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Duderstadt Der christlichen Kultur auf der Spur
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00:17 21.01.2017
Kirche statt Klassenzimmer: Schüler der Sprachlernklassen lernen mit Propst Bernd Galluschke die christliche Kultur kennen. Quelle: NE
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Duderstadt

"Landeskunde live" hätten die Schüler erleben sollen, begründete Martin Bereszynski, Lehrer am Eichsfeld-Gymnasium, seine Idee, den Schülern der Sprachlernklassen die christliche Kultur im Eichsfeld nahebringen zu wollen. Gerade in der Region rund um Duderstadt spiele die Kirche eine entscheidende Rolle - und sei damit etwas, das sie dringend kennenlernen sollten. Gemeinsam mit Kollegin Marta Kaptsan, die die jüngeren Schüler in der Außenstelle des Eichsfeld-Gymnasiums unterrichtet, hatte er die Exkursion in die Kirche und ein Treffen mit Propst Bernd Galluschke organisiert. Der stellte sich geduldig eine Dreiviertelstunde lang Fragen, die unterschiedlicher kaum ausfallen konnten. Dies lag in den unterschiedlichen Herkunftshintergründen der Kinder und Jugendlichen der Klassen fünf bis neun begründet: Polinnen, Kurden, Iraker, Syrer und eine US-Amerikanerin brachten ganz unterschiedliche Grundkenntnisse mit.

Gong schlagen in den Heiligen Hallen

Während ein Mädchen beim Betreten der Kirche geäußert habe, sie sei ein wenig ängstlich, wie Bereszynski berichtete, seien andere Kinder schon häufig mit dem Christentum in Berührung gekommen. Die beiden Polinnen stammten aus einem katholisch geprägten Land. Sepehr (13) aus dem Iran sagte, er habe zwar schon einige Ahnung vom Christentum gehabt, aber dennoch lauter Neues vom Propst erfahren. Yehya (11) aus dem Libanon und Nasser (12) aus Syrien waren ganz beeindruckt von der Kirche - und davon, dass sie in den Heiligen Hallen einmal den Gong schlagen durften, der sonst im Gottesdienst zur Gabenbereitung erklingt.  

Kinder zünden Kerzen an

Die Kinder und Jugendlichen erkundigten sie sich nach Theologischem wie der Frage nach dem Paradies und wie es zu erlangen sei, berichteten über den Umgang von Christen und Moslems in ihren Herkunftsländern und stellten Fragen nach dem Kircheninventar und der Liturgie: Dass das Wasser am Eingang dazu da sei, sich zu bekreuzigen und damit an die Taufe zu erinnern, brachte ihnen Galluschke ebenso nahe wie die Namen der Apostel, deren Figuren in der Kirche stehen, und die Symbolkraft der Kerzen: "Sie verlängern das Gebet", schilderte er die Funktion des Anzündens von Opferkerzen.

Offenbar beeindruckt davon nutzten die Schüler den Aufenthalt in der Kirche, um diesen Gedanken - über Nationalitäten und Glaubensrichtungen hinweg - umzusetzen: Gemeinsam steckten sie Kerzen für die Opfer in Syrien an und beteten um Frieden in der Welt.

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