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Duderstadt Klamotten aus dem Eichsfeld für Wasser in Brasilien
Die Region Duderstadt Klamotten aus dem Eichsfeld für Wasser in Brasilien
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18:28 27.03.2018
Mitglieder der Kolpingsfamilie Duderstadt mit Helfern beim Wiegen der Kleidung am Kornhaus. Quelle: Habermann
Duderstadt

Die Kolpingsfamilien im unteren Eichsfeld haben am Sonnabend ihre Kleidersammlung durchgeführt. Mit über 60 Tonnen Kleidung rechnen sie in diesem Jahr. Die Hälfte der Erlöse aus dem Verkauf geht an die Entwicklungshilfe in Brasilien.

Mit Traktoren ziehen die Kolpinger tonnenweise Kleidung auf die Waage des Kornhauses in Duderstadt, auf der sonst Lastwagenladungen von Korn und Dünger gewogen werden. Das ganze Jahr über haben die Bewohner des Eichsfelds alte Kleidung in Säcken gesammelt, die Mitglieder des katholischen Sozialverbands ausgegeben haben. Jetzt sind mehrere hundert Kolpinger im unteren Eichsfeld unterwegs, um zu sammeln. Ein Teil von ihnen trifft sich an der Industriestraße, um zu wiegen und die Kleidersäcke in vier Container zu schmeißen, die das Kornhaus zur Verfügung stellt.

Kleider werden weiterverarbeitet

„Am Montag werden die Container abgeholt und dann geht es nach Salzgitter zu Toruntex, dem Textilverwertungsunternehmen“, sagt Michael Nachtwey, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Duderstadt. „Dort wird sortiert aber auch weiter verarbeitet“. Nachtwey schätzt, dass 15 000 Euro zusammenkommen.

„Ein richtiges Geschäft“, sagt Klaus Brune. Auch er ist Mitglied der Duderstädter Kolpingfamilie. „Die guten Sachen werden verpackt und verkauft. Die weniger Guten werden zu Putzlappen verarbeitet oder zu Dämmstoffen verarbeitet, die die Autoindustrie einsetzt“. 23 oder 24 Kolpingfamilien gibt es laut Brune im unteren Eichsfeld. Einige Kolpingfamilien sammeln das ganze Jahr über und horten die Kleidung in Scheunen. Jede Familie bekommt für ihre Bemühungen einen Anteil. Der Rest geht nach Brasilien.

Partnerschaft mit Brasilien

Der Diözesanverband der Kolpinger in Hildesheim ist partnerschaftlich mit dem Kolpingwerk in Nordost-Brasilien verbunden. Seit etwa zwanzig Jahren fördert er in Ceará, Pernambuco und Alagoas gemeinnützige Projekte. Diese Bundesstaaten zählen zu den ärmsten des Landes, und ihre Bewohner haben mit extremen Dürrezeiten zu kämpfen. Mit dem Geld, das mit der Kleidung gemacht wird, wurden schon Pumpen für die Brunnen der Brasilianer bezahlt. Jetzt sollen Zisternen gebaut werden, um das Wasser, dass die Regenzeit bringt, zu speichern. Einen weiteren Teil des Geldes bekommt die Brasilienhilfe Mingerode der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas. Das Projekt kümmert sich um brasilianische Kinderheime und Jugendtreffs. Gebäude werden saniert und die Versorgung mit Strom und Wasser wird sichergestellt.

„Wir sind ein alter, aussterbender Verein, wenn ich es mal ganz krass sagen darf“, sagt Herbert Wolf der stellvertretende Vorsitzende der Kolpingsfamilie Duderstadt. Das Kolpingwerk sei früher ein Gesellenverein gewesen. Die Handwerker, die auf Wanderschaft gingen und keine feste Arbeit hatten, lebten im 19. Jahrhundert oft unter menschenunwürdigen Bedingungen. Der deutsche Schustergeselle Adolph Kolping war davon entsetzt. Als katholischer Priester ließ Kolping in Köln Häuser bauen, in denen Gesellen Herberge fanden und sich bildeten. Schnell gründeten sich mehr Vereine. Heute kann jeder Mitglied werden; über 270 tausend gibt es in Deutschland. Das Kolpingwerk engagiert sich besonders für die Familie und für junge Menschen. Es ist in 61 Ländern vertreten. Die Internationalität des Verbandes gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Von Julian Habermann

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