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Duderstadt Karl-Heinz Ronge ist seit 33 Jahren „Der Bunte“
Die Region Duderstadt Karl-Heinz Ronge ist seit 33 Jahren „Der Bunte“
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16:58 14.02.2013
Erweckt die Gieboldehäuser Symbolfigur zum Leben: Karl-Heinz Ronge schlüpft bei Feiern und Umzügen in das 25 Kilogramm schwere Gestell. Quelle: Lüder/Kunze
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Gieboldehausen

Das 25 Kilogramm schwere Kostüm, das er zu verschiedenen Feierlichkeiten anlegt, werde ihm erst nach etwa einer Stunde schwer auf den Schultern, denn „solange man Spaß hat, trägt sich das Kostüm ganz leicht.“ Die Figur, 1935 kreiert, steht mit ihrem bunten Gewand für die sieben Siedlungen, aus denen sich im 13. Jahrhundert der Flecken Gieboldehausen zusammensetzte.

Bunten oder die Siebensinnigen genannt

Da die Einwohner der Siedlungen auch nach ihrem Zusammenschluss Eigenständigkeit bewahrten und unter anderem eigene Altäre in der Kirche St. Laurentius aufbauten, wurden sie häufig die Bunten oder die Siebensinnigen genannt. Damit die Geschichte des Fleckens und die Vielseitigkeit seiner Bewohner nicht in Vergessenheit gerät, erfand Bürgermeister Heinrich Nünemann gemeinsam mit dem Zimmermann Fritz Sieburg die Figur des Bunten. Vor 78 Jahren hatte der Bunte seinen ersten großen Auftritt bei einem Heimatfest, 45 Jahre später schlüpfte Karl-Heinz Ronge zum ersten Mal in das Kostüm.

„Zuerst habe ich das Kostüm bei meinem Vater gesehen, dann wollte ich es auch anprobieren, und später hat es mir so gut gefallen, dass ich mich gerne bereit erklärt habe, es weiter zu tragen“, erklärt Ronge. Für sein langjähriges, ehrenamtliches Engagement wurde er Anfang des Jahres beim traditionellen Neujahrsempfang des Fleckens geehrt.

Den Entschluss, als Bunter aufzutreten, habe er selbst bei heißen Temperaturen, wenn es unter dem schweren Kostüm heiß und stickig werden kann, nie bereut. Mit einem Kleinbus wird das Kostüm, das auf dem Dachboden des Gieboldehäuser Bauhofs untergebracht ist, zu verschiedenen Feiern und Umzügen transportiert. Bei diesen repräsentiert Ronge seine Heimatgemeinde und schüttelt  jede Menge Hände.

Durch Mechanismus die Figur steuern

„Früher hat der Bunte immer gewunken und aus der Ferne gegrüßt, ich begrüße allerdings  gern viele Menschen persönlich und schüttele die Hände der Kinder“, erläutert er. Durch einen eingebauten Mechanismus kann Ronge die rechte Hand der Figur steuern und den Kopf aus Kunststoff bewegen. „Durch die Interaktion mit den Menschen verfliegt die Zeit im Kostüm und man denkt gar nicht daran, wie schwer es wirklich ist“, meint er. Das Schönste an seinem Ehrenamt ist laut Ronge das Lachen der Kinder, die sich an dem großen Kostüm erfreuen.

Obwohl der Bunte nur geringe Ähnlichkeit mit dem Duderstädter Anreischken aufweist, werde er des öfteren für diesen gehalten: „Wenn mich jemand mit dem Anreischken verwechselt, dann rufe ich laut: Ich bin der Gieboldehäuser Bunte.“ Das Kostüm, um einiges größer als der Anreischke, besteht aus einem Drahtgestell, den der 49-Jährige nur mit Hilfe zweier Helfer auf seine Schultern setzen kann. Damit er mit dem 25 Kilo schweren Draht- und Holzgeflecht nicht nach vorn kippt, wird der Korpus mit einem Gürtel an seinem Rumpf befestigt. Auch nach 33 Jahren fühle sich der Gieboldehäuser fit und sportlich genug, um das Kostüm sicher tragen  zu können und freue sich auf die nächsten Jahre als Bunter: „Vielleicht mache ich ja noch die 40 Jahre voll“, erklärt er lachend.

Von Elisa von Hof

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