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Duderstadt Spielmann und Henning bleiben im Amt
Die Region Duderstadt Spielmann und Henning bleiben im Amt
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09:08 16.04.2018
Bürgermeistewahl in Heiligenstadt. Hier Amtsinhaber Thomas Spielmann (mit Mikrofon) und seine Anhänger freuen sich vor dem Rathaus über das vorläufige Endergebnis. Quelle: Niklas Richter
Heiligenstadt

Henning, der das Amt bereits seit 1994 bekleidet, startet mit einem mehr als eindeutigen Ergebnis von 82,2 Prozent der Stimmen in seine letzte Amtszeit. Seine Herausforderin Petra Welitschkin von der Linken bekam 17,8 Prozent der Stimmen.

„Das Eichsfeld ist nicht rechts“

Der 61-jährige Henning sieht eine mögliche Anfechtung der Wahl durch den nicht zugelassenen NPD-Mann Thorsten Heise gelassen, sagte er am Sonntagabend. „Mir wäre lieber gewesen, er hätte gleich mit auf dem Wahlzettel gestanden,“ so Henning, er respektiere aber die Entscheidung des Wahlausschusses, die aufgrund von juristischen Argumenten getroffen worden sei. „Das Eichsfeld ist nicht rechts“, betonte Henning, „das Eichsfeld ist wertkonservativ“. Die Eichsfelder – und dabei sprach Henning vom Landkreis Eichsfeld, seien bodenständig und christlich-konservativ.

Landratwahl im Landkreis Eichsfeld: Einer der ersten Gratulanten für den wiedergewählten Landrat Werner Henning (CDU) ist der Bundestagsabgeordnete Manfred Grund (CDU, links). Quelle: Niklas Richter

82,2 Prozent für Henning, 17,8 Prozent für Welitschkin

84091 Menschen waren am Sonntag zur Wahl des neuen Landrates aufgerufen. Zur Urne gingen 34365, was einer Wahlbeteiligung von 40,9 Prozent entspricht. CDU-Mann Henning lag am Ende mit 82,2 Prozent klar vorn. Seine Herausforderin Petra Welitschkin (Linke) bekam 17,8 Prozent.

Das klare Wahlergebnis freue ihn, sagte Henning. Er sehe sich darin bestätigt, „dass wir hier im Eichsfeld keine Parteipolitik machen sondern Politik für das Eichsfeld“. Dass man mit der bisherigen Politik „rundum richtig“ liege, führte Henning wenige Minuten nach seinem Wahlsieg aus, zeige sich an den Ergebnissen in manchen Dörfern, die traditionell evangelisch und eher links seien. Auch dort habe er gut abgeschnitten. Das beste und nicht mehr zu toppende Einzelergebnis erzielte der alte und neue Landrat in Sickerode. Dort bekam er 60 Stimmen und damit 100 Prozent.

Enttäuschung über niedrige Wahlbeteiligung

Enttäuschung klang beim Statement von der Linken-Landratskandidatin Welitschkin heraus – in zweierlei Hinsicht. Zum einen „hätte ich mit eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht und auch erwartet“, sagte sie. Sie sei unter anderem auch deshalb angetreten, um den Bürgern eine Alternative zu bieten. Eine Wahl zu haben, dafür seien die Bürger zur Wende auf die Straßen gegangen, „auch für freie Wahlen“, betonte sie.

20-Prozent-Marke verfehlt

Ihr persönliches Ergebnis nehme sie zur Kenntnis. „Die Wähler haben sich deutlich für ein ’weiter so’ entschieden und wollen keine Veränderung“. Immerhin liege ihr persönliches Ergebnis mit 17,8 Prozent knappt doppelt so hoch wie das der Linken bei der letzten Bundestagswahl. Insofern sei das Abschneiden bei der Landratswahl gar nicht so schlecht, sagte Welitschkin. Angepeilt habe sie allerdings die 20-Prozent-Marke.

