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Duderstadt Landrat unterbreitet Kommunen Vorschlag
Die Region Duderstadt Landrat unterbreitet Kommunen Vorschlag
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00:19 18.09.2017
Landrat Werner Henning. Quelle: r
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Heiligenstadt

Der Landkreis Eichsfeld entstand mit der Verwaltungsreform des Freistaates Thüringen am 1994 aus den Landkreisen Heiligenstadt und Worbis. Verwaltungssitz ist die Stadt Heilbad Heiligenstadt. Die zahl der selbstständigen Gemeinden hat sich seit dem von 113 auf 79 reduziert. In Zukunft soll der Landkreis eine neue Gliederung für die Verwaltung bekommen.

Landrat Werner Henning (CDU) unterbreitete hierzu den Eichsfelder Kommunen aktualisierten Vorschlag. Danach sollen in Verwaltungseinheiten mindestens 8000 Einwohner leben. Als Berechnungsbasis gilt - so wie beim Leitbild für die Gebietsreform - die Bevölkerungsprognose für das Jahr 2035. Für die einzelnen Mitgliedsgemeinden sind keine Einwohneruntergrenzen vorgesehen. Die Orte behalten ihre formale Selbstständigkeit, inklusive Haushalts- und Satzungsrecht, Bürgermeister und Gemeinderat. Die beiden Mittelzentren im Landkreis Eichsfeld, Heilbad Heiligenstadt und Leinefelde-Worbis, seien an ihr Modell der Einheitsgemeinde gebunden, so dass für die hierauf orientierten angrenzenden Gemeinden nur ein Beitritt nach den dort bereits geltenden Kriterien möglich sein werde.

Der Landrat erklärt zu seinem Vorschlag weiter, dass er sich im Falle der Stadt Dingelstädt an der bisherigen Willensbekundung orientiere, dass alle Mitgliedsgemeinden der heutigen Verwaltungsgemeinschaft im Modell der „Landgemeinde“ miteinander fusionieren wollen.Für Küllstedt sei ihm die Interessenbekundung der Gemeinde „Rodeberg“ bedeutsam, mit an einer neuen Verbandsgemeinde um Küllstedt teilhaben zu wollen. Gleiches sei ihm von der Gemeinde Anrode mitgeteilt worden. Die Gemeinde Südeichsfeld wäre zwar hiervon in ihrem Bestand als Einheitsgemeinde unberührt, bliebe aber nach den Prognosevorgaben leicht unter den Vorgaben. Die Bildung einer Verbandsgemeinde mit der angrenzenden Nachbarschaft biete sich als Ausweg an.

Bei der Vielzahl an kleinen Gemeinden im Raum Ershausen-Geismar mit zu den angebotenen Verwaltungsmodellen sehr geringen Gesamteinwohnerzahlen habe sich der Landrat insbesondere davon leiten lassen, dem Zusammenhalt im Schulverbund die vorderste Priorität einzuräumen. Würden die dortigen Schulstandorte unterschiedliche Wege in ihrer eigenen gemeindlichen Ausrichtung nehmen, wäre dieser Verbund auf die Dauer hin gefährdet und könnte möglicherweise zur Aufgabe des Schulangebotes führen. Überdies müssten die Gemeinden mit bedenken, im Zuge einer Funktionalreform unter Umständen selbst Schulbetreiber zu werden. Dem Bestreben der Gemeinde Bernterode nach einem Anschluss an Heiligenstadt würde hiernach dennoch stattgegeben.

Eine ähnliche Konstellation sei nach Einschätzung Dr. Hennings für die Gemeinde „Am Ohmberg“ mit derzeitigem Sitz in Großbodungen gegeben. Sein Bekenntnis zu einer verbandsgemeindlichen Verankerung in Richtung Teistungen resultiere aus dem Bestreben, den Schulverbund Weißenborn – Bischofferode – Großbodungen dauerhaft zu erhalten. Des Weiteren scheinen ihm die verwandtschaftlichen und kirchengemeindlichen Austauschbeziehungen ebenfalls in diese Richtung intensiver zu sein. Würde die Gemeinde „Am Ohmberg“ ihre Orientierung über Breitenworbis nach Niederorschel nehmen, dann wäre dieser Schulverband in der jetzigen Form langfristig gefährdet, befürchtet der Landrat. Henning betonte abschließend, dass dies ein Vorschlag auf der Grundlage der aktuell bekannten Vorgaben darstelle. Bis zu deren Umsetzung werde es noch viele Gelegenheiten zu möglicherweise notwendigen Korrekturen geben. Die Kreisgebietsreform soll erst 2021 kommen, die Gemeinden haben noch bis zum 31. März 2018 Zeit, freiwillige Zusammenschlüsse festzuzurren.

Von Bernard Marks

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