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Duderstadt Weitere Kunst-Events sind geplant
Die Region Duderstadt Weitere Kunst-Events sind geplant
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09:03 24.08.2017
Quelle: Mischke
Duderstadt

Das Erdbeben in Haiti 2010 sei der Auslöser für die Kunst-Workshops mit Kindern und Jugendlichen gewesen, erläuterte Lüder Mosler. Damals habe er mit seiner Frau Christiane, ebenfalls Künstlerin, den Entschluss gefasst, mit Kunst Hilfe zu leisten. Im ersten Projekt wurden Bilder, die Kinder und Jugendliche in Duderstadt gemalt hatten, versteigert, und die Erlöse kamen den Opfern in Haiti zugute.

Bei der Ausstellung im Heimatmuseum wurden ganz unterschiedliche Themenbereiche zusammengefasst. Acrylbilder im Hundertwasser-Stil, die Duderstädter Baudenkmäler zeigen, waren ebenso zu sehen wie Tier- und Landschaftsmotive. Hinter manchen verbarg sich eine dunkle Geschichte: Der blaue Himmel und die Wolken zeigten nur eine vermeintlich friedliche Landschaft, schwarze, mächtige Berge wirkten darin unheimlich. Hier hatte Jamil seine Flucht aus Afghanistan gemalt. Er hatte vorher nicht gewusst, was ihn dort in diesem Gebirge erwarten würde. Aber es war so furchtbar, dass er es nicht erzählen konnte. Worte fanden die jungen Afghanen in ihren Liedern, die sie in ihrer Sprache bei der Finissage vortrugen. Darin ging es auch um Flucht – und um Liebe.

„In dem Workshop mit den Flüchtlingen konnten die Teilnehmer zwei Motive malen. Ein Bild sollte alles Schlimme beinhalten, was sie im Krieg und auf der Flucht erlebt hatten, das zweite sollte alles Positive und die Hoffnung darstellen“, erklärte Christiane Mosler. Jamils zweites Bild zeigte eine goldene Sonne im Zentrum des Bildes, eingehüllt in warme Rottöne.

Die Projekte sind mit Unterstützung der Stadt Duderstadt und mit dem Team des Jugendfreizeitheims durchgeführt worden, deren Vertreter ebenfalls zur Finissage gekommen waren. Unter anderem in Ferienworkshops haben auch einheimische Kinder und Jugendliche unter künstlerischer Anleitung der Moslers Bilder gemalt, bei denen ihnen Anregungen gegeben und viel Freiheiten gelassen wurden. Die 15-jährige Marcy hatte sich für frische Pastellfarben entschieden, als sie einen Papagei malte. Dann ließ sie die Farben über die Konturen laufen, sodass der Vogel nicht mehr ganz greifbar zu sein schien. Daniel aus Eritrea ließ eine Karawane mit Kamelen durch die rot glühende Wüste ziehen. Doch der Hintergrund baute sich dunkel und bedrohlich auf. Amir Khan aus Afghanistan malte kahle Äste von einem mächtigen Baum, der sein Leben nach innen gekehrt zu haben schien. Und Sadiq, ebenfalls aus Afghanistan, machte Hoffnung und sang von der Liebe.

Weitere Kooperationspartner waren die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) und die Bürgerstiftung Duderstadt, die unter anderem mit Sprachunterricht das Projekt, aber vor allem die Geflüchteten unterstützten. Einige Bilder sind auch beim Konzertprojekt in Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule entstanden. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr ist nun ein weiteres Konzertprojekt in Planung, wobei neben den Schülern der Musikschule auch wieder einige Geflüchtete mit ihren selbst gestalteten Masken und Pantomime beteiligt sein werden. Die „Zauberflöte – inkognito“ wird am Sonnabend, 16. September, um 17 Uhr in der Eichsfeldhalle präsentiert. Eine öffentliche Einführung über Hintergründe sowie eine Aufführung der Theatergruppe der Lebenshilfe Eichsfeld gibt es am Sonntag, 10. September, um 17 Uhr im Rathaussaal.

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