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Duderstadt Neues zur Baugeschichte
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14:49 11.03.2018
Teil des Hardegser Quartierskonzepts: Burg Hardeg mit Muthaus. Quelle: Peter Heller
Hardegsen

Eine Grundfläche von 250 Quadratmetern hat das imposante Muthaus, das auf einer Anhöhe über der Stadt thront. „Mehr als 30 Meter ist der repräsentative Saalbau hoch, der zu Beginn des 14. Jahrhunderts von den Herren von Rosdorf als Residenz erstellt wurde, führte der Weimarer Architekt Benjamin Rudolph aus. Er untersucht seit Oktober gemeinsam mit seinem Kollegen, Johannes Schmidt, das Gebäude bauhistorisch.

Kellermauern sind 2,70 Meter dick

Beeindruckt zeigte sich der Architekt von der hohen Qualität des wuchtigen Gebäudes, dessen Mauern im Keller 2,70 Meter breit sind. Die Sandstein-Quader seien sorgfältig geschlagen und verbaut worden. Über hohe, kunstvoll gestaltete Fenster habe der Saalbau verfügt. Sie seien in späteren Jahrhunderten teilweise zugemauert worden. Die solide Arbeit und die vielen erhaltenen Steinmetzzeichen deuteten auf die Tätigkeit einer Bauhütte hin, die anderswo Dome oder große Stadtkirchen errichtet habe.

Wasserspeier

„Bis 1500 diente das Muthaus repräsentativen Zwecken“, führte der Rudolph aus. Danach sei er Jahrhunderte lang als Speicher genutzt worden. In dieser Zeit habe es nur leichte Umbauten gegeben. „Nach unserer Untersuchung muss das Dach, das sich zunächst zwischen den beiden Giebeln befand, von Anfang an Probleme gemacht haben“, führte Rudolph aus. Teile des Regenwassers seien nicht über die einst vorhandenen Wasserspeier abgeleitet worden, sondern ins Gebäude eingedrungen.

Aborterker

„Deshalb wurde in der Zeit vor 1600 die Giebel verbreitert und das Dach über sie hinaus gezogen“, führte der Bauhistoriker aus. Die Arbeiten an den Giebelseiten seien von deutlich schlechterer Qualität, was selbst einem ungeschulten Beobachter ins Auge springe. Auch das Blockhaus, das in den Anfangsjahren im Bereich des Nordgiebels angebracht war, sei verschwunden. Später nicht mehr benötigt worden, seien zudem die beiden Aborterker.

Dach wurde im 18. Jahrhundert erneuert

Durch dendrochronologische Untersuchungen, bei denen aus der Abfolge unterschiedlich dicker Jahresringe auf das Fälldatum eines Baumes geschlossen wird, fanden die Weimarer heraus, dass die Balkendecke im zweiten Obergeschoss um 1680 erneuert wurde. Das Dach, so Bauhistoriker Schmidt, seit 1740 komplett neu gemacht worden.

Ein Kamin für das ganze Gebäude

„Im Mittelalter gab es zum Beheizen im gesamten Gebäude nur den Kamin im ersten Obergeschoss“, führte Rudolph aus. Auch er habe nicht den gesamten Saal beheizt, sondern nur einen – mit nicht erhaltenen Holzwänden abgetrennten – Bereich. Wahrscheinlich sei auch der sehr schlicht gehaltene Saal im zweiten Obergeschoss mit Holzwänden in kleinere Räume gegliedert gewesen.

Energiekonzept für die Altstadt

Im Anschluss an die Sitzung des Sanierungsbeirats stellte das hannoversche Büro „Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung“ (Koris) 50 Bürgern seine Pläne für ein energetisches Quartierskonzept vor. Ziel sei es, die Effizienz der Energienutzung zu steigern. Die Herausforderung: Der Denkmalschutz erlaube keine Außendämmung der alten Fachwerkhäuser. Die Gebäude müssten von innen gedämmt werden. Zweites Ziel sei es, im Viertel mehr regenerativ gewonnene Energie zu nutzen. Aufgrund der dichten Bebauung biete sich ein Blockheizkraftwerk an, dass die Haushalte über ein Nahwärmenetz beheize.

Beispiel Bioenergiedorf Asche

Im Bioenergiedorf Asche haben sich 62 von 100 Haushalten bereits in einer Genossenschaft zusammengefunden, die ein Nahwärmenetz betreibt, führte Vorstand Harald Block aus. Die nötige Wärme liefere ein Landwirt mit seiner Biogasanlage. Im Winter nutzte die Genossenschaft zudem ein Holzhackschnitzelheizwerk.

Rahmenplan wurde 2016 erstellt.

„Hardegsens Nördliche Altstadt ist 2015 in das Sanierungsprogramm aufgenommen worden“, führte der betreuende Planer Dirk Puche aus Northeim aus. Seit 2016 gebe es einen städtebaulichen Rahmenplan, der in den kommenden zehn bis 15 Jahren umgesetzt werde.

Von Michael Caspar

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