaltung: „Das, was der stellvertretende Stadtbrandmeister gesagt hat, ist ein Armutszeugnis für Duderstadt.“ Und weiter: „Was hier mit den Feuerwehren passiert, geht so nicht. Wir schieben das seit Jahren vor uns her, und ich bin als Ortsbrandmeister und Mitglied dieses Ausschusses nicht bereit, das so weiter mitzutragen.“

Auch Lothar Dinges (WDB) äußerte sich kritisch: „Das gefühlte Auf-der-Stelle-treten ist unerträglich, weil dem Bürger schwer zu vermitteln ist, woran es eigentlich scheitert.“ Es sei auch im Hinblick auf die Motivation der Feuerwehrkameraden wichtig, dass Fahrt in die Sache komme.

Anbau oder Neubau?

Und tatsächlich saßen Krone und Stadtbrandmeister Kai Walter wenige Tage später mit Nolte zusammen, um alle Aspekte der anstehenden Baumaßnahmen nochmals zu erörtern. Für das Feuerwehrhaus in Duderstadt geht es dabei nach wie vor um die Frage, ob es zu einem Anbau mit späterer Sanierung, zu einem Abriss und Neubau an gleicher Stelle oder zu einem Neubau an anderer Stelle kommen wird. Die letzten zur Beurteilung nötigen Unterlagen sollen in Kürze bei der Stadtverwaltung eingehen. „Wir sind jetzt soweit, dass es zu Beginn des neuen Jahres zu Entscheidungen kommen kann“, versicherte Nolte nochmals auf Nachfrage. Der Brandschutz habe weiterhin, genau wie der Hochwasserschutz, höchste Priorität.

Von Markus Riese

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