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Duderstadt Kennzeichen-Comeback mit Kanten
Die Region Duderstadt Kennzeichen-Comeback mit Kanten
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19:46 08.02.2012
Von Kuno Mahnkopf
Bei GÖ bleiben oder auf DUD zurückschalten? Autofahrer aus der Samtgemeinde Gieboldehausen sollen wählen können.  Quelle: Thiele
Gieboldehausen

Der Grund dafür ist simpel: OHA lebt noch, während andere Kennzeichen wie die der Altkreise DUD oder HMÜ mit der Gebietsreform untergegangen sind und deshalb ein optionales Comeback im Großkreis Göttingen erleben könnten.

 Diesen Hinweis hat jetzt die Samtgemeinde Gieboldehausen gegeben, die sich auf Bitten des Landkreises mit dem Thema befasst hat. Denn das Bundesverkehrsministerium hat inzwischen die Länder aufgefordert, mitzuteilen, welche konkreten Unterscheidungszeichen von welcher Zulassungsbehörde wieder zugeteilt werden sollten. Und der Kreis sondiert jetzt die Befindlichkeiten auf Gemeindeebene.

 Während die Samtgemeinde Radolfshausen einheitlich an Göttinger Kennzeichen – auch für die Altkreis-Duderstadt-Orte Seulingen und Seeburg – festhalten will,  gab es in Gieboldehausen einen Ratsbeschluss zur Wahlfreiheit. Bei sieben Enthaltungen folgte der Rat dem Beschlussvorschlag, es künftig allen Kfz-Haltern aus der Samtgemeinde freizustellen, für ihre Kennzeichen auch DUD statt GÖ wählen zu können – vorausgesetzt, die sich abzeichnende Rechtsänderung zur Wiedereinführung der alten Kennzeichen kommt zum Tragen. Das ist durch eine Änderung der Fahrzeug-Zulassungsordnung mit Zustimmung des Bundesrates möglich. Die vom Städte- und Gemeindebund angeschobene „Initiative Kennzeichenliberalisierung“ war beim Bundesverkehrsministerium zunächst auf Ablehnung gestoßen. Inzwischen wurde aber signalisiert, die begehrte Rechtsänderung als optionale Zuteilung nicht mehr auszuschließen.

 Obwohl die Bewohner Wollershausens und Lütgenhausens nie zum Altkreis Duderstadt gehört haben, könnten sie  sich künftig für ein DUD-Kennzeichen entscheiden. Warum dann nicht auch für ein anderes altes Nummernschild? „HMÜ oder andere Altkennzeichen als DUD werden im Ostkreis nicht möglich sein“, sagt Bernhard Reuter (SPD), Landrat im Landkreis Göttingen  und ehemaliger Landrat des Kreises Osterode: „Es muss schon historische Anknüpfungspunkte geben.  Wir haben kein Interesse an zu vielen Kennzeichen und zusätzlichem Verwaltungsaufwand.“

 Es zeige sich, dass das Thema komplizierter sei als es anfangs ausgesehen habe, meint Reuter. Der Kennzeichen-Initiative will er sich nicht verschließen, sie aber in „vernünftige Bahnen“ lenken. Das gilt auch für künftige Entwicklungen. Schließlich stehen bei einer möglichen Kreisfusion auch die Kennzeichen GÖ, NOM oder OHA  auf dem Prüfstand.  

 Die Städte Duderstadt und Hann. Münden haben sich bereits eindeutig für eine Wiedereinführung ihrer Alt-Kennzeichen ausgesprochen, verweisen auf Identitätsstärkung und Tourismus-Marketing. Schon vor Jahren hat Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) das lokalpatriotische DUD-Revival in der Verwaltungsnomenklatur eingeführt: DUD steht im Stadthaus für Dienstleistungs-Unternehmen Duderstadt.

 „Persönlich kann ich mir vorstellen, dass die Nachfrage nach dem DUD-Kennzeichen in der Stadt Duderstadt wesentlich höher sein wird als in der Samtgemeinde“, merkt deren Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU) an. Sie wolle keine unterschiedliche Behandlung innerhalb der Samtgemeinde, den Bürgern aber eine Wahlmöglichkeit lassen – beschränkt auf DUD oder GÖ. Den Wunsch nach Wunsch-Kennzeichen kann sie nachvollziehen: „Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.“

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