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Duderstadt Ein Schritt in Richtung Inklusiver Campus
Die Region Duderstadt Ein Schritt in Richtung Inklusiver Campus
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00:27 01.03.2018
Mit dem frisch unterzeichneten Kaufvertrag: Holger Gatzenmeyer von der Caritas, Propst Bernd Galluschke, Schwester Ignatia von den Ursulinen, Derzernentin Christel Wemheuer (Grüne), Ralf Regenhardt von der Caritas sowie Sozialdezernent Marcel Riethig (SPD) und Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) Quelle: hö
Duderstadt

Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages für das Gebäude der Pestalozzi-Schule in Duderstadt ist der Start des Inklusiven Campus näher gerückt. Die Caritas hat am Montag das Gebäude des Landkreises übernommen und hofft, im Sommer 2019 dort den Betrieb aufzunehmen.

„Der Kauf ist ein Meilenstein für das Projekt“, sagte Caritas-Geschäftsführer Ralf Regenhardt nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags. Und Propst Bernd Galluschke sekundierte, dass nach fünf Jahren Vorbereitung jetzt ein Traum in Erfüllung gehe.

Konkret bedeutet das, dass im früheren Schulgebäude mehrere Krippen- und Kita-Gruppen in Trägerschaft der Caritas einziehen sollen. Der Kindergarten St. Klaus zieht mit 100 Kindern ebenso um, wie der Heilpädagogische Kindergarten St. Raphael mit derzeit etwa 30 Kindern. Hinzu kommen zwei neu zu gründende Krippengruppen mit insgesamt 30 Kindern.

Beitrag zur Chancengerechtigkeit

Dabei gelte für alle Gruppen, dass dort sowohl Kinder mit als auch ohne Behinderungen willkommen seien, betonte Regenhardt. Im Sinne des Inklusiven Campus soll das nach seinen Worten einen Beitrag zu Partizipationsmöglichkeiten und Chancengerechtigkeit leisten.

Ebenfalls in das Gebäude einziehen soll ein neues Familienzentrum. Das umfasse ein Café und Gruppenräume, um Platz für Begegnungen und Aktivitäten zu schaffen, so Regenhardt. Auch geplant seien Beratungsangebote für Eltern und Schwangere, sowie eine Schuldner- und eine Suchtberatung.

Bis zum von Regenhardt erhofften Start im August 2019 stehen allerdings noch mehrere Teilschritte an. Zum einen müsse noch eine entsprechende Organisationsstruktur entwickelt werden. Denn: Mit dem Landkreis, der Stadt, der Kirche, dem Ursulinen-Orden sowie der Leitung mehrerer Bildungseinrichtungen hat das Projekt derzeit eine Vielzahl an involvierten Akteuren. Dass die hiesige Caritas federführend sein wird, steht allerdings fest – die Hoheit über das Projekt sei unlängst vom Bistum Hildesheim an den regionalen Verband übergegangen, sagte Regenhardt.

Umbau ab Sommer 2018

Auch muss das Gebäude baulich verändert werden: Teile der früheren Schule sollen entkernt werden und Treppenhäuser umgebaut werden. Vollständig barrierefrei solle der Inklusive Campus am Ende sein, kündigte Regenhardt an. Um den Zeitplan zu halten, müsse im Sommer 2018 mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Mit dem Inklusiven Campus schaffe Duderstadt ein Vorzeigeprojekt, erklärte auch Kreisrat Marcel Riethig (SPD). Zentral sei dabei, dass schon die Entwicklung des Konzepts die Inklusionsidee berücksichtige: „Nicht Menschen passen sich an Einrichtungen an, sondern Einrichtungen an Menschen“, betonte er.

Propst Bernd Galluschke nannte den Inklusiven Campus deshalb „ein kleines Leuchtturmprojekt“. Und weil im unmittelbaren Umfeld des Inklusiven Campus mehrere Schulen Anknüpfpunkte bieten würden, könne das Vorhaben junge Menschen „von der Krippe bis zum Berufseinstieg“ begleiten, so Galluschke.

Darauf hofft auch Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU): „Inklusion muss im Alltag gelebt werden“, sagte er. Zugleich gilt ihm zufolge allerdings, dass auch ohne den Inklusiven Campus bei den beteiligten Kitas Handlungsbedarf bestanden hätte: St. Raphael hätte in absehbarer Zeit unmittelbar an der künftigen Umgehungsstraße gelegen. Und St. Klaus sei ebenfalls sanierungsbedürftig, so Nolte.

Die Finanzierung

Der Landkreis hat der Caritas die Schule zum Buchwert für 908 000 Euro verkauft – was deutlich unter dem Verkehrswert von etwa 1,4 Millionen Euro liege, so die zuständige erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne). Insgesamt veranschlagt die Caritas für das Vorhaben derzeit knapp fünf Millionen Euro. Davon entfällt ein Teil auf die Stadt Duderstadt, wobei nach Angaben von Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) ein entsprechender Vertrag über die Finanzierung unterzeichnet ist.

Weitere Mittel kommen von verschiedenen Förderprogrammen, allerdings stehen nach Angaben von Caritas-Geschäftsführer Ralf Regenhardt noch einige Förderbescheide aus. Die Kinderbetreuung wird außerdem aus Bundes- und Landesmitteln im Rahmen der „Richtlinie Ausbau Tagesbetreuung“ (RAT) finanziert. Der Landkreis bezuschusst diese ebenfalls, am Montag übergab Kreisrat Marcel Riethig (SPD) einen Förderbescheid in Höhe von 260 000 Euro für die Kinderbetreuung.

Von Christoph Höland

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