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Duderstadt Politische Bildung durch simulierte Wahl
Die Region Duderstadt Politische Bildung durch simulierte Wahl
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00:19 23.09.2017
Und hinein in die Urne: Bei der Juniorwahl wird der vollständige Wahlvorgang simuliert. Quelle: Niklas Richter
Duderstadt

Im Wahljahr 2017 verzeichnet die Juniorwahl eine Rekord-Teilnehmerzahl: 3400 Schulen und knapp eine Millionen Schüler beteiligen sich am bundesweiten Projekt zur politischen Bildung. Im Eichsfeld nehmen unter anderem Schüler der Astrid-Lindgren-Schule und der St.-Ursula-Schule teil.

Juniorwahl in Duderstadt

„Jede Stimme zählt. Wenn ich volljährig wäre, würde ich zur Wahl gehen“, erklärt Simon aus der 7a der IGS St. Ursula. Von den Politikern erhofft er, dass sie im Wahlkampf die Wahrheit sagen, die Kandidaten aus dem Wahlkreis sind ihm bekannt. Auch Klassenkamerad Zack findet es gut, dass jeder sich durch seine Wahl am politischen Geschehen beteiligen kann und hält die Politiker für relativ glaubwürdig. Nina und Liza finden es ebenfalls sinnvoll, sich mit der Wahl am politischen Geschehen einzumischen. Liza erhofft von den Politikern, dass sie die Schulen mehr unterstützen, auch bei der Ausstattung. Mit ihrer Lehrerin für Gesellschaftslehre, Sabina Kiel, haben die Jugendlichen das Thema Bundestagswahl im Unterricht durchgenommen und sich dann an der Wahlsimulation Juniorwahl beteiligt, die unter anderem vom Deutschen Bundestag und vom Bundesministerium für politische Bildung gefördert wird. Das Projekt richtet sich an alle Schulformen der Sekundarstufen I und II ab Klasse sieben. „Bei uns durften in diesem Jahr auch schon die sechsten Klassen mitmachen. Das politische Interesse ist auf jeden Fall da, wenn die Kinder altersgerecht herangeführt werden“, sagt Kiel, die zum dritten Mal die Juniorwahl an der St.-Ursula-Schule organisiert. Insgesamt machen 12 Klassen bei der Juniorwahl an der IGS mit.

Vorbereitung im Unterricht

Zum Konzept der Juniorwahl gehört die thematische Vorbereitung im Unterricht, dann der simulierte Wahlakt, der einer echten Wahl in der Durchführung sehr nahe kommen soll. Es gibt einen Wahlraum, Wahlhelfer und den Wahlvorstand. Am Tag der Bundestagswahl wird auch die simulierte Juniorwahl ausgewertet, und um 18 Uhr werden die Ergebnisse bundesweit bekanntgegeben. In der darauffolgenden Woche wird das Ergebnis im Unterricht erörtert und mit Berichten in den Medien verglichen und nachbereitet. Ziel der Juniorwahl ist, politisches Wissen anzueignen, sich eine Meinung zu bilden und demokratische Teilhabe zu erleben.

Werben für hohe Wahlbeteiligung

An der Astrid-Lindgren-Hauptschule hat die Referendarin Sandra Eberhardt-Hunold mit ihrer 10. Klasse im Politikunterricht die Juniorwahl organisiert. Um für eine gute Wahlbeteiligung zu werben, haben die Schüler am Eingang der Schule ein großes, selbstentworfenes Plakat aufgestellt, das auch die Schritte des Wahlvorgangs kurz erläutert. „Manche gehen nicht zur Wahl, weil sie nicht wissen, wie das abläuft und verunsichert sind“, hat Eberhardt-Hunold beobachtet. Daher wurde auch im Unterricht das ganze Prozedere bei der Wahl erörtert. „Ich würde mir wünschen, dass der Ablauf der Wahl in jedem Schuljahr geübt wird, damit Routine entsteht und die Verunsicherung abnimmt“, sagt die Referendarin, der es auch bei der simulierten Wahl wichtig ist, dass die Schüler freiwillig kommen. Michelle und Amira gehören zu den Wahlhelfern und unterstützen ihre Mitschüler bei den Abläufen im Wahlraum der Juniorwahl. Achtklässler Marik findet es sinnvoll, zur Wahl zu gehen, um mitzubestimmen, „sonst werden vielleicht Regeln aufgestellt, mit denen ich nicht einverstanden bin“, sagt er. Klassenkamerad Handi bezweifelt allerdings, dass die Politiker alles umsetzen werden, was sie vor der Wahl versprechen. An beiden Schulen haben aber die Schüler das Projekt Juniorwahl größtenteils sehr positiv bewertet.

Von Claudia Nachtwey

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