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Duderstadt Mode als Zugang zur Kunst
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20:20 13.05.2018
Ausstellung „1,5 km of ..." im Duderstädter Rathaus. Quelle: Markus Hartwig
Duderstadt

In weiß und schwarz sind die lebensgroßen Skulpturen konzipiert worden, die im Bürgersaal des Rathauses zu schweben scheinen und alle eine beinahe geisterhafte Leichtigkeit ausstrahlen. Eine weitere Gemeinsamkeit findet sich im Material ihrer Kleidung. Insgesamt seien 1,5 Kilometer Gummiband – vermutlich sogar mehr – in den Gewändern verarbeitet worden, sagte die Modedesignerin Neli Mitewa. Gummibänder, die eng und elastisch die Strukturen der Körper umfassen, aber auch netzartige Strickgewänder, wirken zum Teil wie Gerippe in einer filigranen Zerbrechlichkeit.

1,5 Kilometer – so viel Gummiband sei bei einer vorherigen Ausstellung in Bulgarien bei Installationen verwendet worden, erklärte die Modedesignerin. „Wir haben das Gummiband für die neue Ausstellung recycelt. Die drei Punkte im Titel ,1.5 km of...` sollten die beteiligten Künstler mit eigenen Begriffen füllen“, erläuterte sie. Gedanken, Beziehungen und Gegensätze seien dabei in Szene gesetzt worden. Ziel der Designer sei es, über Mode einen leichteren Zugang zu künstlerischen Ideen zu öffnen, sagte Mitewa.

In einem Schwarzweiß-Fashion-Film, der ebenfalls gezeigt wird, trägt die Ausdruckstänzerin Alexandra Spasova die im Rathaus ausgestellten Kleidungsstücke. In verschiedenen Szenen, zum Teil in bizarr wirkenden Naturlandschaften aufgenommen, werden die „Gerippe“ mit Leben gefüllt und erhalten eine neue Dimension.

Duderstädterin Iris Schlomski holt die Künstlergruppe ins Eichsfeld

Die Ausstellung ist zuvor schon in Kapstadt und in Wien gezeigt worden. Dass sie nun auch in Duderstadt präsentiert wird, ist der Duderstädterin Iris Schlomski zu verdanken. Als Chefredakteurin des internationalen Magazins „textile network“ habe sie die Arbeiten von Mitewa kennengelernt und daraufhin die bulgarische Künstlergruppe Ivan Asen 22 ins Eichsfeld eingeladen, erklärte Schlomski und stellte bei der Vernissage den Werdegang der drei international aktiven und vielfach ausgezeichneten Künstler Neli Mitewa, Momchil Tasev und Alexander Gerginov vor. In der Ausstellung „1.5 km of ...“ werde die Distanz durch Körperverhüllung mit Hilfe von konzeptioneller Mode erlebbar gemacht, sagte die Initiatorin.

Eigenkompositionen von Elena Chekanova und Robert Kusiolek

Passend zur Vernissage war auch der musikalische Rahmen außergewöhnlich und verschaffte den Gästen Zugang zu neuen Klangstrukturen. Das Duo Elena Chekanova (Live Elektronic) und Robert Kusiolek (Akkordeon) führte eine ebenfalls manchmal fern und geisterhaft wirkende Akustik mit tief beseelter Nähe zusammen. Sphärische Klangbilder am Piano, ein manchmal hauchendes, dann wieder treibendes Akkordeon, ergänzten die traumähnlichen Filmsequenzen hervorragend.

Nach ihren klassischen Ausbildungen in Weißrussland, Polen und an der Musikhochschule Hannover widmen sich Chekanova und Kusiolek mit ihren Eigenkompositionen vor allem dem Schaffen von neuen Klangräumen in der zeitgenössischen Musik.

Bürgermeister Wolfgang Nolte dankte der Initiatorin Iris Schlomski, dem Duderstädter Kulturbeauftragten Horst Bonitz für die Koordination, der Sparkasse Duderstadt für die Unterstützung des kulturellen Lebens in Duderstadt – und vor allem den internationalen Künstlern für ihre Präsentationen.

Die Ausstellung „1.5 km of ...“ der bulgarischen Künstlergruppe Ivan Asen 22 ist noch bis Sonntag, 27. Mai im Rathaus während der Öffnungszeiten der Gästeinformation zu sehen.

Von Claudia Nachtwey

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