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Duderstadt Großer Flohmarkt am 15. und 16. Juni vor Caritas-Zentrum Duderstadt
Die Region Duderstadt Großer Flohmarkt am 15. und 16. Juni vor Caritas-Zentrum Duderstadt
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00:20 16.06.2018
Das Fairkauf-Laden-Team freut sich auf viele Besucher.     Quelle: Art
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Duderstadt

„Von Anfang an haben wir Wert darauf gelegt, dass in unserem Laden jeder kaufen kann“, sagt Gerdi Breuksch vom ehrenamtlichen Team. „Wir waren nie eine Bekleidungskammer, die Sachen umsonst weggibt, sondern wir haben von Anfang an zu fairen Preisen verkauft“, betont die Mitgründerin.

Zahl der Spender wächst kontinuierlich

Die Zahl der Spender, die aus allen Teilen des Untereichsfeldes und teilweise auch aus dem Göttinger Raum stammen würden, nehme kontinuierlich zu, berichtet Hubert Malorny, der sich ebenfalls ehrenamtlich für den Fairkauf-Laden engagiert. Bei Geschäftsumbauten oder -auflösungen kämen größere Sachspenden hinzu. Größere Gaben würden auf Wunsch abgeholt.

Das Sortiment habe sich in den 20 Jahren nicht gewandelt, berichtet Martina Hesse, Teamleiterin des Fairkauf-Ladens, für dessen operatives Geschäft Corinna Jacobi zuständig ist. 90 Prozent der Ware sei Bekleidung, der Rest Hausrat wie Geschirr, Übertöpfe, Elektrogeräte, Bücher und Spielzeug. Aber auch Kinderwagen, Tonträger, Schulranzen und Kleinmöbel gehörten zum Programm. Große Möbel gebe es nicht mehr.

„Handys und große Röhrengeräte wie Fernseher und Computermonitore nehmen wir nicht.“ Wichtig sei die Qualität der Ware. Die Artikel müssten „heil, sauber, geruchsneutral und tragbar“ sein. Es werde alles vorsortiert und „genau angeguckt“. Hesse: „Wir wollen nichts anbieten, dass fehlerhaft ist.“

Einige Besucher kommen jeden Tag

Die Zahl der Besucher steige stetig. 6830 seien es im Jahr 2008 gewesen, knapp 6300 hätten etwas gekauft, im vergangenen Jahr seien es 10350 gewesen, 8320 hätten gekauft, nennt Hesse konkrete Zahlen. Einige Besucher würden jeden Tag kommen. „Wir haben feste Preise“, berichtet sie: Lediglich bei Markenware könnte es etwas teurer sein. Notleidende Menschen bekämen auch etwas umsonst.

Mit der GAB und dem Deutschen Roten Kreuz teile sich der Laden einen Raum im Gewerbepark Euzenberg, in dem Artikel gelagert würden, die nicht zur jeweils aktuellen Jahreszeit passen würden. Die Erlöse des Fairkauf-Ladens dienten der Beratung und Unterstützung von Menschen, die sich mit ihren vielfältigen Problemen an die professionellen Fachdienste des Caritasverbandes wenden.

Ehrenamtliches Engagement fördert soziale Kontakte

44 Ehrenamtliche würden sich in dem Laden engagieren, hinzu kämen vier Hauptamtliche mit unterschiedlicher Stundenzahl. „Ich habe mein Leben lang Glück gehabt mit Arbeit und allem Drum und dran und möchte etwas zurückgeben“, beschreibt Peter van der Grinten seine Motivation. Der 70-Jährige habe im Fairkauf-Laden das Ideale gefunden. Man finde soziale Kontakte und könne Leuten Mut machen, die verzweifelt seien. „Ich habe in der Nachkriegszeit Not erlebt, bin auf Müllkippen rumgekrochen und kann mich daher gut in die Situation von Menschen hinein fühlen, die bedürftig sind“, sagt Malorny.

Mitglieder eines Ausschusses der Pfarrgemeinde St. Cyriakus hatten vor Eröffnung des Ladens zuvor einmal im Jahr einen großen Flohmarkt ausgerichtet, auf dem sie Artikel aus Haushaltsauflösungen oder von Gemeindemitgliedern bereit gestellte Schätze für soziale Zwecke in der Dritten Welt verkauften, berichtet Breuksch.

Anfrage bei der Caritas

Weil die Zahl der Artikel wuchs und die privaten Lagerkapazitäten nicht mehr ausgereicht hätten, habe sie zusammen mit Malorny bei der Caritas angefragt, ob es bei dieser Institution die Möglichkeit gebe, ganzjährig die Artikel anbieten zu können. Sie seien auf offene Ohren gestoßen und ihnen der ehemalige Pferdestall für Möbel und eine Hälfte des heutigen Standortes angeboten worden. Der Fairkauf-Laden sei zunächst an einem Tag in der Woche für zwei Stunden geöffnet gewesen, bereits ein Jahr später seien die Öffnungszeiten ausgeweitet worden. Nachdem der Mieter 2001 ausgezogen war, stand dem Team des Ladens das gesamte Gebäude bereit. Ab diesem Jahr seien zehn Jahre lang auch Lebensmittel abgegeben worden.

Die Flüchtlingswelle in den Jahren ab 2015 sei für das Team eine heftige Zeit gewesen. „Da haben wir Sonderschichten noch und nöcher gefahren“, berichtet Breuksch. Sie erinnert an die Ausgabe einer Grundausstattung mit kostenloser Kleidung und die Ausgabe von gespendeten Koffern.

„Unser Traum ist, größer zu werden“, betont Hesse. Ein entsprechender Standort müsste Stadtnah sein, Parkflächen haben und von Lastkraftwagen angefahren werden können.

Beim Flohmarkt, der mit einem Tag der offenen Tür in Verbindung steht, will das Team besondere „Schätze“ verkaufen. Außerdem gibt es Kinderschminken und Verpflegungsangebote.

Von Axel Artmann

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