Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt 30 Senioren kommen zum Dorffrühstück
Die Region Duderstadt 30 Senioren kommen zum Dorffrühstück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 20.04.2018
Senioren klönen und essen beim Frühstück im Hilkeröder Pfarrheim.    Quelle: Foto: Artmann
Anzeige
Hilkerode

Essen und Klönen in Gemeinschaft: Rund 30 Senioren sind am Dienstag zum zweiten vom Team der Dorf-FSJler initiierten Dorffrühstück in das Hilkeröder Pfarrheim gekommen.

„Wir wollen, dass sich die Senioren zusammensetzen und bei einem netten Frühstück austauschen können und untereinander ins Gespräch kommen“, erklärte Sevda Boran, die im Team der Dorf-FSJler für Hilkerode und Breitenberg zuständig ist. Die Gruppe habe das Konzept zum ersten Mal in Breitenberg ausprobiert. „Das kam dort gut an, jetzt wenden wir es auch auf ­andere Orte an“, berichtete die 19-Jährige, die Sozialpädagogik studieren möchte.

Die Treffen dienten nicht nur dem sozialen Miteinander, sie seien für die Teilnehmer zugleich auch eine Nachrichtenbörse. „Es wird ausgetauscht, was es Neues im Dorf gibt“. Boran überlegt, ob sich in einem generationenübergreifenden Projekt die Kinder der Hilkeröder Grundschule und die Senioren zusammenführen lassen.

Gelegenheit zum Austausch geboten

Ein wichtiges Ziel sei es, „alleinstehenden Senioren die Möglichkeit zu geben, gemeinsam in den Tag zu starten“, erklärte Sandra Holzapfel, Koordinatorin des Dorf-FSJler-Projektes der Caritas. Die kleiner werdende Infrastruktur in den Dörfern durch das Wegfallen von Geschäften und anderen Institutionen führe dazu, dass immer weniger Menschen auf den Straßen unterwegs seien und es immer weniger Begegnungsmöglichkeiten gebe. Das Dorffrühstück biete wieder eine solche Gelegenheit zum Austausch.

Bei den Teilnehmern kam das Konzept gut an: „Es ist eine gute Gelegenheit, sich mal wieder zu treffen“, sagte der 75-jährige Engelbert Schneider. Über die Gespräche lernt man viel Neues aus dem Dorf“, meinte der 73-jährige Günter Behrmann. „Ich finde es gut, dass jüngere Menschen etwas für ältere Menschen machen“, betonte Theo Böning. Aus Sicht des 74-Jährigen ist das Frühstück „ein großer Beitrag zur Gemeinschaft im Dorf“. Auch Waltraud Behrmann gefiel es, dass bei dem Treffen Menschen aus verschiedenen Generationen zusammenkommen. Die 69-Jährige hatte noch eine Anregung für kommende Treffen. Sie wünsche sich „leise, dezente Hintergrundmusik“ während des Frühstücks .

Angetan von den Treffen ist auch Claudia Wüstefeld-Ahlborn, Ansprechpartnerin der Senioren in Hilkerode. „Das ist für mich ein Traum, der wahr wird“, sagte sie zu dem Projekt. Wichtig sei es, eine Basis zu schaffen, dass dieses Konzept auch nach Auslaufen des Dorf-FSJler-Projekts im kommenden Jahr fortgesetzt werden könne. Auch die FSJler profitierten davon: „Man sieht, wie sich die jungen Leute entwickeln.“

FSJler ziehen positive ­Zwischenbilanz

„Ich bin offener geworden im Kontakt mit Menschen, mehr aus mir herausgekommen und habe sehr viel mitgenommen für die Ausbildung“, berichtete die 20-jährige Alicia Bohnsack aus Sebexen. So wie Sevda Boran aus Hilkerode bereitet auch den anderen Teilnehmern das Projekt viel Freude.

„Mir macht es Spaß, mich sozial zu engagieren“, sagte die 18-jährige Luna Marie Quinque. Sie erlebe viel Dankbarkeit der Senioren. „Ich finde es schön, wie dankbar viele Senioren für jegliche Form des Kontaktaufbaus und der Zuneigung sind“, erklärte auch Jonas Aschoff aus Duderstadt. „Das macht schon sehr viel mit einem’, ergänzte der 18-Jährige.

„Ich habe mir Ziele gesetzt wie einen sicheren Umgang mit Senioren und dass ich nach dem Jahr keine Berührungsängste mehr habe“, sagte der gleichaltrige Luca Michel Raabe. Die Umsetzung dieser Ziele sei nach dreiviertel der Zeit schon „sehr gut vorangeschritten“. Es gebe den Senioren sehr viel, wenn man ihnen zuhöre und von sich ­etwas erzähle, schilderte er seine Erfahrungen.

Von Axel Artmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwei Veranstaltungen stehen am Donnerstag, 26. April, im Grenzlandmuseum Eichsfeld, Duderstädter Straße 7-9, an. Von 14 bis 19 Uhr können sich Bürger zur Einsicht von Stasi-Akten beraten lassen, ab 19 Uhr hält Georg Herbstritt einen Vortrag zum Thema „Die verlängerte Mauer“.

17.04.2018

Acht Monate nachdem die Linden in der Göttinger Straße in Duderstadt gefällt wurden, haben Mitarbeiter des Bauhofs neun junge Silberlinden gepflanzt. Die neun neuen Bäume sollen nun der Straße ihren ehemaligen Allee-Charakter zurückgeben.

19.04.2018

Das Duderstädter Krankenhaus und Altenpflege­heim St. Martini schreibt im vierten Jahr in Folge schwarze Zahlen. Für 2017 erwartet Geschäftsführer Markus Kohlstedde ein Ergebnis von rund 220 000 Euro. Investitionen sollen die Weichen für eine wirt­schaftlich tragfähige Versorgung im ländlichen Raum stellen.

19.04.2018
Anzeige