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Duderstadt Vor sexualisierter Gewalt schützen
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00:16 13.02.2018
Referent Frederik Roth bei der Fortbildung in Duderstadt. Quelle: Eggers
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Duderstadt

In den Räumen des Dekanatsjugendzentrum „Emmaus“ schulte Referent Frederik Roth mithilfe einer Powerpoint-Präsentation elf vorrangig weibliche Teilnehmer und versuchte, sie darauf zu sensibilisieren, Anzeichen von sexuellem Missbrauch zu erkennen und darauf angemessen reagieren zu können. Dafür listete Roth die möglichen Symptome eines Kindes, welches missbraucht wurde, auf, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass beispielsweise ein sozialer Rückzug, Ängste und Depressionen nicht ausschließlich Anzeichen von Missbrauch sind: „Das Kind kann auch einfach einen schlechten Tag haben. Es geht darum, das Bewusstsein zu stärken und eine Kultur der Achtsamkeit zu entwickeln.“ Ganz wichtig dabei sei: „Wenn ein Kind zu mir kommt, dann muss ich ihm Glauben schenken und versuchen, es zu schützen“, betont Roth, der selbst als Jugendreferent im „Emmaus“ mit Kinder- und Jugendgruppen arbeitet und „zum Glück“ noch nie solch einen Fall gehabt habe und auch allen Teilnehmern am Ende „von Herzen wünschte“, nie in so eine Situation zu geraten.

Jeder Teilnehmer bekam als Leitfaden zwei Hefte: Einmal die „Ordnung der Prävention von sexualisierter Gewalt an minderjährigen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen im Bistum Hildesheim“ und ein Informationsheft, welches unter dem Motto „Augen auf. Hinschauen und schützen“ zum Nachschlagen und zur Untermalung der Präsentation diente.

Was bedeutet sexuelle Gewalt?

Die Teilnehmer schrieben eifrig mit, stellten Fragen und tauschten sich untereinander aus. Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Jede sollte auf ein großes Stück Papier aufschreiben, was sexuelle Gewalt für einen persönlich bedeutet. Dabei gab es zwei Kategorien: den Außenbereich „Welche Taten von anderen verletzen mich?“ und den Innenbereich „Wie schütze ich mich?“. Die Ergebnisse wie „Mobbing“ und „Aussprache suchen“ wurden auf einer Stelltafel von Roth zusammengetragen: „So können die Teilnehmer sehen, dass andere Menschen etwas verletzt, was sie selbst nicht verletzt.“

„Man denkt jetzt ganz anders und achtet mehr darauf, wie sich die Kinder verhalten“, meint Teilnehmerin und Diakonin Carmen Busse. „Es gab viele neue Einblicke, auf die ich so noch nicht geachtet habe“, ergänzt die 53-jährige Monika vom Pfarrbüro Rhumspringe und lobte die tolle Atmosphäre. Mit seiner lockeren Art sorgte Roth dafür, dass das wichtige Thema nicht trocken, sondern anschaulich bei den Teilnehmern ankam. „Am Anfang sind die meisten Leute immer sehr geladen, weil sie kommen müssen und es als generellen Verdacht gegen sich selbst sehen, aber so ist es ja nicht. Wir wollen sie ja nur für das Thema sensibilisieren“, so Roth, der in drei Jahren schon mehr als 5000 Leute geschult hat, darunter selbst Betroffene.

„Wichtig ist mir, dass alle Fragen gestellt werden, niemand soll mit einer Frage auf dem Herzen hier rausgehen“, sagte der Referent und wünscht sich, dass mehr in der Öffentlichkeit darüber berichtet wird und so noch mehr Kindern geholfen werden kann.

Von Madita Eggers

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