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Duderstadt Fuhrbach: Dem Dorfladen droht die Schließung
Die Region Duderstadt Fuhrbach: Dem Dorfladen droht die Schließung
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00:22 12.08.2018
David Ohse, einer der Geschäftsführer des Fuhrbacher Dorfladens. Quelle: Tina Hey
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Fuhrbach

Das Team des Dorfladens Fuhrbach hat einen Brief an alle Haushalte von Fuhrbach, Langenhagen und Brochthausen verteilt. Der Inhalt ist unmissverständlich: Finden sich nicht bald mehr Ehrenamtliche für den Betrieb des Ladens, wird er schließen müssen.

Seit 16 Jahren gibt es den Dorfladen in Fuhrbach mittlerweile. „Darauf können wir wirklich sehr stolz sein“, schreiben David Ohse und seine Mitstreiter in dem Brief. Die vergangenen Monate hätten nun aber gezeigt, dass es schwer sei, den Laden wirtschaftlich zu führen. Inzwischen würden die Einnahmen nicht mehr ausreichen, um die Fixkosten zu bezahlen. „Wir befinden uns nun an einem Punkt, an dem wir den ,normalen’ Betrieb des Dorfladens nicht weiter aufrechterhalten können“, heißt es in dem Schreiben weiter. Was dort nicht steht: Zeitgleich mit der Verteilung des Briefes haben die Verantwortlichen bereits die Öffnungszeiten des Dorfladens anpassen müssen. Vormittags ist er zwar weiterhin von 6 bis 11 Uhr geöffnet, nachmittags allerdings seit dieser Woche nur noch freitags von 15 bis 18 Uhr.

Letzte Hoffnung Ehrenamt

Doch Ohse, einer der beiden Geschäftsführer der Fuhrbacher Dorfladen GbR, hat noch Hoffnung – und setzt nun auf ehrenamtliches Engagement der Anwohner, so wie es auch in anderen Dörfern der Region praktiziert werde. „Wir suchen Menschen, denen das Dorfleben noch wichtig ist, die den Mehrwert eines solchen Geschäftes erkennen und schätzen wollen und denen das Wohl der Älteren und Familien noch am Herzen liegt, die auf diese kurzen Wege angewiesen sind“, lautet der Aufruf in den Brief. „Wenn wir nur ein paar interessierte Menschen finden, dann ist es für niemanden viel Arbeit. Und das alles mit dem Erfolg, den Dorfladen für uns zu erhalten“, skizziert Ohse. Helfen könne jeder – etwa im Verkauf, beim Bestücken der Regale, mit eigenen Ideen zur Gestaltung des Ladens. Auch für die Geschäftsführung werde dringend Unterstützung gesucht.

Politik meldet sich zu Wort

Auf der Rückseite des Briefes melden sich mit Beate Sommerfeld (parteilos, Fuhrbach) und Lothar Koch (CDU, Brotchthausen / Langenhagen) auch die Ortsbürgermeister der betroffenen Ortschaften zu Wort. Zwar sei es aufgrund der Organisationsform des Ladens als GbR eigentlich nicht Aufgabe der Politik, hier einzugreifen – allerdings sei diese „natürlich daran interessiert, die Versorgungssituation vor Ort zu erhalten.“ Ein finanzielles Engagement für ein Privatunternehmen ist seitens der Gemeinde schon aus juristischen Gründen nicht möglich. „Außerdem wäre ein Dorfladen auf jeden Fall zum Tode verurteilt, wenn er nur mit finanziellen Zuschüssen überleben kann“, argumentieren Sommerfeld und Koch. Unterstützung sei aber ideell und durch begleitende Gespräche möglich. Und so schließen sich die beiden dem Appell der GbR-Geschäftsführung an: „Wer kann Impulse zur Rettung des Ladens geben oder selbst Hand anlegen und regelmäßig ehrenamtlich mithelfen? Das wäre wirklich ein richtig gutes Zeichen, wenn zum Beispiel jung gebliebene und fitte Rentner, Studenten, Schüler, Vereine oder andere Freunde des Dorfladens mithelfen und sich engagieren, damit wir auch zukünftig noch ein regionales Warenangebot in unseren Dörfern anbieten können.“ Wenn alle an einem Strang ziehen, gebe es eine reale Chance, den Dorfladen, der sich auch zu einem Treffpunkt entwickelt habe, zu retten. „Und besinnt euch bitte mal wieder auf den regelmäßigen Einkauf in unserem Dorfladen und nutzt das gut sortierte Warenangebot vor Ort. Nur mehr Umsatz und weniger Kosten können unserem Laden helfen!“, werden Sommerfeld und Koch am Schluss noch etwas deutlicher.

Wer sich für den Fuhrbacher Dorfladen engagieren möchte, kann sich bei David Ohse unter der Telefonnummer 0175 / 2430825 melden.

Wie machen es andere Dorfläden?

Tatsächlich gibt es noch einige Dorfläden im südlichen Niedersachsen – ein ultimatives Konzept zum erfolgreichen Betrieb eines solchen Geschäftes gibt es jedoch nicht. Und deshalb sind auch nicht alle Dorfläden nach demselben Prinzip organisiert. Einige werden von Inhabern oder Vereinen betrieben, andere als Unternehmergesellschaft (UG). Im Herbst 2012 hat sich im Landkreis sogar ein eigener „Dorfladenverbund“ gegründet. Ziel der „Dorfladen-Initiative Göttinger Land“ ist es, die wirtschaftliche Situation und damit die Überlebenschancen der Läden zu stärken, indem beispielsweise durch die Bildung von Einkaufsgemeinschaften günstigere Bedingungen beim Wareneinkauf geschaffen werden. Außerdem wollen die Dorfläden durch eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit auf sich aufmerksam machen, die Verbreitung regional erzeugter Lebensmittel unterstützen und regelmäßig Erfahrungen austauschen. Und schließlich wollen sie die Menschen ermutigen, wieder mehr Einkäufe im Dorf zu erledigen. Einige Dorfläden aus der Region sind im Dorfladen-Netzwerk der Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden (BmD) organisiert. In den vergangenen Jahren gab es in manchen Dorfläden der Region gleich mehrere Betreiberwechsel, aber auch einige dauerhafte Schließungen.

Nutzt Ihr die Dorfläden vor Ort, oder fahrt Ihr lieber zum nächsten Supermarkt?

In kleinen Dörfern auf dem Lande gibt es zwar noch kleine Läden – sie alle sind davon abhängig, dass ihr Angebot auch wirklich genutzt wird. Kauf Ihr in den kleinen „Tante-Emma-Lädchen“, oder fahrt Ihr aus dem Dorf lieber in die nächste Stadt?

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Von Markus Riese

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