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Duderstadt Ladesäulen auf dem Pferdeberg eingeweiht
Die Region Duderstadt Ladesäulen auf dem Pferdeberg eingeweiht
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14:00 11.01.2019
Bürgermeister Wolfgang Nolte (2.v.l.) weiht die drei neuen E-Ladesäulen auf dem Pferdeberg offiziell ein. Quelle: Markus Riese
Duderstadt

 Der Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) hat zum Auftakt des zweitägigen Symposiums „Die Bewahrung der Schöpfung“ im Kolping-Ferienparadies auf dem Pferdeberg drei E-Ladesäulen für elektrisch betriebene Fahrzeuge offiziell eingeweiht. Die Säulen des Herstellers Pion aus Osnabrück haben jeweils zwei Ladepunkte und können ab sofort genutzt werden.

Klaus Bechtold, Vorsitzender des Kolping-Familienferienwerks, erläuterte vor den anwesenden Symposium-Teilnehmern, dass die Infrastruktur vor Ort bis zu sieben Stationen an diesem Standort zulasse. Insgesamt seien perspektivisch also 14 Ladepunkte auf dem Parkplatz möglich. Übernachtungsgäste des Ferienparadieses sollen die jetzt installierten drei Säulen kostenlos nutzen können, andere Besitzer von E-Fahrzeugen könnten die Säulen über eine App finden und für pauschal fünf Euro ihr Auto aufladen. Außerdem sei angedacht, Firmen, Institutionen und karitativen Einrichtungen Ladekarten zu einem monatlichen Pauschalpreis von 150 bis 200 Euro zur Verfügung zu stellen. „Dafür können diese ihre Fahrzeuge dann den ganzen Monat über aufladen, so oft sie wollen“, erklärte Bechtold die Idee. Verschiedene Einrichtungen hätten bereits Interesse signalisiert.

Gehäuse mit photokatalytischem Effekt

Jens Eickelmann, Vorstandsvorsitzender der Pion Technology AG, wies auf die Besonderheiten der drei neuen E-Ladesäulen hin, die aktuellen Schnelllade-Standards entsprechen würden. So habe das Gehäusematerial einen photokatalytischen Effekt. Es könne Feinstaub binden und Stickoxide in unbedenkliche Bestandteile umwandeln. Diese könnten im Anschluss sogar die Umgebung düngen. Durch Sonneneinstrahlung werde außerdem Oxidationsenergie erzeugt. Das Gehäuse der Säulen sei darüber hinaus „selbstklimatisierend“, sodass eine technische Klimatisierung der Anlage nicht notwendig sei. Die leicht futuristisch anmutenden Säulen, die in ihrer Form an Brettspielfiguren erinnern, signalisieren durch ein Farbsystem den aktuellen Status. So weiß der Nutzer beispielsweise, dass das System korrekt mit dem Auto verbunden ist und der Ladevorgang ordnungsgemäß läuft.

Im weiteren Verlauf des Symposiums stand am Freitag vor allem die Elektromobilität im Fokus. So erläuterte Johannes Schmiesing, Leiter der Netzwerktechnik der Avacon AG aus Salzgitter, die E-Mobilität aus Sicht eines Energieversorgers. Über die Wirtschaftlichkeit von E-Mobilen sprach Matthias Schmidt, Geschäftsführer der MMS Concept GbR aus Osterode. Auch die Autokonzerne kamen zu Wort – BMW und Volkswagen hatten jeweils Vertreter geschickt, um aus der Sicht der Branche zu berichten. „Der Tag X wird kommen, an dem die Hersteller nur noch Elektrofahrzeuge produzieren und keine Autos mehr mit Verbrennungsmotor“, betonte Bechthold schon in seiner Begrüßungsansprache am Vormittag. Wann das sein wird, könne niemand genau vorhersagen, aber seiner Einschätzung nach werde dieser Tag noch vor dem Jahr 2025 kommen.

Symbolisch das Band durchgeschnitten und die Zufahrt freigegeben - Wolfgang Nolte (Mitte) mit weiteren Gästen und Mitveranstaltern des Symposiums. Quelle: Markus Riese

Klimakommune Saerbeck vorgestellt

Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Guido Wallraven, der nach einer Einführung von Norbert Grebbe vom in Hannover sitzenden Innovationszentrum Niedersachsen die „Klimakommune Saerbeck“ vorstellte. Diesen Titel trage die 7200 Einwohner große NRW-Gemeinde seit 2009. „Wir wollen die vollständige Energieautarkie bis 2030 erreichen“, skizzierte Wallraven, der vor Ort für die Projektsteuerung zuständig ist. Und dass es viel zu steuern gibt, wurde schnell deutlich: Drei Leitprojekte, sieben Handlungsfelder und mehr als 150 Einzelmaßnahmen galt es bislang zu koordinieren. „Viele verstehen unter Energiewende nur die Stromwende. Wir haben aber auch eine Wärmewende und eine Verkehrswende“, so Wallraven. Er erklärte, wie das Zusammenwirken verschiedener Player aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung – und vor allem das Mitziehen der Anwohner – bereits zu deutlich messbaren Verbesserungen geführt habe. „Allein zwischen 2009 und 2014 haben wir den Bestand an Photovoltaik-Anlagen verdreifacht“, gab er ein Beispiel; viele weitere sollten folgen. Bei einem Bioenergiepark habe etwa die Gemeinde den Hut auf, die Bürger seien die Investoren. Das brachte ihnen zuletzt Dividenden von 5,75 Prozent ein.

Auch im Bereich Bildung sei das Thema „Klimakommune“ in Saerbeck längst angekommen. So hätten etwa Schüler schon ihre eigene Photovoltaik-Anlage gebaut. Ein Erlebnis-Pfad im Ort vermittele auf einfache Weise Wissen. 100 000 Besucher und hochrangige Vertreter aus aller Welt hätten sich die Klimakommune inzwischen angesehen und Ideen für die eigene Heimat mitgenommen. Das hat auch Bürgermeister Nolte vor: „Wir haben in Duderstadt schon vieles angestoßen, aber wir sind natürlich noch längst nicht so weit wie Saerbeck“, gestand er ein. Er freue sich auf einen Austausch mit dem dortigen Bürgermeister.

Von Markus Riese

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