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Duderstadt Mit Inklusivem Campus eine Bildungskette in Duderstadt schaffen
Die Region Duderstadt Mit Inklusivem Campus eine Bildungskette in Duderstadt schaffen
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18:23 30.08.2018
Marie-Theres Waning-Ernst (r.), Leiterin der Tagesstätte St. Raphael, und Sabine Mitschke, Organisatorin des Klosterfrühstücks, diskutieren über den Inklusiven Campus in Duderstadt. Quelle: foto: Franke
Duderstadt

St. Raphael bestehe aus dem heilpädagogischen Kindergarten und einem Schulbereich in Kooperation mit der Pestalozzischule. Die Einrichtung gebe es seit 1971, sagte Waning-Ernst. „Als sie gestartet wurde, gab es noch kein Schulpflicht für Kinder mit Behinderungen.“ Die sei erst 1978 eingeführt worden.

Im Lauf der Jahrhunderte habe es einen Perspektivwechsel im Umgang mit Behinderungen gegeben, wie die Referentin mit einer Grafik darstellte. Von der „Strafe Gottes“ um 800 über ein „medizinisches Problem“ um 1500 und „unwertes Leben“ ab 1933 seien sie 1994 dann als „soziales Problem“ angesehen worden. In dem Jahr sei auch erst der Zusatz „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ an den Artikel drei im deutschen Grundgesetz angefügt worden. Und erst 2006 sei die Behindertenrechtskonvention aufgestellt worden.

Der Begriff Inklusion

Der Begriff Inklusion sei mittlerweile fest mit der Eingliederung von Menschen mit Beeinträchtigungen verbunden, sagte Waning-Ernst. Im Gegensatz dazu spreche man bei Personen mit Migrationshintergrund über Integration. Bis zur Inklusion sei es aber ein weiter Weg. „Wir sind noch nicht bei der Inklusion angekommen, sondern immer noch bei der Integration“, wie sie am Beispiel von Schulbegleitern erläuterte. Jeder wisse, für welchen Schüler der Begleiter zuständig sei. So gehöre der gehandicapte Schüler zwar zur Klasse, habe aber in der Gruppe eine Sonderstellung.

Der Inklusive Campus, der derzeit in Duderstadt vorbereitet werde, soll für alle Kindern eine Bildungskette von der Krippe bis zum Übergang in den Beruf schaffen, erläuterte Waning-Ernst. In der öffentlichen Meinung sei er fest mit dem ehemaligen Gebäude der Pestalozzischule verbunden, doch auch dieses sei nur ein Bestandteil des Campus, der nicht als reales sondern als „Denkgebäude“ angesehen werden müsse. Zum Campus zählen auch die umliegenden Schulen, die Familienbildungsstätte sowie die Emmaus-Einrichtung.

Erster Schritt

Ein erster Schritt der Umsetzung sei der Umzug der Klassen der Pestalozzischule in die Gebäude der St.-Ursula- und der St.-Elisabeth-Schule gewesen. In der ehemaligen Pestalozzischule sollen die Kindergartenkinder auf einem Flur untergebracht werden. Es gebe zwar eigene Räume für Kinder, die individuell gefördert werden müssen, aber der Tagesablauf werde gemeinsam geplant.

Waning-Ernst beendete ihren Vortrag mit einer Geschichte, die einen Vergleich im Reich der Tiere anstellte. In der Vogelwelt sei ein Pinguin mehrfach schwerbehindert. Er sei stark kurzsichtig und übergewichtig und könne, was aus Sicht der übrigen Vögel das Wichtigste sei, erst recht nicht fliegen. Übertragen auf die Welt der Menschen würde er in verschiedene Fördermaßnahmen gesteckt, unter anderem um fliegen zu lernen. Doch im Wasser entfalte der Pinguin seine eigentlichen Fähigkeiten, sei schnell und wendig und fange auch ausreichend Fische, um seinen Nachwuchs zu ernähren. Er tue eben nichts anderes als seine fliegenden Kollegen, gehe aber einen anderen Weg. Und genauso müsse es auch in der Inklusion laufen, dass jeder seinen eigenen Weg finden könne.

Termine für das Klosterfrühstück

Die weiteren Termine für das Klosterfrühstück für Frauen im Jahr 2018 sind auf den 18. Oktober und 15. November terminiert. Interessentinnen können sich im Gästebereich des Ursulinenkloster unter Telefon 0 55 27 / 91 45 12 oder per E-Mail an gaestebereich@ursulinen-duderstadt.de anmelden.

Von Rüdiger Franke

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