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Duderstadt Almauftrieb „Harz trifft Eichsfeld“ auf Gut Herbigshagen
Die Region Duderstadt Almauftrieb „Harz trifft Eichsfeld“ auf Gut Herbigshagen
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00:30 25.04.2018
Almauftrieb in Duderstadt. Quelle: Tina Hey
Duderstadt

„Für die Kühe beginnt eine neue Jahreszeit - das ist wie Silvester“, sagte Daniel Wehmeyer, Bio-Landwirt und Pächter der landwirtschaftlichen Flächen auf Gut Herbigshagen. Seit Kindestagen interessiert sich Wehmeyer für die Landwirtschaft. 2002 übernahm er den landwirtschaftlichen Nebenerwerb der Familie. Heute kann Wehmeyer einen zertifizierten Bio-Bauerhof vorweisen. Bezüglich Mutterkuhhaltung und Landwirtschaftspflege wurde er bereits 2016 als Preisträger im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau ausgezeichnet und erhielt 2017 den CeresAward als bester Bio-Landwirt Deutschlands.

Schwierige Planung

Vor dem Almauftrieb sind die Kühe und Kälber seit Mitte Dezember aufgestallt, dass heißt sie verbringen den Winter im überdachten Stall. „Der Auftrieb ist schwierig zu planen“, erklärte Wehmeyer. Die Kühe seien sehr aufgeregt, da sie spüren würden, dass es nach draußen geht. Außerdem müsse jede Kuh ihr Kalb bei sich haben.

Das Harzer Rote Höhenvieh auf Gut Herbigshagen verbringt den Sommer auf der Weide. Der Startschuss fiel beim Almauftrieb.

Nur wenige Sekunden

Zwölf Kühe mit jeweils einem Kalb rennen, angetrieben von Wehmeyer und weiteren Helfern, über die abgesperrte Fläche. In wenigen Sekunden sind sie an den Zuschauern vorbei, kurze Zeit später auf ihrer Weide. „Es wäre schön, wenn dieser Moment in Zeitlupe ablaufen würden“, sagte Christoph Neumann, Pressesprecher der Heinz Sielmann Stiftung. Damit hat er nicht Unrecht. Wer nicht schnell genug war, schaffte es nicht einmal ein Foto der Kuhherde zu machen.

Traditionelle Variante

In vielen Betrieben werden die Kühe nach der Wintersaison mittlerweile mit Viehtransportern auf die Weiden transportiert. Wehmeyer entschied sich für die traditionelle Variante und begeistert dabei viele Schaulustige. Zusammen mit der Heinz Sielmann Stiftung gibt es auch einige Kooperationen mit Schulen, die regelmäßig auf einem Tagesausflug den Bio-Bauernhof besuchen. Seit 2013 arbeitet Wehmeyer mit der Heinz Sielmann Stiftung zusammen. Der zertifizierte Bauernhof biete optimale Bedingungen, so der Landwirt.

Beschäftigung mit Bio-Landwirtschaft

Der Almauftrieb lockte mehr als 500 Schaulustige an und soll auch dazu dienen, dass die Menschen sich mit dem Thema Bio-Landwirtschaft beschäftigen. Wehmeyer züchtet das Harzer Rote Höhenvieh, eine vom Aussterben bedrohte Rinderrasse. Um die Tiere nicht unnötigem Stress auszusetzen, werden die Kälber niemals von ihrer Mutterkuh getrennt. So werde garantiert, dass die Fleischqualität ganzjährig gleichbleibend hoch sei. „Das Harzer Rote Höhenvieh gibt im Vergleich zu anderen Kuhrassen weniger Milch und hat mageres Fleisch, sodass sich diese Art weniger zur Zucht eignet“, erklärte Wehmeyer.

“Ich habe den besten Job der Welt“

Da der Herbst sehr durchnässt und der Winter besonders lang war, konnte Wehmeyer erst vor zehn Tagen mit der Aussaat und Beackerung der gepachteten Felder beginnen. „Da habe ich ein paar Tage nicht geschlafen“, erzählte der Bio-Landwirt. Entschädigt werde er dafür mit einem besonderen Ausblick. Von dem Hof aus könne er die kleine Kuhherde sehen. „Das ist das schönste Motiv, eine rotbraune Kuh auf grünem Rasen. Ich habe den besten Job der Welt“, schwärmte Wehmeyer. Den Hauptbestandteil seiner Zucht habe er auf seinem Biohof in Osterode Düna, mit mehr als 200 Rindern.

Von Lisa Hausmann

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