Vereinbarungen mit den Gemeinden

In der nächsten Wahlperiode wolle er den Gemeinden im Landkreis Eichsfeld verwaltungsmäßige Hilfe anbieten, kündigte Landrat Henning an. Dabei denkt er zum Beispiel im Zuge der Digitalisierung daran, sie auf vertraglicher Basis beim Ausbau von Bürgerportalen in allen Bereichen der Verwaltung zu unterstützen. „Die Gemeinden brauchen keine Bedrohung ihrer Unabhängigkeit zu befürchten“, versicherte Henning. Entsprechende Vereinbarungen zur Zusammenarbeit gebe es bereits beim Breitbandausbau.

Der neue und alte Bürgermeister der Stadt Heilbad Heiligenstadt Thomas Spielmann (l.) nach seiner Wahl. Quelle: Niklas Richter

Bürgermeisterwahl in Heiligenstadt

Gewählt haben die Bürger in Heiligenstadt auch einen Bürgermeister. Zur Wiederwahl für eine zweite Amtszeit war Thomas Spielmann von der Bürgerinitiative „Menschen für Heiligenstadt“ angetreten. Spielmann holte 4493 Stimmen und lag damit mit 56,6 Prozent klar vor seinem Herausforderer. Thadäus König ((CDU) erzielte 43,4 Prozent (3443 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag bei der Bürgermeisterwahl in Heiligenstadt bei 58 Prozent.

Spielmann, der seine Anhänger am Marktplatz vor dem Rathaus um sich geschart hatte und nach Schließung der Wahllokale die Updates der Ergebnisse kommentierte, zeigte sich am Ende dann mehr als zufrieden mit dem „Superergebnis“. Er dankte seinem Wahlkampfteam für die Unterstützung. Das Wahlergebnis bedeute aber auch, ergänzte Spielmann, dass 43,4 Prozent der Heiligenstädter „uns nicht gewählt haben“. Er sehe nun seinen Auftrag darin, auch sie zu überzeugen.

Gemeinsam die Stadt voranbringen

Die CDU wolle er nun an den Tisch bitten, um gemeinsam etwas für die Zukunft der Stadt zu tun und sie voranzubringen. „Nur darum geht es“, betonte der alte und neue Chef im Heiligenstädter Rathaus, „nicht um Persönlichkeiten sondern zum unsere Stadt“. Der Auftrag gehe auch an seine eigene Mannschaft, ergänzte Spielmann, der nun in eine zweite Amtszeit startet. „Auch wir müssen uns ein Stückweit zurücknehmen“, wenn etwas erreicht werden solle.

Sein Herausforderer König hatte im Wahlkampf unter anderem darauf gesetzt, dass Heiligenstadt weiter wächst, Familien ein gutes Lebensumfeld bietet und auf die Gesundheitsbranche setzt. Am Ende hat es für ihn nicht gereicht.

Statistisches zu den Kommunalwahlen in Thüringen

Im Freistaat Thüringen wurde bei den Kommunalwahlen am Sonntag landesweit 14 Landräte, sechs Oberbürgermeister in den kreisfreien Städten, 71 hauptamtliche Bürgermeister, darunter drei Oberbürgermeister in den großen kreisangehörigen Städten Altenburg, Gotha und Mühlhausen, sowie 29 ehrenamtliche Bürgermeister gewählt.

Auszählung der Briefwahlstimmen im Rathaus in Heiligenstadt. Quelle: Niklas Richter

Beworben hatten sich 42 Kandidaten (darunter neun Frauen) für die Landratswahlen, 35 Bewerber (sieben Frauen) für die Oberbürgermeisterwahlen und 225 Kandidaten (32 Frauen) für die Bürgermeisterwahlen. Wahlberechtigt waren im Freistaat bei den Kommunalwahlen etwa 1,58 Millionen Bürger, wobei nach Angaben des Landesamtes für Statistik der Anteil der 16- bis 17-Jährigen bei 1,9 Prozent lag.

Die vorläufigen amtlichen Endergebnisse der Wahlen stellt das Landesamt für Statistik zur Verfügung.

