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Duderstadt Hochwasserschutzkonzept für Duderstadt fertiggestellt
Die Region Duderstadt Hochwasserschutzkonzept für Duderstadt fertiggestellt
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00:27 04.06.2018
Das Sandwasser-Rückhaltebecken hat beim Dauerregen im Juli 2017 eine Überschwemmung in Duderstadt verhindert. Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Im Auftrag des Fachbereiches Bauen und Umwelt der Stadt Duderstadt hat das Nordhäuser Ingenieurbüro Fugro Germany Land die Stufe zwei des Hochwasserschutzkonzeptes erstellt. Dieses sieht die Neubewertung der Bemessungsabflüsse der Hahle und ihrer Nebenflüsse Sandwasser, Muse und Sulbig vor und soll die Maßnahmen konkretisieren. Am Ende sollten Empfehlungen für eine Kombination weiterer Schritte vorgeschlagen werden. Das Konzept soll am Dienstag, 12. Juni, in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Feuerschutz vorgestellt werden, wie Duderstadts Bauamtsleiter Johannes Böning mitteilte. „Im Abschlussbericht werden zwei Modelle vorgestellt“, sagte er, „eines mit Rückhaltebecken und eines ohne.“ Dazu gebe es eine ganze Reihe an Einzelmaßnahmen.

Überschwemmungsgebiete ermittelt

Die erste Stufe des Hochwasserschutzkonzeptes wurde bereits im Oktober 2015 abgeschlossen. Ziel war, Schwachstellen zu analysieren und einen konkreten Handlungsbedarf zu erarbeiten. Dazu ermittelten die Mitarbeiter des Ingenieurbüros unter anderem die Überschwemmungsflächen für die Hahle sowie deren Nebengewässer bei einem Jahrhunderthochwasser (HQ100) und einem extremen Hochwasser. Darüber hinaus rechneten sie das Hochwasserereignis von 1981 nach. Das Ergebnis offenbarte eine deutliche Unsicherheit bei den verwendeten Bemessungsabflüssen der Fließgewässer. Um Maßnahmen zu konkretisieren und festzulegen und Investitionsentscheidungen zu rechtfertigen, müsse aber ein fundierter Abflusslängsschnitt vorliegen, heißt es im Bericht.

Deutlich höhere Abflusswerte

Für die Stufe zwei des Konzeptes erstellten die Fugro-Mitarbeiter ein Niederschlag-Abfluss-Modell für das Einzugsgebiet der Hahle bis zum Pegel Rollshausen, um eine sichere Grundlage für die Berechnung der Wasserspiegel und Überflutungsflächen zu schaffen. Besonders für die Hahle im Bereich der Stadt Duderstadt wurden höhere Abflusswerte für größere Hochwasserereignisse ermittelt. Dadurch ließen sich kritische Stellen der Flächenausbreitungen und Überflutungstiefen in HQ100-Überschwemmungsgebieten noch deutlicher ausweisen.

16 Einzelmaßnahmen betrachtet

Insgesamt betrachtete das Team 16 Varianten zum technischen Hochwasserschutz der Stadt Duderstadt, darunter die Wirkung eines 2005 erstmals vorgeschlagenen Rückhaltebeckens in der Hahle bei Gerblingerode. Wie im Abschlussbericht vermerkt, würde dessen Realisierung die Situation bei Hochwasser in Duderstadt sehr entspannen und kaum noch weitere Schutzmaßnahmen in ufernahen Bereichen der Nebengewässer erfordern. Lediglich privater Objektschutz sei erforderlich, vor allem an Kleinbauten in Gärten.

Mehrere Schutzmaßnahmen an der Hahle notwendig

Ohne den Rückhalt durch einen Aufstau in der Hahle seien besonders im Bereich der Einmündung des Sandwassers in die Hahle mehrere Schutzmaßnahmen notwendig, heißt es im Abschlussbericht weiter. Für die wirtschaftliche Betrachtung wurden für alle Varianten Schadenspotenziale sowie eine Kostenschätzung für Investitions- und laufende Kosten berechnet. Für die erste Variante ergab sich ein deutlich unwirtschaftlicheres Verhältnis, wobei die mit Abstand kostenintensivste Maßnahme der Bau eines Rückhaltebeckens sei. Allein dafür wäre mit Investitionskosten von mehr als sieben Millionen Euro und Jahreskosten von mehr als 200 000 Euro zu rechnen. Deshalb sei die zweite Variante ohne Rückhaltebecken mit einem deutlich besseren Nutzen-Kosten-Verhältnis die wirtschaftlich vertretbare Variante.

Unterhaltung und Instandsetzung

Bei beiden Varianten sei wichtig, die hydraulische Leistungsfähigkeit des Wehres an der Schindangerbrücke, der Verdolung (Verrohrung) im Hartmannkanal und des Dammes des Hochwasserrückhaltebeckens Sandwasser durch Unterhaltung und Instandhaltung sicherzustellen. Ebenfalls hohe Priorität genießen eine Abflussrinne südlich der Göttinger Straße und die Erhöhung Uferkanten der Hahle zwischen Mündung Muse und Sandwasser sowie des Sandwassers zwischen Sachsenring und Mündung in die Hahle. „Dabei muss das Gesamtkonzept unbedingt gesehen werden“, erläuterte der Bauamtsleiter. „Die Maßnahmen werden nur als Einheit wirksam.“ Es reiche nicht, nur einzelne Punkte umzusetzen, um ein wirksames Ergebnis im Hochwasserschutz zu erzielen.

Mehr zum Thema:

Grundlagen und Unsicherheiten bei hydraulischen Berechnungen (Fugro Consult gmbH)

Wenig großflächige Schäden im Landkreis (Tageblatt-Bericht vom Juli 2017)

Niedersachsen droht mehr Hochwasser (HAZ-Bericht vom Januar 2018)

Länderübergreifendes Hochwasserportal

Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Von Rüdiger Franke

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