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Duderstadt Graffiti-Aktion mit Dose und Pinsel
Die Region Duderstadt Graffiti-Aktion mit Dose und Pinsel
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17:43 11.10.2018
Anna und Jonas verschönern einen Teil der 15 Meter langen Zaunwand am evangelischen Kindergarten. Quelle: Markus Hartwig
Duderstadt

Wenn die Kinder des evangelischen Kindergartens Duderstadt künftig aus dem Bewegungsraum hinaus blicken, werden sie eine bunte Kinderlandschaft sehen. Diese entsteht gerade bei einer Graffiti-Aktion.

Etwa 15 Meter lang und anderthalb Meter hoch ist der gewellte Metallzaun, der vor den Fenstern des Bewegungsraums des evangelischen Kindergartens an der Kolpingstraße steht. Nachdem aufgrund der Arbeiten für die Erweiterung des Gebäudes die Büsche vor dem Zaun entfernt worden waren, bot sich den Kindern nur noch der Blick auf eine große dunkelgrüne Fläche. Jetzt bekommt der Zaun einen bunten Anstrich.

Begeistert von Trafohäuschen

Kindergartenleiterin Heike Seerig-Stahl hat die bisherigen Graffiti-Aktionen der Stadtentwicklungsgesellschaft Duderstadt 2020 verfolgt. „Ich finde das eine tolle Sache“, sagt sie und meint damit die inzwischen vier Trafohäuschen des örtlichen Energieversorgers EEW, die bereits ein farbenfrohes Outfit erhalten haben. Sie sind an der Göttinger Straße, an der Worbiser Straße, am Klingenburgweg und an der Straße Restanger in Gerblingerode zu sehen. Kurzerhand nahm Seering-Stahl zu Susanne Bednorz, Projektmanagerin Kinder, Jugend und Gestaltung im Team Duderstadt2020, Kontakt auf und bot den Jugendlichen die Zaunfläche für eine Neugestaltung an. „Ich finde, es wichtig, Jugendlichen Flächen anzubieten, wo sie sich ausprobieren können“, begründet die Kindergartenleiterin.

„Hauptsache schön bunt“

Wenn die sieben Jugendlichen am Freitag mit der Arbeit fertig sind, wird eine bunte Kinderlandschaft zu sehen sein, kündigt Bednorz an. Sie hat die Figuren auf dem Zaun vorskizziert, die Gestaltung ist Sache der Jugendlichen. Die Motive, die den Kindergartenzaun zieren werden, sollten den Bezug zum Bewegungsraum haben, erläutern Bednorz und Seerig-Stahl, „damit sich die Kinder darin wiederfinden“. Und so entstehen an zwei Vormittagen Reifen, Ball, Turnmatte, Schwungtuch und anderes mehr. Auch ein Blick aus gemalten Fenstern wird es geben, wie am Donnerstag bereits erkennbar ist. Bäume, Vögel und blauer Himmel sind da schon zu erahnen, wo gerade Schülerin Mai einen Vogel ins Geäst pinselt. „Hauptsache schön bunt“, sagt sie und lacht beim Anblick der gelben Piepmatzkonturen. Die Möglichkeit, sich bei der Graffiti-Aktion zu betätigen, nutzt sie nunmehr zum zweiten Mal. „Ich find’s cool“, sagt sie und fügt bedauernd hinzu: „Ich bekomme wohl nicht mehr so viele Möglichkeiten dazu, wenn ich nächstes Jahr mit der Schule fertig bin.“ Die 18-Jährige verrät: „Ich möchte gerne Kunst oder Grafikdesign studieren.“

Schon Zirkuskulisse für Stadtwette gesprüht

Wie Mai waren auch die anderen jungen Nachwuchskünstler, die am Donnerstag und Freitag bei der Zaunverschönerung dabei sind, schon mindestens einmal bei einer der Graffiti-Aktionen dabei. Zuletzt hatten die Jugendlichen auf große Planen eine Zirkuskulisse gesprüht. Diese kam bei der Stadtwette im Rahmen der NDR-Sommertour groß heraus.

Routiniert im Umgang mit der Spraydose gehen Anna und Jonas am Donnerstag zu Werke. Die beiden Zwölfjährigen waren schon bei vier Graffiti-Aktionen von Duderstadt2020 dabei. „Weil es Spaß macht“, sagen beide. Und weil sie selbst entscheiden könnten, welche Farben sie bei der Ausgestaltung der vorskizzierten Elemente verwenden, ergänzt Jona. Dass sie die Möglichkeit hätten, an Orten zu sprühen, „wo man das sonst nicht machen kann“, findet die zwölfjährige Fabienne gut.

Metallzaun ist technisch anspruchsvoll

Von Anfang an dabei ist Jakob. Der 15-Jährige hilft den anderen jungen Graffiti-Künstlern denn auch gerne, wenn diese mal einen Tipp benötigen. Immerhin ist der Kindergartenzaun wegen gewellten Untergrundes aus Metall technisch anspruchsvoll und eine große Herausforderung, sagt Bednorz. „Man muss aufpassen, dass man nicht zu viel Farbe verwendet“, erklärt Jakob, denn sonst gebe es Nasen. Für die Feinarbeiten an den Motiven der bunten Kinderlandschaft verwenden die Jugendlichen bei ihrem aktuellen Projekt nicht nur etwa 100 Spraydosen in diversen Farbvarianten, sondern arbeiten auch mit dem Pinsel.

Ferientage geopfert

Die Kindergartenkinder hätten gespannt und neugierig beobachtet, was sich da am Zaun vor dem Fenster tut. Sie fragten nach, etwa warum die Graffiti-Künstler Masken tragen, berichtet Seerig-Stahl. „Wir erklären ihnen das dann“. Die Aktion animiere die Kinder auch zum Nachahmen im Maleratelier des Kindergartens, sagt die Leiterin. „Ich finde es toll, dass die Jugendlichen zwei halbe Ferientage ihrer Zeit opfern, um den Kindern eine Freude zu bereiten“, freut sich Seerig-Stahl.

Von Britta Eichner-Ramm

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