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Duderstadt Grünes Band bleibt rotes Tuch: Naturschützer kritisieren Bauern
Die Region Duderstadt Grünes Band bleibt rotes Tuch: Naturschützer kritisieren Bauern
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22:05 17.04.2013
Von Kuno Mahnkopf
Luftbild vom Grünen Band zwischen Gerblingerode und Duderstadt. Quelle: EF
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Eichsfeld

Während der Göttinger Bund (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) eine Breitseite gegen die Bauern abfeuert, drängen die südniedersächsischen Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer (CDU) und Lutz Knopek (FPD) auf Berücksichtigung der Grundeigentümer-Interessen. Die Demonstration des Landvolks habe gezeigt, dass es noch große Skepsis auf Seiten der örtlichen Bevölkerung gebe.

Freiwilligkeit stehe im Vordergrund

Im Bundesumweltministerium in Berlin haben die beiden Abgeordneten und Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) am Dienstag mit Vertretern des Ministeriums, des Bundesamtes für Naturschutz und der Sielmann-Stiftung über den Fortgang des Projekts diskutiert. Das Ministerium habe verdeutlicht, dass die Freiwilligkeit im Vordergrund stehe und es kein Naturschutzprojekt gegen den Willen der örtlichen Bevölkerung geben werde, teilen Fischer und Knopek mit. Von der Stiftung als Projektträger fordern sie nochmals absolute Transparenz und Vorlage der zugesicherten sozioökonomischen Analyse beim Landvolk ein.

Landwirte demonstrieren in Duderstadt gegen das Naturschutzprojekt "Grünes Band". © Thiele

Akzeptanz für Naturschutzvorhaben

Die müsse wegen der reduzierten Förderkulisse überarbeitet werden und sei noch nicht fertiggestellt, teilt Stiftungsmitarbeiter Holger Keil mit, will Fischer aber umgehend den Zwischenentwurf zukommen lassen. Keil hofft, dass durch das erneut reduzierte Projektgebiet doch noch Akzeptanz für das Naturschutzvorhaben auch bei den Grundeigentümern erreicht werden kann. Den Förderantrag für die Umsetzungsphase will die Stiftung noch in einer Bürger-Informationsveranstaltung vorstellen.
„Die zugesicherte Transparenz soll Grundlage für einen neuen Dialog beider Seiten sein“, wünscht sich Fischer: „Wir alle wollen das Projekt, aber bei der Umsetzung müssen neben den Interessen der Naturschützer gerade auch die Interessen der Bevölkerung mit berücksichtigt werden.“ Moderner Naturschutz sei nur mit und nicht gegen die Land- und Forstwirte möglich, schließt sich Knopek an.

Maisfelder wie Kunstrasen

Keinerlei Verständnis für deren Protest hat der Bund für Naturschutz. „Ein großer Wurf zugunsten einer zukunftsfähigen Umstrukturierung unserer ländlichen Region wird derzeit von einigen Vertretern des sogenannten Landvolks geradezu blindwütig unter den Pflug genommen und durch eine allein besitzstandswahrende Denkweise verstümmelt“, monieren die „Anwälte der Natur“. Andere Regionen wie zum Beispiel die Rhön verdeutlichten, wie man Natur und landwirtschaftliches Engagement in Einklang bringe – „anstatt Maisfelder wie Kunstrasen in die Gegend zu legen und Agrar-Fabriken nebst Massentierhaltung zu betreiben“.

Landwirtschaftliche „Gigantomanie“

Die scharfe Kritik der Naturschützer beschränkt sich nicht auf die Landwirte. Der EU wird angelastet, landwirtschaftliche „Gigantomanie“ gefördert zu haben. Dieser Zug sei aber auch auf EU-Ebene inzwischen abgefahren. Politik und Verwaltung des Landkreises wirft der Bund vor, dass es ihnen „seit Jahren noch nicht einmal gelinge, den selbsternannten ,Flurbereinigern‘ im Tross des Landvolks das Handwerk zu legen“. Klammheimlich würden Feldrandgehölze und Hecken entfernt und öffentliche Randstreifen vereinnahmt. Auflagen für anerkannte Schutzgebiete würden nur halbherzig in Landschafts- oder Naturschutzverordnungen umgesetzt, die neue Landesregierung habe sich bislang kaum „vom Lobby-Druck der land- und forstwirtschaftlichen Besitzstandswahrer freigeschwommen“. Gerade auch die Bürger der Region seien aufgerufen, sich für den Erhalt einer strukturreichen Kulturlandschaft in Südniedersachsen deutlich zu Wort zu melden.

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