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Duderstadt Hommage an den Häuptling
Die Region Duderstadt Hommage an den Häuptling
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00:17 28.06.2017
Von Nadine Eckermann
Eine neue Seite des Unternehmers Max Näder offenbart sich in der am Sonnabend in der Kunsthalle HGN eröffneten Ausstellung. Sie zeigt den leidenschaftlichen Fotografen. Foto: Heller Quelle: Peter Heller
Duderstadt

„Mit offenen Augen“ ist die Ausstellung betitelt - und mit offenen Augen ist der Unternehmer Max Näder zweifelsohne durch die Welt gegangen. Neugierde und Innovationsdrang, Spaß an der Entdeckung und am Spiel mit der Technik zeichneten den 2009 gestorbenen Duderstädter Unternehmer aus. Dafür ist er Zeit seines Lebens und darüber hinaus mit zahlreichen Ehrungen bedacht worden.

Keine von ihnen galt jedoch dem talentierten Fotografen. Denn kaum jemand wusste überhaupt, dass der Mann, der dem Unternehmen Ottobock zu Weltruhm verhalt, eine künstlerische Ader hatte. Bis zur Digitalierung des Fotoarchivs durch Reinhard Hauff. Er regte bei Hans Georg Näder an, die Qualität der Fotos in einer Ausstellung zu würdigen. Sie ist am Sonnabend in der Kunsthalle HGN eröffnet worden.

An dem Tag, an dem einer der bekanntesten Duderstädter 102 Jahre alt geworden wäre, schloss dessen wohl noch bekannterer Sohn Hans Georg die Lücke und stellte mit der Ausstellung „Mit offenen Augen“ das fotografische Talent seines Vaters heraus. Aus den „Sechs-mal-Sechs-Fotos, die bei uns im Keller standen“ sei in den Räumen der Kunsthalle HGN etwas einmaliges entstanden, eine „Hommage“ an den „Häuptling“, wie Näder das verstorbene Familienoberhaupt nannte.

Amischlitten am Eingang

In fünf Themenfelder gegliedert wird die Reisegeschichte von max und Maria Näder erzählt, die in den 1950er-Jahren die USA besuchten, um die orthopädietschnischen Innovationen der Firma Ottobock zu präsentieren. Da diese in eienm Anhänger am Auto transportiert wurden, zieht sich das Motiv des Anhängers an mehreren Stellen durch die Ausstellung. Auch das Thema Mobilität nimmt breiten Raum ein - nicht umsonsrt weist ein Oldtimer am Kreisel am Ende der Max-Näder-Straße auf die Ausstellung hin.

Nicht umsonst werden die Ausstellungsgäste noch vor dem Betreten der Kunsthalle von einem Amischlitten begrüßt. Kennzeichen: HGN.Ergänzt werden die Fotografien durch biografische Aufzeichnungen Maria Näders. In die Form einer gedruckten Tageszeitung gebracht, vermitteln sie unter der Schlagzeile „Aufbruch in eine neue Welt“ einen Einblick in die Reisegeschichte, geben einen Blick auf die Familie Näder in diesen Jahren frei und zeigen, wie eng Max und Maria Näder Hand in Hand gingen - im Wortsinn wie im übertragenen.

Die „Erstausgabe“ des Kunsthallen-Extrablattes verteilten Zeitungsjungen in historischer Kleidung. Sie brachten das Flair vergangener Zeiten ähnlich authentisch an den ausstellungsort wie die lederbezogene Bar, an der Cocktails kredenzt wurden.

Auf das Zusammenspiel der Ehleute - er, der Mann mit der Kamera, sie, die Frau des Wortes, gingen Maria und Reinhard Hauff vom Kuratorenteam ein. Maria Hauff stellte zudem die Bedeutung der „Entdeckung“ des Fotografen Max Näder für die Arbeit am Familien- und Firmenarchiv heraus, an dem die Eheleute bereits seit Jahren arbeiten.

Eine „ganz neue, überraschende und bisher kaum wahrgenommene Seite“ des Unternehmers sei zutage getreten. Wie er mit seiner Kamera umging, können Besucher der Ausstellung im Video-Bereich erfahren. Dort können sie in einem Sechs-Minuten-Zusammenschnitt mit Näder durch die USA cruisen. Unter den Gästen der Vernissage tummelten sich außer Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Kirche in der Region auch die Töchter Näders, die ihm während der Eröffnungsrede zur Seite standen.

Auch Natalie Scheil, die Verlobte des Unternehmers, feierte die Ausstellungseröffnung mit. Sie zeigte sich besonders angetan vom Motiv eines mexikanischen Zeitungsjungen, das zu den sechs auf vier mal drei Meter Größe aufgezogenen Bildern im Zentrum der Kunsthalle gehört. Dem zukünftigen Ehemann entging das Interesse an der neuen Frau an seiner Seite nicht. Charmant flocht er in seine Rede ein „Experience und Beauty, das zieht sich eben an.“

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