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Duderstadt 20-Jähriger bei Explosion schwer verletzt
Die Region Duderstadt 20-Jähriger bei Explosion schwer verletzt
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20:39 24.04.2017
Quelle: dpa
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Großbartloff

Zunächst war von einem Unfall mit einer Säge ausgegangen worden, als für den schwer verletzten jungen Mann aus Heiligenstadt ein Notruf abgesetzt wurde. Angaben der Polizei zufolge hatten Angehörige den Schwerverletzten gefunden und und die Rettung gerufen.

Er hatte sich an beiden Händen so schwer verletzt, dass er mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Kassel geflogen werden musste. "Dort stellten die Ärzte fest, dass es sich um Sprengverletzungen handelt", erklärte ein Sprecher der Landespolizeiinspektion Nordhausen. Weitere Körperteile seien ebenfalls betroffen gewesen. Eine Notoperation wurde eingeleitet.

Der Mann schwebt noch immer in Lebensgefahr. Entsprechend sei er bisher nicht vernommen worden, teilte die Polizei am Montag mit. Erste Ermittlungsergebnisse habe aber eine Durchsuchung des elterlichen Grundstücks in Großbartloff im Landkreis Eichsfeld ergeben, das bei der Explosion nicht beschädigt worden sein soll.

Die Beamten hätten am Sonntag Hinweise darauf erhalten, dass sich der 20-Jährige sich als „Hobbychemiker“ ausprobiert habe. Ihm sei "durchaus der Bau von Sprengkörpern und Rohrbomben zugetraut" worden, berichtet die Polizei. Auf dem elterlichen Grundstück entdeckten die Beamten schließlich ein verstecktes Labor, in dem Chemikalien gefunden wurden, die zur Herstellung von Sprengstoff geeignet sind. "Vermutlich befindet sich in verschiedenen Behältern bereits fertiger Sprengstoff", sagte der Sprecher. Für die Bergung der gefährlichen Stoffe seien Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamtes hinzugerufen worden.

Hinweise auf ein politisches Motiv lägen nicht vor, sagte ein Sprecher der Polizei. Auch Anzeichen für die Planung einer konkreten Tat hätten die Ermittler nicht gefunden.

Am Mittag bereitetete die Polizei die Durchsuchung der Wohnung des Bombenbastlers in Heiligenstadt und die Bergung der gefährlichen Stoffe vor. Elf Bewohner hätten dafür einen Plattenbau verlassen, teilte die Polizei mit. Gefunden wurden "sprengstoffverdächtige Substanzen beziehungsweise Gegenstände", so die Polizei.

Ein "offensichtliches Selbstlaborat" sei durch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Thüringen gesichert und außerhalb von Heiligenstadt kontrolliert gesprengt worden. Um welche Art Sprengstoff es sich dabei gehandelt habe, gab die Polizei noch nicht bekannz. Es sollten erst weitere Untersuchungen folgen. Für den Transport der Stoffe stand ein Spezialfahrzeug der Bundespolizei zur Verfügung, das aus Leipzig zum Ort des Geschehens gebracht wurde.

Im Anschluss an den Einsatz in Heiligenstadt stand die Bergung gefährlicher Stoffe in Großbartloff an. Weitere Informationen will die Polizei zu gegebener Zeit veröffentlichen.

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