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Duderstadt Grünes Band: Göttinger Grüne entsetzt über Wut-Bauern
Die Region Duderstadt Grünes Band: Göttinger Grüne entsetzt über Wut-Bauern
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00:18 15.04.2013
Von Kuno Mahnkopf
Macht Stimmung gegen das Naturschutz-Großprojekt Grünes Band: Kreislandwirt Hubert Kellner. Quelle: Thiele
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Duderstadt

„Wir sind entsetzt über den Stil der Diskussion“, sagt der Duderstädter Ratsherr Hans Georg Schwedhelm und fühlt sich an Ausein-andersetzungen erinnert, wie es sie vor 30 Jahren gegeben habe: „Einige Landwirte haben scheinbar nichts dazu gelernt.“

Vom Göttinger Landvolk erwartet Schwedhelm eine Entschuldigung für beleidigende Äußerungen während der Kundgebung in Duderstadt. In einem mit Beifall bedachten Redebeitrag sei der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) als „jemand, der in seinem Leben noch nie gearbeitet hat und sich jetzt lieber um die Asse kümmern soll“, bezeichnet worden. 

Wer den stellvertretenden Ministerpräsidenten so bewerte, habe jede Dialogfähigkeit verloren. Transparente wie „Eigentum verpflichtet – Sielmann-Stiftung vernichtet“ würden die Arbeit der Stiftungsmitarbeiter beleidigen.

Eine mit Gülle getränkte Landschaft, die im Herbst von Maisflächen dominiert wird, sei keine Perspektive für die Region, so Schwedhelm weiter: „Einwohner und Gäste wollen eine intakte Landschaft, artgerechte Tierhaltung und Feldwirtschaft, deren Produkte mit ruhigem Gewissen von den Erzeugern gekauft werden können.“

Dazu gehörten auch Räume, in denen die Natur geschützt und Flächen ökologisch bearbeitet würden: „Für diese Zukunft ist die Sielmann-Stiftung und ist das Grüne Band notwendig.“

„Nachdem den landwirtschaftlichen Nutzungsinteressen nun noch einmal mit einer Verkleinerung entgegen gekommen wurde, sollte der Weg für das Projekt endlich frei gemacht werden“, meint Trittin. Die grüne Kreistagsfraktion weist darauf hin, dass immer mehr Subventionen für Land- und Forstwirtschaft an Naturschutzmaßnahmen gekoppelt seien.

Verzögerungen oder eine künstliche Abtrennung des Grünen Bandes von europäischen Naturschutzflächen würden Zuschüsse und Subventionen in andere Regionen leiten.

„Eine Lücke im europäischen Biotopverbund des Grünen Bandes vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer wird es im Landkreis Göttingen nicht geben“, sagt Fraktionsvorsitzender Martin Worbes und bedauert, „dass sich der Landvolkverband dem Versuch einiger Landbesitzer angeschlossen hat, ein einzigartiges Naturschutzvorhaben zu verhindern“.

Die Praxis zeige, dass vielerorts nicht einmal der unmittelbare Grenzstreifen respektiert werde.

Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner distanziert sich von „einigen zugespitzten Aussagen“ von Teilnehmern der Kundgebung in Duderstadt. „Die Stiftung ist deutlich auf uns zugekommen, hat sich insbesondere in Niedersachsen erheblich bewegt“, kommentiert er die Reduzierung des Projektgebietes: „Das muss sich allerdings auch im Förderantrag widerspiegeln.“ Hübner sieht durchaus noch Möglichkeiten, zum Kompromiss zu kommen.

Die inklusive Tauschflächenpotenzial ursprüngliche Gesamtfläche von 31 500  Hektar wurde auf ein Kerngebiet von 9600 Hektar reduziert. Davon liegen 618 Hektar Wald sowie  1078 Hektar Acker- und Grünland in Niedersachsen, von denen große Teile – insbesondere in der Rhumeaue – bereits unter Naturschutz stehen. 

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