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Duderstadt Initiativen wollen gegen „Eichsfeldtag“ der NPD demonstrieren
Die Region Duderstadt Initiativen wollen gegen „Eichsfeldtag“ der NPD demonstrieren
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17:09 08.08.2018
Gegen den „Eichsfeldtag“ der NPD regt sich Widerstand. Quelle: Steffen Schellhorn
Leinefelde/Göttingen

Die Demonstration der Nazi-Gegner startet am selben Tag um 14.30 Uhr am Bahnhof des Ortes, wie Paula Schuchardt vom Bündnis „Es reicht. Schluss mit dem Neonazi-Festival in Leinefelde“ am Dienstag in Göttingen mitteilte.

Die NPD organisiert bereits seit 2011 „Eichsfeldtage“ mit Rechtsrock-Konzerten, Reden von Parteifunktionären sowie einem Familien- und Kinderprogramm. In den vergangenen Jahren kamen jeweils mehrere hundert Rechtsextremisten aus dem In- und Ausland zu den Veranstaltungen in Leinefelde.

„Andauernde rechte Erlebniskultur“

Der „Eichsfeldtag“ sei Teil einer „andauernden rechten Erlebniskultur” in Thüringen, erklärte Schuchardt. Anders als in der Vergangenheit gehe es den Gegendemonstranten in diesem Jahr stärker um den Kontext der Veranstaltung im rechten Netz Thüringens. „Wir stellen uns nicht hin und sagen: Das Eichsfeld ist kein Ort für Neonazis. Das Eichsfeld ist momentan ein idealer Ort für Neonazis. Nicht zuletzt, weil die Stadt Leinefelde ihnen immer noch Tür und Tor öffnet.

Damit spielt das Bündnis darauf an, dass in den vergangenen Jahren Wasser- und Stromanschlüsse auf den ehemaligen Sportplatz verlegt wurden. Angeblich, um den Platz für Großveranstaltungen zu öffnen. Tatsächlich sei der „Eichsfeldtag“ die einzige größere Veranstaltung, die dort stattfinde, so der Vorwurf der Initiative. Dem widerspricht Natalie Hünger, Fachamtsleiterin Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung vehement.

„Wir könnten auf diese Veranstaltung gut verzichten“

Die Stadt Leinefelde-Worbis öffne den Veranstaltern der NPD keinesfalls freiwillig Tür und Tor, sondern sei durch das Versammlungsrecht an gesetzliche Vorgaben gebunden. „Wir könnten auf diese Art von Veranstaltungen gut verzichten, nicht zuletzt deshalb, weil sie der Stadt Kosten verursacht und wir diese finanziellen Ressourcen lieber für eigene Zwecke einsetzen würden“, erklärt Hünger.

Die Erschließung des Geländes mit Wasser und Strom sei bereits 2014 erfolgt. In diesem Zuge bekam der ehemalige Sportplatz, der wieder als solcher genutzt werden sollte, auch eine Umzäunung und eine Ballfanganlage. Es war geplant, hier eine Art Funktionsgebäude für die Sportvereine zu errichten und die Rasenfläche bespielbar zu machen, erklärt Hünger auf Nachfrage. Die Fläche sei auch für Zirkusvorstellungen und aktuell übergangsweise als Hubschrauberlandeplatz für das Eichsfeld Klinikum genutzt worden. Außerdem werde das Gelände Teil der Landesgartenschau 2024 sein. Eine Bewerbung dazu sei zum Zeitpunkt der Installationen bereits in Vorbereitung gewesen.

59 Rechtsrockkonzerte pro Jahr

Laut der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Thüringen (Mobit), fanden im vergangenen Jahr 59 registrierte Rechtsrock-Veranstaltungen in Thüringen statt. Das Bündnis geht davon aus, dass die rechte Szene auf diesem Wege sechsstelligen Betrag erwirtschaftet. Thüringen sei eines der wenigen Bundesländer, in denen sich Neonazis in strukturschwachen Regionen noch als heldenhafte Kämpfer für soziale Gerechtigkeit inszenieren könnten. Angesichts der schlechten Finanzlage rechter Parteien seien Events wie der Eichsfeldtag eine wichtige Einnahmequelle.

Schuchardt verwies schließlich noch auf eine „steigende Brutalität“ der rechtsextremen Szene in der Region. Ein Angriff von Neonazis auf zwei Journalisten habe das eindrucksvoll bewiesen. Die jungen Männer waren Ende April an der thüringisch-niedersächsischen Landesgrenze von Rechtsextremisten attackiert und schwer verletzt worden, nachdem sie Aufnahmen vor dem Grundstück von Thorsten Heise gemacht hatten. Der ist als NPD-Landesvorsitzenden Mitveranstalter des Eichsfeldtages.

Von Markus Scharf mit epd

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