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Duderstadt So rüsten sich Universität und Region für die Zukunft
Die Region Duderstadt So rüsten sich Universität und Region für die Zukunft
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20:00 20.04.2018
Etwa 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Organisationen verfolgen beim Forum Eichsfeld 2018 in der Sparkasse Duderstadt die Podiumsdiskussion zum Thema: „Zukunft gemeinsam gestalten" mit Prof. Ulrike Beisiegel (Präsidentin der Uni Göttingen) und Prof. Hans Georg Näder (Geschäftsführender Gesellschafter der Ottobock-Firmengruppe). Tageblatt-Chefredakteur Uwe Graells moderiert. Quelle: Richter
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Duderstadt

Die Kundenhalle der Sparkasse Duderstadt ist am Mittwochabend fast aus allen Nähten geplatzt. Grund: Auf dem Podium beim Forum Eichsfeld saßen zwei hochkarätige Gäste, die beide eine Fülle an Fakten und Informationen, aber auch reichlich Gesprächsstoff lieferten – die Göttinger Universitäts-Präsidentin, Prof. Ulrike Beisiegel, und der Geschäftsführende Gesellschafter der Duderstädter Unternehmensgruppe Ottobock, Hans Georg Näder. Tageblatt-Chefredakteur Uwe Graells moderierte den Abend zum Thema „Zukunft gemeinsam gestalten“.

Zuvor hatte Sparkassenvorstand Uwe Hacke die Besucher des vierten von Tageblatt und Sparkasse veranstalteten Forums in der Kundenhalle der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Duderstadt willkommen geheißen. Er berichtete vom Druck auf Banken im Allgemeinen und sprach dann von den „Sondierungsgesprächen“ der Sparkasse Duderstadt über eine mögliche Fusion mit den Sparkassen Münden, Osterode und Bad Sachsa. „Die Vorteile liegen auf der Hand“, sagte Hacken nannte die Gespräche aber „ergebnisoffen“.

Segeln mit Ulrike Beisiegel und rocken mit Helene Fischer

Überleitend in die Diskussion mit der Göttinger Universitäts-Präsidentin und dem Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder fragte Graells beide, welche markanten Eigenschaften ihr Gegenüber habe. Beisiegel bescheinigte dem Ottobock-Chef Kreativität, Menschlichkeit und Innovationskraft. Näder nannte Kompetenz, Kontinuität und Verlässlichkeit als Eigenschaften der Universitäts-Präsidentin. Später erfuhren die Besucher des Forums dann noch, dass die Uni-Präsidentin mit Näder gerne einmal segeln gehen würde und dass dieser im nächsten Jahr mit Helene Fischer gerne im Eichsfeld rocken möchte.

Was es damit auf sich hat, verriet der Unternehmer ebenfalls gegen Ende der Veranstaltung. Denn zum 100-jährigen Bestehen von Ottobock im Jahr 2019 werde es in Duderstadt im Februar einen Festakt geben, zu dem sowohl Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) als auch Näder selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeladen haben.

Tageblatt-Chefredakteur Uwel Graells moderierte den Abend zum Thema „Zukunft gemeinsam gestalten“. Als Gäste waren die Göttinger Universitäts-Präsidentin Ulrike Beisiegel und der Geschäftsführende Gesellschafter der Duderstädter Unternehmensgruppe Ottobock, Hans Georg Näder, dabei.

„Eichsfeld rockt“ in der Innenstadt

Zu den geplanten Aktivitäten im kommenden Jahr zähle außerdem eine große Musikveranstaltung in Duderstadt, kündigte der Ottobock-Chef weiter an. Zu „Eichsfeld rockt“ werden musikalisch hochkarätige Gäste erwartet, wie Näder verriet. Peter Maffay kommt, und außerdem fielen die Künstlernamen Udo Lindenberg, Marius Müller-Westernhagen sowie Helene Fischer. Entsprechende Gespräche mit den Künstlern sind offenbar eingefädelt, wie der Unternehmer durchblicken ließ. „Eichsfeld rockt“ soll im August oder September in der Innenstadt auf der Marktstraße über die Bühne, so Näder, „denn die Künstler wollen nicht auf die Wiese“.

Futuring Duderstadt

Einen Ersatz für die Eichsfeldhalle im Bereich der Duderstädter Talwiese, die im Zuge von Näders „Futuring“-Plänen weichen soll, werde es geben, erfuhren die Besucher ebenfalls an diesem Abend. Er wolle zu seinem 60. Geburtstag 2021 seiner Heimatstadt eine Halle schenken, die bislang unter dem Arbeitstitel „HGN-Cube“ firmiert. Die alte Halle sei nicht mehr zeitgemäß, sagte Näder und unterstrich: „Duderstadt braucht eine Veranstaltungshalle.“ Ihm schwebt ein Bau in der Größenordnung bis 2000 Sitzplätze und variabel in der Nutzung vor – eine „Lokhalle light“. Da der ursprünglich ins Auge gefasste Standort für die neue Halle an der Talwiese im Überschwemmungsgebiet liegt, wird inzwischen über Alternativen nachgedacht. Vielleicht, so Näder, sei sogar eine Lösung im alten Ziegeleigebäude und vielleicht mit modernem Anbau denkbar. Die Planungen liefen. „Wir werden bauen und die entsprechenden Anträge stellen“, stellte der Duderstädter Ehrenbürger klar.

