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Duderstadt Etwa 100 Straftaten weniger als 2017
Die Region Duderstadt Etwa 100 Straftaten weniger als 2017
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13:30 08.03.2019
Karl-Hubert Wüstefeld, Kirsten Schreiber und Christian Borchard (v.l.) nach der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik vor dem Polizeikommissariat Duderstadt. Quelle: Markus Riese
Duderstadt / Eichsfeld

Weniger Einbrüche, mehr Körperverletzungen und ein Rückgang der Jugendkriminalität – das sind einige der Kernaussagen der polizeilichen Kriminalstatistik im Polizeikommissariat Duderstadt für das Jahr 2018.

Vorgestellt wurden die Zahlen für das vergangene Kalenderjahr am Freitag vom Leiter des Polizeikommissariats Duderstadt, Karl-Hubert Wüstefeld, der kommissarischen Leiterin des Kriminalermittlungsdienstes, Kirsten Schreiber, und dem Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Christian Borchard. Die vorgelegten Statistiken umfassen die Stadt Duderstadt sowie die Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen.

Rückgang der Straftaten um 5,35 Prozent

Nachdem die Anzahl der Straftaten im Jahr 2017 um 4,2 Prozent auf 1775 angestiegen sei, habe es nun einen „erfreulichen Rückgang“ um 5,35 Prozent auf insgesamt 1680 Straftaten gegeben, wie Wüstefeld berichtet. Damit würden die Fallzahlen auch unter dem Niveau von 2016 liegen. Die Aufklärungsquote sei zwar im Vergleich zum Vorjahr von etwa 75 auf „nur“ noch 66,31 Prozent gesunken, liege aber dennoch auf einem hohen Niveau und über dem Landesdurchschnitt von 62,81 Prozent. Dass die Quote ein Jahr zuvor so hoch gewesen sei, habe auch an dem relativ hohen Anteil an sogenannten „aufklärungsgünstigen“ Delikten gelegen, wie Wüstefeld erläutert.

Für die Polizeistationen Gieboldehausen und Ebergötzen hätten sich jeweils ein ähnliches Straftaten-Aufkommen ergeben wie im Jahr zuvor (310 / 117). In beiden Bereichen sank die Aufklärungsquote auf etwa 57 Prozent. „Dabei ist zu beachten, dass dort eher die aufklärungsungünstigen Delikte wie zum Beispiel Sachbeschädigungen bearbeitet werden“, betont Wüstefeld.

Für den gesamten Bereich des Polizeikommissariats Duderstadt bewege sich die Fallzahl bei den Eigentumsdelikten auf Vorjahresniveau (380); die Aufklärungsquote liege hier bei 33,5 Prozent. Gestiegen sei die Zahl der Diebstähle aus Kraftfahrzeugen (von 29 auf 39 Taten).

Gezielte Prävention verhindert Wohnungseinbrüche

Bei den Wohnungseinbruchdiebstählen gab es der Statistik zufolge 21 Straftaten zu verzeichnen (sieben davon tagsüber zwischen 6 und 20 Uhr); 2017 waren es noch 56 gewesen. Die gezielte Prävention zeige hier „immense positive Auswirkungen“: Ungefähr ein Drittel aller Taten blieben demnach im Versuch stecken. Wüstefeld: „Wenn Einbrecher eines nicht haben, dann ist es Zeit. Nach rund zwei Minuten lassen sie von ihrem Vorhaben ab, wenn sie bis dahin die Sicherungseinrichtungen nicht überwunden haben.“ Die Polizei setze deshalb auch weiterhin auf gezielte Aufklärung – etwa durch regelmäßige Beratungstermine, die laut Wüstefeld auch gut angenommen werden.

Rohheitsdelikte leicht angestiegen

Die Fallzahlen der sogenannten Rohheitsdelikte – dazu zählen beispielsweise Raub und räuberische Erpressung, Nötigung oder auch Stalking – seien im Vergleich zu 2017 leicht angestiegen: von 318 auf 337. Sie würden allerdings auch eine hohe Aufklärungsquote von 93 Prozent aufweisen. Dominierend seien hier die Körperverletzungsdelikte (226 Taten – 8,65 Prozent mehr als 2017), bei denen oft auch Alkohol im Spiel sei. Dass die Zahl der „häuslichen Gewalten“ erneut angestiegen ist, nämlich von 108 Fällen im Jahr 2017 auf 123 Fälle im Jahr 2018, bewertet Wüstefeld nicht uneingeschränkt negativ. Eher im Gegenteil: „Die Zahlen steigen seit Jahren an. Wir müssen dabei aber berücksichtigen, dass die Dunkelziffer früher recht hoch gelegen haben dürfte“, erläutert der Erste Polizeihauptkommissar (EPHK). Viele Taten seien einfach nicht angezeigt worden, dies habe sich in den vergangenen Jahren geändert. Und das wiederum sei positiv zu bewerten.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Bedenklich hingegen sei die Entwicklung beim Thema „Gewalt gegen Polizeibeamte“. Acht Fälle habe es 2018 gegeben, drei mehr als 2017. Schürfwunden und Hämatome seien die Folge gewesen. „Fast immer waren die Täter alkoholisiert. Die Hemmschwelle, teils brutale Gewalt gegen Bürgerinnen und Bürger auszuüben, setzt sich leider auch gegenüber Polizisten fort“, sagt Wüstefeld.

Weniger Sachbeschädigungen und Vandalismus

Erfreulich sei, dass die Zahl der Sachbeschädigungen von 179 auf 135 Fälle zurückgegangen sei – so auch beim Vandalismus auf Straßen, Wegen und Plätzen (von 76 auf 49). Gestiegen sei dagegen die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte, nämlich von 242 auf 330 Taten. Allein beim Warenbetrug habe ein Plus von 29 Taten registriert werden müssen, beim Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Karten oder PIN sogar ein Plus von 38 Taten.

Großer Rückgang bei Drogendelikten

Den deutlichsten Rückgang verzeichnete das Polizeikommissariat Duderstadt bei der Betäubungsmittelkriminalität. 2018 gab es hier noch 204 Fälle und somit 151 weniger als im Vorjahr. Der Schwerpunkt habe auf Cannabisprodukten gelegen. Auch der Handel mit Drogen sei von 92 auf 61 Taten deutlich zurückgegangen. Die Aufklärungsquote sei hier mit 98 Prozent sehr hoch.

92 Prozent der jugendlichen Täter männlich

Ebenfalls deutlich rückläufig sei die Gesamtzahl der minderjährigen Tatverdächtigten (104 gegenüber 196 im Vorjahr), Maßgeblich sei auch hier ein deutlicher Rückgang der Rauschgiftdelikte von 93 auf 44 Taten. Bei den Jugendlichen seien im Übrigen fast alle Täter männlich (92 Prozent), bei den Heranwachsenden zwischen 18 und 21 Jahren immer noch 81 Prozent.

Von Markus Riese

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