Das war die Live-Berichterstattung am Wahlabend:

19.53 Uhr: Der letzte der 147 Wahlbezirke der Landratswahl ist ausgezählt, das Ergebnis ist mehr als eindeutig. Amtsinhaber Werner Henning (CDU) ist mit 82,2 Prozent der Stimmen erneut zum Landrat des Landkreises Eichsfeld gewählt worden. Mitbewerberin Petra Welitschkin (Linke) bekam 17,8 Prozent. Henning sieht eine mögliche Anfechtung der Wahl durch den nicht zugelassenen NPD-Mann Thorsten Heise gelassen. Das klare Wahlergebnis freue ihn und er sehe sich bestätigt, „dass wir hier im Eichsfeld keine Parteipolitik machen“. Vielmehr sehe man sich bodenständig und christlich-konservativ.

Glückwünsche: Werner Henning bleibt Landrat des Landkreises Eichsfeld. Quelle: Richter

19.31 Uhr:

Im Obereichsfeld wird unter anderem auch der Landrat des Landkreises Eichsfeld gewählt - Amtsinhaber Landrat Henning Werner verfolgt die Auszählung. Quelle: richter

Kurz nach 19 Uhr: Wenige Augenblicke später dann das vorläufige Endergebnis: Thomas Spielmann holt 4493 Stimmen und liegt damit mit 56,6 Prozent klar vor seinem Herausforderer. Thadäus König erzielte 43,4 Prozent (3443 Stimmen). Spielmann dankte seinem Wahlkampfteam für die Unterstützung und bot der CDU an, sich an einen Tisch zu setzen, um gemeinsam etwas für die Zukunft der Stadt zu tun, „denn nur darum geht es“. Der Auftrag gehe aber auch an die eigenen Leute, so der alte und neue Bürgermeister von Heiligenstadt. Denn 43,4 Prozent müssten jetzt noch überzeugt werden.

Bürgermeister Thomas Spielmann (mit Weste am Tablet) verfolgt am Wahlabend mit seinen Anhängern vor dem Rathaus die Auszählung. Quelle: Niklas Richter

19.04 Uhr: Kurzer Jubel brandet auf, weil beim Briefwahlbezirk 01 ebenfalls der Amtsinhaber vorn liegt und dort 60,3 Prozent geholt hat. 1000 Stimmen liegen noch zwischen aktuellem Ergebnis mit 56,7 zu 43,3 Prozent. Briefwahlbezirk 02, das letzte Ergebnis das noch fehlt habe nur ca. 900 Stimmen, so Spielmann und erntet Applaus. Der Sekt wird bereits ausgeschenkt. Die Stimmung ist gut.

19 Uhr: Am Rathaus sammeln sich immer mehr Bürger. Die letzten Wahlbezirke werden ausgezählt. Die Ergebnisseite des Statistischen Landesamtes ist zeitweise nicht zu erreichen.

18.45 Uhr: Amtsinhaber Bürgermeister Thomas Spielmann (Bürgerinitiative „Menschen für Heiligenstadt“) gibt den ersten Zwischenstand nach Auszählung von 10 der 17 Wahlbezirke durch. Danach liegt er mit 55 Prozent der Stimmen vorn. Nur einen der Wahlbezirke – Günterode - hat demnach Mitbewerber Thadäus König von der CDU mit 75 Prozent für sich entschieden. Nach Auszählung von 14 der 17 Wahlbezirke liegt Spielmann immer noch vorn- 56 Prozent. Für Jubel sei es aber noch zu früh sagt er, denn zwei große Briefwahlbezirke fehlten noch. Die Wahlbeteiligung sei „miserabel“ so Spielmann und liege bei 44,8 Prozent.

