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Duderstadt Knochenarbeit im Duderstädter Hotel Zum Löwen
Die Region Duderstadt Knochenarbeit im Duderstädter Hotel Zum Löwen
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00:19 29.03.2013
Im Hotel zum Löwen bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen. Quelle: Schauenberg
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Duderstadt

Zweite Etage, Bauabschnitt 36. Auf das Dach des Hotels scheint die Sonne, doch Günter Solbach, Geschäftsführer der Gartenbaugesellschaft Freiland, blinzelt ins Licht und will dem Wetter nicht recht trauen.

Das Auslegen des Bodenmaterials hat sich schon jetzt wegen der Kälte verzögert, es war zwischenzeitlich eingefroren. Solbach haben die letzten Wochen pessimistisch gemacht, er sieht im Geiste schon wieder Frost aufkommen. Dann könnten die Pflanzen womöglich nicht geliefert werden. Oder das  Einsetzen würde sich verzögern.

Es sind nicht irgendwelche Pflanzen, die Solbach hier in den nächsten Tagen ins Gehege setzen will. Zwei bis drei Meter hohe Ahornbäume sollen aufs Dach kommen. Freilandhaltung an sich, sagt Solbach, sei nichts Besonderes. Hier ginge es aber um „die Oberklasse des Hühnerstalls“. 

Während sich der weißhaarige Mann um seinen Zeitplan sorgt, klemmt sich Stefan Fellner zwei Etagen höher die nächsten Bretter unter die Arme. Vom alten Wurstboden in der vierten Etage geht es runter bis auf die Marktstraße. Die hölzernen Decken-Balken in den neuen Apartments auf Etage drei hat man sichtbar belassen. Die alten Bretter im Dachgeschoss aber verschmäht man hier. Sie landen in einem orangen Container vor der Tür.

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Der Umbau im Hotel zum Löwen in Duderstadt ist in vollem Gang: Fliesen- und Natursteinverleger Matthias Solf rechnet für die Zukunft mit Rückenproblemen.

Es ist Fellners vielleicht fünfte Tour. Ungefähr bei Tour drei hat er sich einen mit Holz gefüllten blauen Sack über die Schulter geworfen. Jetzt kommt Fellner wieder oben an, hängende Schultern, hängende Arme. Fellner atmet schwer. Aber er lacht.Fellner ist jung, ihn kann man noch belasten. Der Schreiner ist 19, erst seit ein paar Jahren dabei.

Die Treppenstufen sind unverkleidet, die Abstände unterschiedlich hoch. Unten kommt schon Hubert Birnbacher mit neuen Brettern um die Ecke. Bittet man den 36-jährigen Münchener, seinen Namen aufzuschreiben, sind die Buchstaben unter dem schwarzen Staub schwer zu lesen.
Matthias Solf stört sich nicht an dem Baustaub, der hier überall liegt. „Gut für die Gesundheit ist das sicher nicht. Aber das gehört dazu“, sagt er. Solf bereitet zwischen den treppauf und treppab laufenden Schreinern alles für die Verkleidung der Stufen vor.

Nach seinem Schulabschluss hat sich der Kirchworbiser einen denkbar rückenschädigenden Beruf gewählt: Solf ist Naturstein- und Fliesenverleger. Noch habe er keine Rückenschmerzen. „Aber ich bin noch jung“, sagt er. Und Solf lächelt wie einer, der ein Spiel gewonnen hat, aber nicht zeigen will, dass er sich darüber freut. Solf ist 28.

Sein Kollege Sebastian Gottlieb ist unterwegs, um neues Material zu besorgen. Später wird er einen Eimer voller Silikonspritzen auf dem Treppenvorsprung abstellen.

Die Natursteinplatten, die die Männer hier verlegen wollen, stehen schon im Treppenhaus bereit, man hat sie am Vortag hochgetragen. 30 Kilo wiegt eine Platte, Sorte Nero Impeta: mattes Grau, ein paar Zentimeter dick. Ungefähr zehn der Platten lehnen in der Ecke von Etage drei. Um 7 Uhr sollen sie hier am nächsten Tag verlegt werden.

Solf fegt zur Vorbereitung den groben Dreck schon einmal von den Treppen. Mit dem Handfeger. Und mit gekrümmtem Rücken, wieder einmal.

Von Telse Wenzel

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