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Duderstadt Landesausstellung Natur im Städtebau (LNS) in Duderstadt vor 20 Jahren
Die Region Duderstadt Landesausstellung Natur im Städtebau (LNS) in Duderstadt vor 20 Jahren
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18:54 17.03.2014
Kernprojekt der Landesausstellung: Das vor 1994 vernachlässigte Areal ist heute ein Stadtpark mit Spielplatz, Gewässerzonen und weiteren Funktionen. Quelle: Richter
Duderstadt

Die Zersiedelung im Umfeld von Städten durch immer mehr Neubaugebiete stoppen und gleichzeitig die Innenstädte als attraktiven Lebensraum wieder in den Blickpunkt der Menschen rücken, das war Ziel der niedersächsischen Landesplaner bei der Ausstellung Natur im Städtebau.

In Duderstadt fand 1994 die dritte Landesausstellung statt. Hier ließ sich zeigen, dass urbanes Leben auch in einer mittelalterlichen Architektur durch Begrünung und naturnahe Planung attraktiv für junge Familien und ältere Menschen gestaltet werden kann.

Das wichtigste Projekt der Planer für Duderstadt war die Anlage des großen Bürgerparks zwischen Leddergasse und Adenauerring. Das bislang vernachlässigte, teilweise sumpfige Areal wandelte sich in einen weitläufigen Park, der seitdem viele Ansprüche an einen innenstadtnahen Stadtpark erfüllt.

Entstanden sind Schrebergärten nach historischem Vorbild, Kinderspielplätze, Veranstaltungsbühne, Pflanzenreservate, Wasserzonen und landwirtschaftlich strukturierte Bereiche.

Langfristig ausgerichtete und nachhaltige Vorhaben

Hinzu kamen diverse kleinere Begrünungsmaßnahmen in der Stadt, wobei die Planer darauf achteten, dass alle Vorhaben langfristiger Natur waren. Der Volksmund hatte im Vorfeld der Schau die sperrige Bezeichnung „Landesausstellung Natur im Städtebau“ gegen das geläufigere „Landesgartenschau“ getauscht. Genau das aber sollte diese Ausstellung nicht sein.

Es ging um langfristig ausgerichtete und nachhaltige Vorhaben. Es ging um die Umgestaltung Duderstadts zu einem Lebensraum, der Geschichte, Architektur, Natur, Lebensqualität, Ökologie und Zukunftsperspektive in ein attraktives Wechselspiel einbettet. Das hieß Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden, die Ursprünge der Siedlungsgeschichte sichtbar machen und zugleich modernen Ansprüchen genügen.

Um das darzustellen, entwickelten die Planer der Ausstellung einen Rundgang, der den Gästen das Erleben der unterschiedlichen Aspekte der Gesamtpräsentation ermöglichte. Gestartet wurde am Henriettenhof mit einer land- und forstwirtschaftlichen Ausstellung unter dem Motto: „Raps, Rosen und Radieschen“.

Weiter ging es zu verschiedenen Gewässern wie beispielsweise dem neu geschaffenen Wasser-Spielplatz. Hier dichteten die Konzeptmacher: „Wer will, wandelt am Wasser“. Nächste Station war die Umweltfabrik, die speziell den vielfältigen Aspekten des Themas Naturschutz gewidmet war.

Ziele der Landesausstellung Natur im Städtebau in Duderstadt vor 20 Jahren © Richter

Den ökologischen Umbau eines Schulgeländes konnten die Besucher am Schulzentrum Auf der Klappe begutachten, wo der Landkreis Göttingen als Schulträger sein Motto „Grün für Grünschnäbel“ umgesetzt hatte.  Geschichte spielt in Duderstadt eine große Rolle, und so bot der Rundgang einen Spaziergang zum mittelalterlichen Wall an, wo über „Wall und Wehr“ informiert wurde, ebenso über die Bürgergärten nach historischem Vorbild.

Die Altstadt mit ihren mehr als 500 Fachwerkhäusern stand dann mit dem Motto „Fakten, Fabeln und Fassade“ im Mittelpunkt des Interesses tausender Gäste, die sich von den vielen Eindrücken am ökologisch gestalteten Ufer des Obertorteiches erholen konnten.

Einen letzten Anziehungspunkt bildeten schließlich zwei von der Nileg (Niedersächsische Landentwicklungsgesellschaft) errichtete Mietneubauten, bei denen der Versuch unternommen worden war, Ökonomie und Ökologie in ein zeitgemäßes Verhältnis zu setzen.

Nächste Folge: Die Umsetzung der LNS.

Von Sebastian Rübbert

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