Amtsinhaber Bürgermeister Thomas Spielmann (am Tablet) verfolgt die Auszählung. Quelle: richter

Gegen 16 Uhr: Wie es in einer Zwischenmeldung heißt, betrug die Wahlbeteiligung landesweit bei den Kommunalwahlen im Jahr 2012 zu diesem Zeitpunkt 36,3 Prozent. Damit sind bisher mehr Wahlberechtigte an die Urnen gegangen als bei den vorangegangenen Kommunalwahlen. Noch nicht berücksichtigt seien in diesem Zeischenergebnis die Briefwähler. Knaplp 5,3 Prozent der Wahlberechtigten in Thüringen habe im Vorfeld von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht.

Kommunalwahlen in Thüringen in Zahlen

Gewählt werden landesweit 14 Landräte, sechs Oberbürgermeister in den kreisfreien Städten, 71 hauptamtliche Bürgermeister, darunter drei Oberbürgermeister in den großen kreisangehörigen Städten Altenburg, Gotha und Mühlhausen, sowie 29 ehrenamtliche Bürgermeister. Beworben haben sich 42 Kandidaten (darunter neun Frauen) für die Landratswahlen, 35 Bewerber (sieben Frauen) für die Oberbürgermeisterwahlen und 225 Kandidaten (32 Frauen) für die Bürgermeisterwahlen.

Wahlberechtigt sind im Freistaat bei den Kommunalwahlen etwa 1,58 Millionen Bürger, wobei nach Angaben des Landesamtes für Statistik der Anteil der 16- bis 17-Jährigen bei 1,9 Prozent liegt.

Wahlen im Obereichsfeld

Gewählt wird im Obereichsfeld unter anderem der Landrat des Landkreises Eichsfeld sowie der Bürgermeister des Heilbades Heiligenstadt.

Amtsinhaber Werner Henning (CDU) ist wieder angetreten. Er bekleidet das Amt schon seit 1994, kündigte aber an, dass es im Fall seiner Wiederwahl seine letzte Amtsperiode sei. Den Landkreis, den er schon lange führt, sieht er in guter Verfasstheit und verweist darauf, dass der Kreis schuldenfrei sei und die Arbeitslosigkeit unter fünf Prozent liege. Das wichtigste Thema für die kommende Wahlperiode sieht er in der Digitalisierung, nicht zuletzt der Verwaltungsstruktur.

Seine Herausforderin ist Petra Welitschkin von der Linken. Sie wolle eine moderne bürgerliche Verwaltung schaffen, was nicht zuletzt Transparenz und Offenheit meine, so Welitschkin. Auch direkte Demokratie und mehr Bürgerbeteiligung lägen ihr am Herzen – ebenso wie der Kampf gegen Rechts. „Ich würde deutlich Stellung gegen Rechts beziehen“, sagt sie angesichts rechtsextremer Konzerte wie des Eichsfelder Heimattags, der mittlerweile regelmäßig in Leinefelde stattfinde.

Nicht antreten durfte Thorsten Heise. Der Wahlauschuss hatte dem NPD-Politiker die Wählbarkeit wegen Zweifeln an der Verfassungstreue abgesprochen. Weil sein Einspruch gegen die Entscheidung scheiterte, hat Heise die Möglichkeit, die Wahl nachträglich anzufechten.

Zwei Kandidaten bei Bürgermeisterwahl in Heiligenstadt

Außerdem wählen die Heiligenstädter einen neuen Bürgermeister. Dort treten Thadäus König für die CDU sowie Amtsinhaber Thomas Spielmann für die Bürgerinitiative „Menschen für Heiligenstadt“ an. Letztgenannter steht seit einer Amtsperiode an der Spitze der Stadt und will sich auch künftig für eine Belebung der Innenstadt, eine transparente Verwaltung und eine weitere Absenkung der Schuldenlast einsetzen. Herausforderer König setzt unter anderem darauf, dass Heiligenstadt weiter wächst, Familien ein gutes Lebensumfeld bietet und auf die Gesundheitsbranche setzt.

Informationen zu den Wahleregebnissen:

Thüringer Landesamt für Statistik

Beitrag wurde am 15. April um 23.45 Uhr aktualisiert.

Von Britta Eichner-Ramm

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