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Duderstadt Grundschüler zeigen gestalterisches Talent
Die Region Duderstadt Grundschüler zeigen gestalterisches Talent
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00:30 17.03.2018
Grundschüler über in Langenhagen die Wachs-Kratz-Technik à la Paul Klee. Quelle: Peter Heller
Langenhagen

„Die Kinder konnten sich jahrgangsübergreifend eine von fünf Gruppen auswählen“, erklärt Schulleiterin Beatrix Schulz die Herangehensweise. Während es in den beiden ersten Stunden den gewohnten Unterricht gab, starteten anschließend die Projektarbeiten, mit der sich die Erst- bis Viertklässler dem Schaffen des Malers und Architekten Klee näherten.

Kinder lernen Umgang mit Werkstoff Metall kennen

Eine Gruppe arbeitete mit Keramik und lernte deren Farbspiel im Licht kennen, eine andere stellte mit Stäben aus Metall ein Bild nach. Die Kinder befassten sich am Montag mit diesem Werkstoff, bogen und formten ihn, sammelten so erste Erfahrungen im Umgang damit und ließen Kleiderbügel und Herzen entstehen. Ab Dienstag galt es nach einer Vorgabe das Bild „Der Schlosser“ von Klee mit den Stäben nachzustellen, Weitere Kinder bemalten Leinwände mit gut abdeckenden Farben und Motiven wie Tieren, Städten und Häusern oder sie arbeiteten mit Schablonen und griffen so das Thema auf. „Paul Klee hat sehr in geometrischen Formen wie Dreiecken, Kreisen und Rechtecken gemalt und so gestalten die Kinder das auch“, betonte Schulz.

Schüler der Grundschule Langenhagen lernen während einer Projektwoche die Techniken von Paul Klee.

„Die Kinder sind hochmotiviert und durch ihre Altersstruktur für uns eine echte Herausforderung“, betonte Vorsitzende Hannelore Mitschke. In ihrer Gruppe probierten die Kinder verschiedene Wachsmaltechniken aus, eine schwarze Schicht bildete die oberste Ebene. Die Aufgabe der Kinder sei es, verschiedene Wachsmalschichten übereinander zu bringen, so wie es Klee auch getan habe. Eine schwarze Schicht bildete die obere Ebene. Anschließend lernten sie die Kratztechnik als eine für Klee typische Gestaltungsform kennen. Den Kindern falle es leicht, „sich auf uns einzulassen und mit Daten und Farben zu spielen“, schilderte Mitschke ihre Erfahrungen.

Mit der Projektwoche sollen „die Talente erkannt und gefördert werden“, benannte Schulleiterin Schulz ein wichtiges Ziel. Die Kinder könnten „sich mal ganz ohne Klingelzeichen frei bewegen und sich ausprobieren“. Jeder Schüler erfahre, dass er seine Stärken habe und etwas Tolles herstellen könne. „Lernen einmal ganz anders“, brachte sie den Ansatz auf den Punkt.

„Ich finde es gut, dass man den Hintergrund so gestalten kann wie man möchte“, sagte die zehnjährige Lea aus Fuhrbach, der das Erlernen der Kratztechniken viel Spaß machte. „Mir macht es Spaß, dass wir selbst entscheiden können, was wir malen und abkratzen“, berichtete die siebenjährige Hanna aus Brochthausen. Dem neunjährigen Lennox aus Brochthausen gefiel es, Metall biegen zu können und daraus etwas zu formen. Kreise waren sein Lieblingsmotiv. Dem gleichaltrigen Leon aus Langenhagen machte das Hämmern und Plattmachen des Metalls mit einem Hammer viel Freude. Weniger Kraft benötigte der siebenjährige Kilian aus Langenhagen für seine Arbeit: Er gestaltete mit kleinen Mosaiksteinen eine Burg.

Vor dreieinhalb Jahren hatten Mitglieder des Vereins schon einmal die Schule für eine Projektwoche besucht, woran sich einige der heutigen Viertklässler erinnerten. Thema war der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser. Unter dem Motto „Mit Pinsel und Zange auf Biegen und Brechen“ verarbeiteten sie Metall, Mosaik. Die Kinder verkauften einige ihre Werke, um mit den Erlösen den Verein Elternhilfe für das krebskranke Kind in Göttingen zu unterstützen.

Ergebnisse der Projektwoche werden im Rathaus gezeigt

Die Ergebnisse der aktuellen Projektwoche sollen im November während der Projektwoche der Künstlerinitiative im Duderstädter Rathaus ausgestellt werden, kündigt Schulz an. „Da freuen sich die Kinder ganz doll drauf“, bemerkt die Schulleiterin. Sie seien „hochmotiviert, weil sie wissen, dass ganz viele Leute ihre Werke sehen werden“.

Von Axel Artmann

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