„Hochattraktives Wohngebiet“ und Hotelneubau

Die Entwicklung des Ziegeleigeländes zu einem neuen „hochattraktiven Wohngebiet“, aber auch die weiteren unter dem Stichwort Futuring bereits vorgestellten Projekte – darunter auch ein Hotelneubau mit 60 Zimmern und sogenannten Kurzzeitwohnungen – sieht Näder als Bausteine für die Zukunft der Stadt. „Einen wissenschaftlichen Mitarbeiter kann ich nicht mit einem Bauplatz in Nesselröden locken“, sagte er mit Blick auf die gerade vorgestellte Baulückenbilanz des Bürgermeisters, wohl aber mit einer Wohnung im Loft-Stil im Ziegeleigelände.

„Perfekter Platz für Start-ups“

Und genau darum ging es auch beim Forum Eichsfeld 2018: Wie schaffen es Universität und Region, qualifizierte Fachkräfte für die Wirtschaft auf der einen, und Wissenschaftler für die Universität auf der anderen Seite, für Südniedersachsen zu begeistern? Näder lieferte mehrere Argumente für seine Heimatstadt als potenziellen Wohn- und Arbeitsort junger Talente und gab sich überzeugt, dass Duderstadt „der perfekte Platz für Start-ups“ sei. Ergänzend zur guten Anbindung an Göttingen sei eine solche an die Autobahn 38 „überlebensnotwendig“, betonte der Unternehmer.

Welcome-Centre und Fab-Lab

Die Besucher hörten auch, dass bereits einiges getan werde, um Neuankömmlingen unter den Wissenschaftlern und in Unternehmen wie Ottobock das Leben und Arbeiten in der Region schmackhaft zu machen. Dazu zählen zum Beispiel die Regionalbüros des Welcome-Centre für den Göttingen Campus und die Region Südniedersachsen.

Eine andere Strategie, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, sei die frühe Förderung innovativer Ideen, so Näder. Jungen Menschen und potenziellen Gründern will Ottobock-Chef Näder mit einem Fab-Lab zum Beispiel Möglichkeiten bieten, ihre Ideen an High-Tech-Maschinen zu entwickeln. Eine solche offene Werkstatt nach dem Vorbild des Fab-Lab auf dem Bötzow-Areal im Berlin wird es Näder zufolge in Duderstadt geben. Auch den Standort der offenen Forschungs- und Lernwerkstatt gab Näder bekannt: an der Brandenburger Straße zwischen dem früheren Bau der Firma Daume und McDonald’s.

Angehende Unternehmer erhielten zudem Unterstützung beispielsweise über den Südniedersächsische-Innovationscampus (SNIC) und den sogenannten Accelerator, so Beisiegel. Das Fab-Lab in Duderstadt bezeichnete sie als „eine wunderbare Ergänzung“. Auch sagte sie, es sei „extrem wichtig, junge Leute zu stimulieren“.

Studierende „für das richtige Leben ausbilden“

Beisiegel sagte auch, dass die Öffnung der Universität nach außen „absolut notwendig sei“, um etwa die Studierenden „für das richtige Leben auszubilden“. Dass sich die Wissenschaft aus ihrem Elfenbeinturm herausbegeben müsse, dagegen gebe es Beisiegel zufolge bis heute „eine ganze Menge Widerstände“. Deshalb hält die Universitäts-Präsidentin Kooperationen und Partnerschaften für wichtig, wie sie unter anderem mit Unternehmen gepflegt würden. Dazu zählt die in Duderstadt ansässige Firmengruppe Ottobock, und auch Sartorius in Göttingen sei Teil des Netzwerkes. Der Wissenstransfer in die Region, Ausgründen und die Nachwuchsförderung seien außerdem Aspekte, die die Göttinger Universität in ihrer Bewerbung um den Titel Exzellenzuniversität aufführe, erläuterte Beisiegel.

Exzellenzinitiative der Universität

Im Video-Einspieler einer Tageblatt-Umfrage hatten einige Passanten zugegeben, dass ihnen die Exzellenzinitiative der Göttinger Universität unbekannt sei. Für wichtig aber halten sowohl Menschen auf der Straße als auch am Mittwochabend im Saal der Sparkasse Duderstadt den Austausch zwischen Universität und Region. Die Region im Allgemeinen und Duderstadt im Besonderen könnten davon nur profitieren, sagten einige. Was es mit der Exzellenzinitiative auf sich hat, erläuterte die Universitäts-Präsidentin am Mittwochabend. Sie betonte, wie wichtig das Erreichen des Status’ Exzellenz-Universität sei: „Es wird schon einen Unterschied machen, ob wir Exzellenz-Universität sind oder einfach nur Universität.“

Live-Blog aus dem „Forum Eichsfeld“:

Von Britta Eichner-Ramm

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